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Eines Tages kam der anonyme Dankesbrief. "Kann man vom Sinn des Todes sprechen", fragte der Schreiber, "ich weiß es nicht. Aber ich bin Ihnen und dem Spender so unendlich dankbar, denn Sie alle zusammen haben mir mit Ihrer Entscheidung ein Weiterleben ermöglicht." Marita Donauer ging mit dem Brief zum Grab ihres Bruders. Sie sagte: "Hör zu, Karl. Erst die schlechte Nachricht: Dein Fußballclub ist abgestiegen. Nun die gute: Du hast mit deinen Organen sieben Menschen geholfen, und einer hat uns geschrieben."
Heute spricht Marita Donauer über den plötzlichen Tod ihres Bruders mit tiefer Trauer und großer Leichtigkeit. Er starb an einer Hirnblutung. Als nächste Verwandte wurde sie gefragt, ob sie einer Organspende zustimmen würde. Was ihr Bruder darüber dachte, wusste sie: Ihm war am christlichen Glauben die praktische Nächstenliebe das Wichtigste. Und sie selbst? Hätte wohl die Nacht durchgegrübelt, wenn ihr pragmatischer Ehemann nicht gesagt hätte: "Stimm einfach zu, Marita. Es gibt Fragen im Leben, auf die man nur mit Ja oder Nein antworten kann. Wie beim Heiraten. Einfach ja." Dann hat sie zugestimmt. Marita Donauer musste für einen Angehörigen entscheiden, und sie hatte keine Zeit, lang darüber nachzudenken.
Ich habe Zeit, und ich kann mir selbst überlegen, ob ich Organspenderin werden will. Eigentlich ist es Unsinn, sich zu drücken. Der Tod rückt doch nicht näher, wenn man an ihn denkt - oder? Was also hält uns ab, was lässt uns zögern? Würde ich den Ausweis ausfüllen, wenn die Apothekerin ihn mir statt des Päckchens Taschentücher in die Hand drücken würde? Vielleicht. Schnell müsste ich ihn dann ausfüllen, weil ich sonst ins Grübeln über den Tod käme. Meinen Tod.
Das stärkste Argument für die Bereitschaft, Organspender zu werden, ist die Begegnung mit einem Menschen, der ohne ein fremdes Organ nicht mehr leben würde. Wie Ingrid Volke, die strahlend vor Lebenslust auf ihrer Terrasse in Echzell sitzt und keine Sekunde vergisst, dass sie ihr Leben einem Toten verdankt. Zweieinhalb Jahre hat sie auf einen Lungenflügel gewartet. Als sie, wie es heißt, "gelistet" wurde, war sie 58 und hatte den Tod vor Augen. Ihre Krankheit: chronische Entzündung der Bronchien. 0,7 Liter Luft konnte sie nur noch auspusten, eine gesunde Lunge fasst vier bis fünf Liter. Sie hing 24 Stunden an der Sauerstoffflasche, hat 40-mal in der Minute nach Luft geschnappt. Ein gesunder Mensch kommt mit 18 Atemzügen aus.











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am um
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Nene
am 01.11.12 um 20:37
Wer sich nicht entscheiden kann für oder gegen Organspende, sollte sich auf jeden Fall einmal einen realistischen Film anschauen, in dem die Herausnahme der Organe ungeschönt dokumentiert wird. Zudem sollte man sich bewusst machen, dass die Organspende inzwischen auch schon zu einem lukrativen Geschäft wird. Ich werde nur für meinen Sohn - wenn notwendig - spenden. Und da ich in der Familie einen Fall habe, in dem bereits per Organspende ein Leben mehr oder weniger würdig verlängert wurde, fällt mir die Entscheidung gegen die Annahme eines Organes auch nicht schwer.
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Mim
am 01.11.12 um 20:29
Leider wird zu wenig über die Art und Weise informiert und auch aufgeklärt, wie der Spender für hirntod (ein Begriff, der erst im Zusammenhang mit Organspende eingeführt wurde) erklärt wird und wie die Organe entnommen werden. Ein Transplantationsmediziner sagte in diesem Zusammenhang: "Wenn die Menschen wüssten, wie die Organe entnommen werden, würden wir keine Organe mehr zur Verfügung haben." Wie Angehörige bedrängt werden und wie es Angehörigen der Spender im Nachhinein ergeht. Geschweige denn wird darüber aufgeklärt, was es für einen großen Teil der Empfänger bedeutet, ein fremdes Organ in sich zu tragen. Die Nebenwirkungen körperlicher (durch Medikamente verursacht) und psychischer Natur werden wohlweislich verschwiegen. Hier ist meiner Meinung nach eine ausgewogene Information über das Für und Wider notwendig.
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hillary
am 01.11.12 um 19:43
Es mag makaber klingen, aber ich habe neben meinem Führerschein den Organspendeausweis in der Brieftasche und das vom Erwerb des Führerscheins an.
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Ruby
am 02.03.12 um 15:36
Ich bin noch hin und her gerissen. Einerseits der Gedanke, Leben retten zu können, wunderbar...andererseits der Gedanke, nach dem Tod ausgeschlachtet zu werden wie ein altes Auto...gräßlich...ausgenommen werden wie eine Weihnachtsgans..gruselig..
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Sylvang
am 20.12.11 um 08:01
Jeder sollte Organspender sein, wer dies nicht möchte, sollte auch nicht von anderen profitieren.
mehr (5)Für mich steht jedenfalls fest: Ich möchte keine Organe von anderen und ich werde auch keine zur Verfügung stellen.
Also schon einige Zeit. Ich vertraue natürlich darauf, dass man sich erst entschließt, meine Organe zu entnehmen, wenn man für mich nichts mehr tun kann.
Wissen werd ich's nicht.
Aber wenn einem anderen Menschen damit ein menschenwürdigeres Leben gegeben werden kann, dann lebt doch ein Teil von mir weiter und das finde ich auch gut.
Würde in jedem Fall jeder Arzt mein Leben erhalten, wenn er leicht etliche mit meinen Organen retten könnte? Ich lebe gerne..
Ich habe einen Organspendeausweis - ausgefüllt ist er noch nicht.
Ansonsten stimme ich Sylvang zu: nur wer selbst spenden mag, sollte auch Organe bekommen.
Nur wer Organe spendet, sollte auch welche bekommen.