Lexikon Frauengesundheit

Myom: Kein Grund zur Panik!

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Wie kann man ein Myom behandeln?

Welche Art der Behandlung Ärzte empfehlen, ist unter anderem abhängig von der Größe und vom Sitz der Myome; auch das Alter der betroffenen Frau spielt eine Rolle.

Früher wurde bei Myomen oft pauschal empfohlen, die Gebärmutter entfernen zu lassen - vor allem, wenn die betroffene Frau nicht mehr schwanger werden wollte oder konnte. Das ist ein massiver Eingriff, der starke körperliche und auch seelische Auswirkungen haben kann. Er kann aber nötig werden, wenn die Myome stark mit der Gebärmutter verwachsen sind. Frauen, denen diese Operation empfohlen wird, sollten sich deshalb für die Entscheidung Zeit nehmen und auf jeden Fall die Meinung eines weiteren Arztes einholen.

Das Herausschneiden oder -schälen der Myome ist zumindest bei großen Myomen oft eine aufwendige Operation; die Gebärmutter bleibt jedoch erhalten und eine Schwangerschaft ist auch danach noch möglich. Je nachdem, wie groß das Myom ist und wo es liegt, wird der Eingriff per Bauch- oder Gebärmutterspiegelung oder aber per Bauchschnitt durchgeführt. Bei manchen Frauen entstehen später neue Myome. Bei der Entfernung großer Myome können in seltenen Fällen starke Blutungen auftreten.

Möglich sind auch verschiedene Arten der Hormonbehandlung. Die Pille wirkt gegen überstarke Blutungen. Eine reine Gestagen-Pille unterbricht die Menstruation vorübergehend ganz. Gleichzeitig bilden sich die Myome zurück. Die radikalste Art der Hormontherapie ist eine Behandlung mit "Anti-Hormonen" (GnRH-Analoga). Diese Präparate versetzen auch junge Frauen vorübergehend in einen Zustand, der hormonell den Wechseljahren ähnelt; die Myome schrumpfen dann oder verschwinden ganz.

Die Nachteile aller Hormontherapien: Sie kommen nicht in Frage für Frauen, die demnächst schwanger werden wollen - und sobald die Medikamente abgesetzt werden, wachsen die Myome häufig wieder. Auch ähneln die Beschwerden denen in Wechseljahren: Es kann zu Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Knochenschwund kommen.

Eine noch relativ neue Methode, um Myome gefahrlos und schmerzarm zu entfernen, ist der fokussierte Ultraschall. Die Schallwellen durchdringen schmerzfrei das Gewebe und werden auf einen bestimmten Punkt fokussiert. Dort zerstören sie unerwünschte Zellen. Während des etwa zweistündigen Eingriffs liegt die Patientin in einem Magnet-Resonanz-Tomografen, der per Ultraschall kleine Löcher, jeweils vier bis fünf Millimeter groß, in das Myom schießt. Es wird so Punkt für Punkt durchlöchert und schrumpft schließlich einige Wochen später zusammen. Die Methode wird allerdings von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht bezahlt.

Bei der so genannten Embolisation werden die Wucherungen ausgehungert. Dabei schieben Ärzte über einen kleinen Schnitt in der Leiste einen dünnen Schlauch durch die Beckenarterie bis an die Stelle, wo sich das Blutgefäß in das Myom hinein verzweigt. Durch den Schlauch leiten sie nun winzige Kunststoffkügelchen ein, die in die Blutgefäße geschwemmt werden, sich dort festsetzen und die Adern verschließen. Dies schneidet die Myome von der Nähr- und Sauerstoffzufuhr ab. Der Körper baut das nicht mehr durchblutete Gewebe nach und nach ab, so dass die Myome in den folgenden Monaten schrumpfen. Das genügt fast immer, um die Beschwerden zu beheben - und zwar dauerhaft: Die Kügelchen bleiben ein Leben lang liegen.

Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung, dauert ein bis zwei Stunden und erfordert einen Krankenhausaufenthalt von zwei bis drei Tagen. Narben bleiben keine zurück, die Schnitte in der Leiste sind maximal einen Zentimeter lang. Als Nebenwirkungen sind Fieber und Infektionen möglich, selten kann bei dem Eingriff die Gebärmutter verletzt werden. Bei Myomen mit einem Durchmesser von mehr als zehn Zentimetern raten die Ärzte von einer Embolisation ab. Auch bestimmte, auf der Gebärmutter aufsitzende Myome sollten nicht embolisiert werden.

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  • Text: Angelika Unger
    Foto: Corbis
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