Neues Verhütungsmittel: Die Kupferkette

Sicherer als die Pille, frei von Hormonen und für viele Frauen geeignet. Trotzdem kennt die so genannte Kupferkette bei uns noch (fast) niemand.

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Rund sechs Millionen Frauen nehmen in Deutschland die Pille, mehr als die Hälfte davon sind jünger als 30 Jahre. Damit ist sie neben dem Kondom das am weitesten verbreitete Verhütungsmittel. Das beliebteste ist es sicher trotzdem nicht, denn die Liste möglicher Nebenwirkungen ist lang - sie reicht von Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme und Libidoverlust bis hin zu seltenen lebensgefährlichen Komplikationen.

Und selbst Frauen, die die Pille gut vertragen, wünschen sich oft eine Verhütung ohne Hormone. Das Problem: So richtig gut kamen die Pillen-Alternativen bisher nicht weg. Vaginalring (Nuva-Ring) oder Minipille sind ebenfalls nicht hormonfrei. Kupferspiralen schon, aber für junge, kinderlose Frauen wenig geeignet, weil deren Gebärmutter zu klein ist. Außerdem verstärken sie häufig die Menstruationsblutung. Kondome sind lästig und unsicher, Pessare umständlich und Sterilisationen so endgültig. Doch es gibt noch eine weitere, weitgehend unbekannte Möglichkeit: ein Nylonfaden, wenige Zentimeter lang, auf dem wie kleine Perlen vier bis sechs Kupferzylinder sitzen - die so genannte Kupferkette.

Wie wirkt die Kupferkette?

Ebenso wie die bekannteren Kupferspiralen gibt sie Kupfer-Ionen ab. Diese verhindern erstens, dass Spermien die Eizelle befruchten können, und zweitens die Einnistung, falls es dennoch zu einer Befruchtung gekommen ist. Ansonsten unterscheidet sich die Kette aber von der großen Schwester Spirale: Sie ist klein - die genaue Länge richtet sich nach der Größe der Gebärmutter -, flexibel und kann nicht verrutschen, weil sie vom Gynäkologen mit einem Knoten in der Gebärmutterwand fest verankert wird.

Wie sicher verhütet die Kupferkette?

Bei einem Pearl-Index* von 0,1 bis 0,5 ist die Kette eher sicherer als die Pille. Außerdem beeinflusst sie weder den Zyklus noch die langfristige Fruchtbarkeit und verhindert fünf Jahre lang eine Schwangerschaft. Und wenn sich der Kinderwunsch doch meldet, wird sie einfach vom Gynäkologen gezogen. Eine Schwangerschaft ist dann sofort möglich.

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  • Ein Artikel aus BRIGITTE Heft 7/2012
    Text: Katharina Dahl
    Foto: JPC-PROD/Fotolia.com
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