- In diesem Artikel:
Depressionen
Zu nichts Lust. Hat doch alles keinen Zweck. Und ich krieg sowieso nichts gebacken. Wer so empfindet, steckt mitten drin in einer Depression. Einer von 20 Deutschen ist betroffen, Frauen doppelt so häufig wie Männer. Viele Frauen kennen depressive Verstimmungen kurz vor der Regel. Solche Stimmungsschwankungen können oft durch die Pille gebessert werden, besonders, wenn sie immer mehrere Monate ohne Pause durchgenommen wird. Dass die Pille ihrerseits Depressionen auslöst, ist mit den heutigen niedrig dosierten Präparaten eher selten. Manchmal sind aber andere Medikamente schuld, wenn die Stimmung in den Keller geht, zum Beispiel Kortison oder Betablocker.
Auch in den Wechseljahren leiden manche Frauen unter meist leichten, manchmal aber auch richtig schweren Depressionen. Ob dann Hormonpräparate oder eher andere therapeutische Maßnahmen sinnvoll sind, sollte man im Zweifelsfall mit einer Frauenärztin ebenso wie mit einer Fachärztin für Psychotherapie besprechen. Eine weitere wichtige Ursache von Depressionen nämlich heißt: Stress. Wer notorisch eigene Bedürfnisse "überhört", um es allen anderen recht zu machen, ist irgendwann psychisch erschöpft - und braucht Hilfe. Depressionen lassen sich besser behandeln, als Betroffene in ihrer pessimistischen Grundstimmung glauben, oft zum Beispiel mit einer Kurzpsychotherapie von rund 10 bis 30 Sitzungen. Dazu muss die Depression aber erst mal erkannt werden . . . und daran hapert es oft. Denn viele depressive Patientinnen und Patienten sprechen bei ihrem Hausarzt zwar von Appetitmangel, Schlaflosigkeit oder chronischen Schmerzen, erwähnen ihre gedrückte Stimmung aber nicht - auch, weil sie nur selten danach gefragt werden. Kein Ersatz, aber wirksame Ergänzung einer psychotherapeutischen Unterstützung: Yoga, Sport und Massagen helfen, aus dem Stimmungstief herauszufinden. Das zeigen immer mehr Studien.
MEHR INFOS ...
unterwww.kompetenznetzdepression.de, www.netdoktor.de und www.gesundheitsinformation.de (Patienten-Webseite des IQWIG, des unabhängigen Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen), u. a. mit vielen Infos zum Thema Wechseljahre
BUCHTIPPS: Andrea Hesse, "Wendepunkte. Wie Frauen aus der Depression finden" (Herder, 9,90 Euro).
Ulrich Hegerl, Svenja Niescken, "Depressionen bewältigen" (Trias, 17,95 Euro)













