Migräne: Raus aus meinem Kopf!

Quälender Schmerz, der einen wahnsinnig macht. Ist es Migräne? Um die ranken sich zahlreiche Mythen. Dabei kann man sie heutzutage gut behandeln - und sogar vorbeugen.

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Plötzlich ist er da, der Hammer im Kopf. Er schlägt regelmäßig und mit jedem Mal schmerzhafter. Licht ist zu grell, jedes Geräusch zu schrill, und selbst die kleinste Bewegung treibt das quälende Pochen im Schädel noch stärker an. Aber was genau quält da eigentlich? Schlicht Kopfschmerzen oder vielleicht Migräne?

Tatsächlich wissen viele Betroffene nicht, woran sie wirklich leiden. Selbst Ärzte sind oft unsicher: Eine Studie ergab, dass nur jeder vierte Migräniker von Medizinern als solcher erkannt wird. Und auch wer seinem Leiden einen Namen geben kann, hat noch viele Fragen. Denn vieles an der Migräne ist nach wie vor ziemlich mysteriös.

Warum trifft es gerade Frauen?

"Sie hat mal wieder ihre Migräne!" Der Satz ist mehr Vorwurf als Feststellung. Und tatsächlich ist es noch nicht lange her, da galt Migräne selbst bei Medizinern nicht als Krankheit, sondern als Einbildung weiblicher Hysterie. Oder als Ausrede, wenn Frau von Mann gerade nichts wissen wollte.

Dabei trifft der pulsierende Kopfschmerz zwar überwiegend Frauen, aber immerhin auch 22 Prozent der männlichen Deutschen. Im Kindesalter sind sogar etwas mehr Jungen als Mädchen migränekrank, erst die Pubertät macht viele Frauen zu Betroffenen. Verantwortlich sind die weiblichen Geschlechtshormone, die Östrogene.

Doch der plötzlich absinkende Östrogenspiegel vor der Regelblutung ist meist nur einer unter mehreren möglichen Auslösern. Nur etwa jede Zehnte hat tatsächlich ausschließlich vor oder während ihrer Periode Anfälle. Auch die Pille ist kein eindeutiger Migräne-Macher.

Und leider hört die Krankheit mit den Wechseljahren deshalb auch nicht auf. Erträglicher wird es für betroffene Frauen meist nur vorübergehend: in der Schwangerschaft. "Das ist sozusagen die beste Vorbeugung von Migräne", so Professor Hartmut Göbel, Leiter der Schmerzklinik Kiel. Denn werdende Mütter haben einen konstant hohen Hormonspiegel und leben oft gesünder.

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  • Text: Antje Kunstmann
    Foto: iStockphoto.com
    BRIGITTE BALANCE 05/09