Gesundheits-Info
Krankschreiben lassen - das sollten Sie beachten!

Was mache ich, wenn ich im Urlaub krank werde? Ist es schlimm, wenn ich krank geschrieben bin und beim Spaziergang meinem Chef über den Weg laufe? Krankschreiben lassen - die wichtigsten Infos zum Thema.

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Wann und wie muss ich mich krank melden?

Foto: seen/Fotolia.com

Informieren Sie Ihren Arbeitgeber umgehend, möglichst noch vor Ihrem Arbeitsbeginn. Wenn möglich, geben Sie auch die voraussichtliche Dauer der Krankheit an. Gibt es keine spezielle Anweisung, können Sie sich telefonisch oder per E-Mail krank melden. Die Krankmeldung geht direkt an Ihren Vorgesetzten – es sei denn, es gibt in Ihrem Unternehmen andere Vereinbarungen, wie z.B. ein Anruf im Sekretariat. Übrigens: Sie müssen Ihren Arbeitgeber nicht darüber informieren, welche Krankheit Sie haben.

Wann muss die Krankschreibung vorliegen?

Bei Krankheiten, die länger als drei Tage dauern, muss die Krankschreibung vom Arzt spätestens am vierten Tag eingereicht werden. Wichtig, falls ein Wochenende dazwischen liegt: Gezählt werden die Kalendertage, nicht die Arbeitstage. Wird man am Freitag krank, muss also bereits am Montag die Krankmeldung beim Arbeitgeber sein. Kommt eine Krankmeldung per Post absehbar nicht mehr rechtzeitig an, muss sie per Fax oder eingescannt als E-Mail an den Arbeitgeber geschickt werden – oder Sie teilen rechtzeitig mit, dass die Bescheinigung später eintreffen wird. Auf ausdrücklichen Wunsch des Arbeitgebers kann es nötig sein, das Arzt-Attest schon am ersten Fehltag vorzulegen. Solche Regelungen können z.B. im Arbeitsvertrag stehen. Vorsicht: Wer sich zu spät krank meldet oder die Krankschreibung zu spät einreicht, riskiert eine Abmahnung.

Was mache ich, wenn ich im Urlaub krank werde?

Werden Sie im Urlaub krank, können Sie sich die verlorenen Urlaubstage gutschreiben lassen. Dabei gilt es aber einiges zu beachten, denn die Nachweispflichten bei Krankmeldungen im Urlaub sind strenger als sonst. So muss man bereits am ersten Tag der Krankheit einen Arzt aufsuchen und sich ein Attest ausstellen lassen. Wichtig: Ausländische Atteste genügen nicht immer den Anforderungen in Deutschland. Achten Sie darauf, dass darin ausdrücklich festgehalten ist, dass Sie arbeitsunfähig sind. Informieren Sie sofort Ihren Arbeitgeber und teilen Sie ihm mit, wie Sie erreichbar sind. Leiten Sie außerdem das Attest umgehend weiter. Und denken Sie dran: Sie dürfen den Urlaub nicht eigenmächtig durch die Krankheitstage verlängern. Die zusätzlichen Urlaubstage müssen neu beantragt und genehmigt werden.

Und wenn mein Kind krank ist?

Sind die Eltern beide berufstätig, muss einer von beiden zu Hause bleiben und sich um das Kind kümmern. Dafür gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf Freistellung für maximal 10 Tage im Jahr pro Kind (bei Alleinerziehenden: 20 Tage) – sofern das Kind nicht älter als zwölf Jahre ist. Dafür braucht man allerdings bereits ab dem ersten Krankheitstag ein Attest vom Arzt.

Bekomme ich Geld für die Tage, an denen mein Kind krank ist?

In der Regel, ja: Wenn es im Tarif- oder Arbeitsvertrag entsprechend vereinbart wurde, zahlt der Arbeitgeber das Gehalt weiter. Wenn nicht, springt bei gesetzlich Versicherten die Krankenkasse mit dem Kinderkrankengeld ein und übernimmt 70% vom Bruttoverdienst (maximal 90% vom Nettoverdienst). Wichtig: Bevor das Attest des Arztes an die Krankenkasse geht, muss die Rückseite ausgefüllt werden (u.a. mit der Bankverbindung).

Darf ich einkaufen, obwohl ich krankgeschrieben bin?

Wer krank ist, ist nicht automatisch bettlägerig. Wer beim Spaziergang oder auf dem Weg zum Supermarkt seinem Chef über den Weg läuft, muss sich also keine Sorgen machen, dass das negative Folgen haben könnte. Andere Arbeiten darf man in der Zeit natürlich nicht annehmen. Übrigens: Wussten Sie, dass es Arbeitgebern sogar erlaubt ist, kranke Mitarbeiter durch einen Detektiv ausspionieren zu lassen?

Kann ich während der Arbeitszeit zum Arzt gehen?

Bei akuten Beschwerden, ja. Sie sollten jedoch darauf achten, dass in der Zeit keine wichtigen Termine anstehen.

  • Artikel vom 16.11.2012
    Text: Monika Herbst
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