Viele Menschen beten zwar nicht - aber immer mehr entdecken, dass Meditation Körper, Verstand und Seele zugleich entspannt und stärkt. Die "Reise nach innen" hilft, sich vorübergehend aus dem Alltag zu lösen, Abstand von den eigenen Problemen zu gewinnen - und eben dadurch die Ursachen und die Möglichkeiten, mit diesen Problemen umzugehen, genauer zu erkennen. Wer regelmäßig meditiert, lernt mit der Zeit, seine Energien gezielter einzusetzen, und fühlt sich insgesamt ruhiger und ausgeglichener.
Das Ziel: Pausen der Besinnung einlegen können
Die ältesten Berichte über Meditation sind über 5000 Jahre alt und stammen aus Indien. Dort und in Japan entwickelten sich Meditationstechniken wie die Zen-Meditation, die Anfang des 20. Jahrhunderts auch im Westen bekannt wurde. Traditionelle Zen-Schüler arbeiten auf die "vollkommene Erleuchtung" hin. Diese spirituelle Form der Zen-Meditation setzt den Willen voraus, ein Leben lang geistig an sich selbst zu arbeiten und alles diesem Ziel unterzuordnen. Für alle, die lediglich Pausen der Besinnung einlegen und zwischendurch abschalten möchten, ist die weltliche Form der Zen-Meditation gedacht.
Geübte können jederzeit und überall meditieren: im Bus auf der Fahrt zur Arbeit, beim Spazierengehen, in der Warteschlange vor der Supermarkt-Kasse. Anfängern zeigen die Kursleiter eine einfache, gerade Sitzposition auf dem Boden, auf einem Stuhl oder einem Hocker. Die Hände werden im Schoß ineinandergelegt, und zwar so, dass der linke Handrücken in der rechten Handfläche liegt und die beiden Daumen einander berühren. Die Augen sind geschlossen oder sehen fest auf einen Punkt. In dieser Haltung nimmt man den eigenen Atem bewusster wahr - und genau das ist Sinn dieser Übung.
Damit sie sich noch besser konzentrieren können, sollen die Übenden zum Beispiel bei jedem Ein- und Ausatmen bis zehn zählen und sich jede Zahl dabei intensiv vorstellen. Solche Hilfen werden später nicht mehr gebraucht. Die klassische Haltung, der Lotussitz, gelingt aber, wenn überhaupt, erst nach längerer Übung.
Keine medizinische Therapie
Als Therapie im medizinischen Sinn wird Meditation nicht angewendet. Sie kann jedoch helfen, die Erfahrung einer schweren Krankheit seelisch besser zu bewältigen.
"Meditationslehrer" ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Es gibt weder Schulen noch Ausbildungsrichtlinien. Einige "Lehrer" verfügen leider bestenfalls über Halbwissen. Vorsicht! Manche Sekten missbrauchen meditative Techniken, um ihre Mitglieder zu beeinflussen.












