Frauengesundheit
Weg mit den Krampfadern!

Krampfadern sind nicht nur ein kosmetisches Problem. Die Venenklappenschwäche lässt sich aber mit kleinen Eingriffen beheben.

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Krampfadern - was ist das eigentlich?

Krampfadern sind eine chronische Erkrankung des oberflächlichen Venensystems. Klappen in den Venen tragen dazu bei, dass das Herz das Blut von den Beinen zum Herzen pumpen kann, unterstützt von den Beinmuskeln. Funktioniert die Pumpe nicht mehr richtig, staut sich das Blut in den Venen und beschädigt dort die Klappen. Die Folge: Sie schließen nicht mehr richtig, das Blut bleibt in den Beinen und überdehnt die Gefäße - Krampfadern entstehen.

Durch den Blutrückstau tritt Flüssigkeit ins Gewebe über, so dass die Beine anschwellen. Außerdem können sich die Gefäße entzünden, und ein offenes Bein kann entstehen. Die größte Gefahr sind jedoch Blutgerinnsel, die sich durch den Stau bilden und im schlimmsten Fall zu einer tödlichen Lungenembolie führen können.

Wer bekommt Krampfadern?

Die Veranlagung zu Krampfadern wird oft vererbt. Besonders bei Schwangeren, Übergewichtigen, älteren Frauen und Frauen mit einer angeborenen Bindegewebsschwäche hat der Körper Schwierigkeiten, das Blut aus den Beinen zum Herzen zu pumpen. Gefährdet sind auch Frauen, die zu lange sitzen oder stehen oder sich zu wenig bewegen.

Welche Beschwerden sollten mich aufhorchen lassen?

Wenn die Beine weh tun und jucken, anschwellen und schnell schwer werden, deutet das auf eine Neigung zu Krampfadern hin. Auch Besenreiser gelten als Alarmzeichen für Krampfadern.

Wie stellt der Arzt fest, ob ich betroffen bin?

Krampfadern lassen sich meist schon meist äußerlich erkennen. Es gibt aber auch Venen, die von außen nicht gut sichtbar sind. Dann kommen bei der Diagnose andere Methoden zum Einsatz. Mit speziellen Geräten kann der Phlebologe messen, wie das Blut fließt und ob die Venenklappen funktionieren. Bei der Ultraschall-Dopplersonografie führt der Arzt eine schmale Sonde am Bein entlang und kann Durchblutungsstörungen und Schäden an den Venenklappen aufdecken. Die Farbduplex-Sonografie macht es möglich, das Gefäßsystem und den Blutfluss darzustellen.

Wie kann man Krampfadern behandeln?

Am weitesten verbreitet ist das Stripping. Der Arzt macht einen kleinen Schnitt am Ober- und am Unterschenkel, durchtrennt die kranke Vene oben und unten und zieht sie mit Hilfe einer Sonde heraus. Die Operation wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Bei modernen Stripping-Verfahren ist ein Schnitt am Unterschenkel nicht nötig, sie sind allerdings nicht für alle Krampfadern geeignet.

Beim Veröden spritzt der Arzt ein flüssiges Medikament in die Vene, damit sich ein Gerinnsel bildet und sich die Vene verschließt. Auch Schaumverödung mit einem aufgeschäumten Medikament ist möglich, die Methode ist aber noch relativ neu und wenig erprobt.

Neuerdings rücken Ärzte Krampfadern auch mit der Lasertherapie zu Leibe, die schon länger bei Besenreisern zum Einsatz kommt. Dabei erhitzen die Strahlen die kranke Vene von innen und bringen sie zum Schrumpfen. Ähnlich funktioniert die Radiowellentherapie.

Bei der so genannten Chiva-Methode bindet der Arzt die kranke Vene an verschiedenen Stellen ab, so dass das Blut nicht durch die ausgeleierte Klappe zurück Richtung Füße strömen kann. Das soll die Vene entlasten und sie nach und nach wieder funktionsfähig machen - die Wirksamkeit ist aber umstritten, die gesetzlichen Krankenkassen zahlen den Eingriff nicht.

Gibt es auch sanfte Heilmethoden?

Natürliche Heilmittel können die schulmedizinische Behandlung sinnvoll ergänzen: Zwar können sie entstandene Krampfadern nicht heilen, aber neue vermeiden helfen. Wirksam sind beispielsweise natürliche Arzneimittel aus Rosskastanie, Buchweizenkraut, Steinklee oder Mäusedorn. Sie haben ganz unterschiedliche Wirkansätze, regen die Durchblutung an, sind abschwellend oder lindern Entzündungen.

Homöopathische Mittel können helfen, den Blutstau in den Venen zu beheben und oberflächliche und tiefe Venenentzündungen zu lindern. Calziumfluorid und Kieselsäure stärken das Venenwandgerüst, Schlangengift kann bei einer tiefen Venenthrombose oder einer oberflächlichen Venenentzündung sinnvoll sein. Auch die Blutegel-Therapie kommt bei der Behandlung von Venenleiden zum Einsatz. Der Biss der Egel soll das Blut verdünnen und den Blutstau auflösen.

Wie kann ich mich schützen?

Regelmäßiger Sport, zumindest aber einmal täglich Venengymnastik, unterstützt die Muskelpumpe. Walken, Schwimmen, Gehen, Radfahren oder Skilanglauf sollen bei geschwächten Venen besonders effektiv sein.

Stützstrümpfe gibt es heute in den verschiedensten Farben und Stärken, als halterlose Strümpfe, Strumpfhosen, Kniestrümpfe oder Socken. Sie verkleinern durch den Druck den Durchmesser der gedehnten Gefäße und steigern so den Rückfluss des Blutes zum Herzen.

Legen Sie die Beine hoch, wann immer es möglich ist. Güsse mit kaltem und warmem Wasser regen die Durchblutung an. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Saunabesuche sinnvoll sind.

Wie gut die eigenen Venen noch funktionieren, erfahren sie bei einem Check-up beim Facharzt, dem Phlebologen: Der kann mit einer harmlosen Ultraschalluntersuchung klären, ob die Gefäße noch intakt sind.

Wo kann ich weiterlesen, wenn ich mehr Informationen haben möchte?

Venen-Übungen finden Sie beispielsweise in Broschüren der Deutschen Venenliga. Sie bietet darüber hinaus auf ihrer Homepage Adressen von spezialisierten Venenkliniken und Venentrainern und viele aktuelle Informationen.

  • Text: Angelika Unger
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