Schmerzen
Das hilft gegen Nackenverspannungen

Sie sind unangenehm, schmerzhaft und nicht immer mit Hausmitteln zu lindern. Was Nackenverspannungen auslöst, was Sie dagegen tun können und wie Ärzte helfen.

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Foto: Pixland/Thinkstock

Meist kommen sie über Nacht. Schon beim Aufwachen fühlen sich Nacken und Schultern an, als läge ein tonnenschweres Gewicht darauf. Dann genügt schon eine kleine Drehung des Kopfes, und es sticht im Nacken - typische Anzeichen von Nackenverspannungen.

Und während man unter der Dusche steht und den heißen Wasserstrahl über die knallharten Muskeln laufen lässt, kreisen die Gedanken um die möglichen Gründe: Geschwitzt und Zug bekommen? Zu lange am offenen Fenster oder am Computer gesessen? Falsch gehoben? Oft ist es tatsächlich eine dieser Ursachen. Und dann ist die Verspannung spätestens nach ein paar Tagen wieder vergessen.

Organische Ursachen sind selten

Aber so einfach ist es leider nicht immer. Bei vielen Betroffenen verhärten sich die Nackenmuskeln immer wieder - und sie können sich das nicht erklären. Oft wird die Verspannung zum Dauerzustand, die Schultern fühlen sich steinhart an, der Kopf schmerzt und lässt sich kaum noch zur Seite bewegen.

Manchmal helfen ein paar einfache Hausmittel. Häufig liegen die Ursachen jedoch tiefer. Organische Probleme wie etwa der natürliche Verschleiß an Bandscheiben, Sehnen und Gelenken spielen meist nur eine geringe Rolle - so die Erfahrung von Ärzten und Krankengymnasten, die Muskelverspannungen und Haltungsprobleme behandeln.

Viel schlimmer sind dagegen krankmachende Alltagsgewohnheiten wie krummes Sitzen oder falscher Sport. Ständige Nackenschmerzen können auch ein Anzeichen für ein scheinbar unentwirrbares Knäuel von Ursachen und Wirkungen sein: seelischer Druck, eine verkrampfte Körperhaltung, Schmerzen, Verspannungen, noch mehr Schmerzen ...

Geduld - auf Knopfdruck geht gar nichts!

"Tu doch einfach mal was für dich", heißt es dann oft. Leicht gesagt. Natürlich werden Familie, Freunde oder Kollegen nicht automatisch friedlich, weil man regelmäßig in die Sauna oder zum Tai Chi geht und schon viel entspannter ist. Und auch eine Ehekrise lässt sich auf diese Art kaum lösen. Aber es ist ein Anfang, und dem schmerzenden Nacken wird es allemal gut bekommen, wenn man etwas für sich tut - und das ganz in Ruhe.

Auf Knopfdruck geht nämlich gar nichts. Wahrzunehmen, wie Muskeln und Gelenke reagieren, wenn man auf eine bestimmte Art sitzt oder sich bewegt, das müssen die meisten erst wieder lernen. Physiotherapeuten arbeiten mit ihren Patienten vor allem an der Wahrnehmung des eigenen Körpers: Wie geht es ihm in der gewohnten Sitzhaltung? Was passiert, wenn ich den Schwerpunkt verlagere und mich aufrichte? Wann ziehe ich den Kopf ein und schiebe die Schultern nach vorn? Auch Entspannungsverfahren wie Feldenkrais, Yoga oder Autogenes Training helfen, sich Haltung und Bewegung bewusst zu machen.

Was Nackenverspannungen auslöst

  • Falsches Sitzen
    Rücken krumm, Schultern nach vorn - manche bringen den ganzen Tag in dieser Haltung zu, vor allem, wenn sie viel am Schreibtisch oder am Computer arbeiten und auch in der Freizeit viel sitzen. Sogar Kinder haben heute schon Probleme mit Nacken-, Kopf- und Rückenschmerzen. Die besten Gegenmittel: öfter mal eine kurze Pause einlegen, die Arme über den Kopf strecken, ein paar Schritte umhergehen. Sich zwischendurch ganz bewusst gerade hinsetzen und die Schultern leicht nach hinten ziehen, ohne sich zu verkrampfen. Ab und zu die Sitzposition wechseln.
  • Falscher Sport
    Nach der Arbeit ab ins Fitnessstudio, schwere Hanteln stemmen, ordentlich schwitzen - das trainiert vielleicht den Kreislauf, aber es setzt die Muskeln erst recht unter Stress. Lassen Sie es langsam angehen: Auch mit Spazierengehen oder Schwimmen können Sie sich fit halten.
  • Verdrehte Wirbel
    Manche Menschen haben von Geburt an eine Skoliose - einige Wirbel sind nach innen oder außen verdreht, und die Wirbelsäule knickt an dieser Stelle leicht nach rechts oder links. Ein angeborener Haltungsfehler, der zu Verspannungen der Schulter und des Nackens führen kann. Durch Physiotherapie lassen sich diese Beschwerden jedoch deutlich verringern.
  • Krankheiten
    Auch Krankheiten wie zum Beispiel Entzündungen im Bereich der Schultern und der Wirbelsäule oder Nervenreizungen können Ursache von Nackenschmerzen sein. Deshalb: Wenn es nicht bald besser wird und einfache Mittel nicht helfen, unbedingt ärztlich untersuchen lassen.

Was Sie selbst tun können

  • Ein warmes Bad (etwa 20 Minuten lang) hilft, zur Ruhe zu kommen, und entspannt die Muskeln. Badezusätze mit Kräutern sowie mit Aroma-Ölen (z. B. Neroli, Ylang-Ylang) verstärken den wohltuenden Effekt.
  • Sauna oder Dampfbad tun Körper und Seele gut; die Wärme hilft auch gegen den Nackenschmerz. Lassen Sie beim kalten Duschen hinterher die verspannten Partien aus, damit sich die Muskeln nicht wieder verhärten.
  • Der Kirschsteinsack wird im Backofen aufgewärmt und dann auf die schmerzende Stelle gelegt. Eignet sich besonders als wärmende Kompresse für die Nacht.
  • Wärmepflaster und spezielle Salben helfen gegen die Schmerzen, wenn für alles andere die Zeit fehlt (Apotheke).
  • Ein Hirsekissen stützt Schulter- und Nackenmuskeln, nimmt Hautfeuchtigkeit auf und passt sich der natürlichen Körperhaltung an. Eine gute Entspannungshilfe für alle, die sich nachts oft "verliegen".
  • Sanfte Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder langsames Laufen entspannen und trainieren die Schulter- und Rückenmuskeln. Wichtig: Wenn es zu anstrengend wird, sofort aufhören!

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