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Verhütungsmethoden für jede Lebensphase

Es ist nicht einfach, bei den Verhütungsmethoden den Überblick zu behalten. Hier finden Sie die Verhütungsmethode, die im Moment zu Ihnen passt.

1. Sex, Drugs and Rock 'n' Roll...

Die Situation: Eine richtige Beziehung habe ich gerade nicht, aber das gefällt mir. Ich nehme öfter einen Typen mit nach Hause, probiere im Bett viel aus.

Die passende Verhütungsmethode: Klarer Fall für eine Großpackung Kondome. Und zum Glück wissen das die meisten Frauen mittlerweile: 80 Prozent schützen sich bei Gelegenheitsliebschaften konsequent mit Gummis gegen HIV und Co. Noch vor 20 Jahren waren es nur die Hälfte. Viele von uns starten sogar doppelt gesichert ins Liebesabenteuer: mit Kondom und Pille. Das ist erst mal okay. Wer allerdings viel raucht, sollte lieber nur beim Kondom bleiben, denn die Kombination von Pille und Nikotin erhöht das Thromboserisiko. Auch die Spirale kommt in einer Partyphase nicht in Frage: Durch Sex mit verschiedenen Männern potenziert sich das Risiko von Entzündungen.

2. Aber natürlich!

Die Situation: Ich stehe auf alternative Medizin, mache viel Yoga und esse gesund. Mit Hormonen und Co. will ich meinen Körper nicht belasten.

Die passende Verhütungsmethode: Natürliche Empfängnisverhütung gilt als unsicher und umständlich. Für Frauen, die sich gern mit ihrem Körper beschäftigen, kann es aber genau die richtige Methode sein. Von Verhütungscomputern - egal ob sie nur die Temperatur messen oder zusätzlich auch den Hormonspiegel bestimmen - sollte man allerdings die Finger lassen. Sie sind so unsicher, dass sie heute nur noch als Navigationshilfe für Paare mit Kinderwunsch eingesetzt werden. Seriöser ist da schon die "symtothermale Methode", bei der Frauen täglich sowohl ihre Temperatur messen als auch den Zervixschleim, also das Scheidensekret beurteilen. Laut einer Studie der Universität Heidelberg ist die Methode fast so sicher wie die Pille. Und: Sie eignet sich sogar für Frauen, die nachts arbeiten oder unregelmäßig leben. Ein Minuspunkt: Drei Monate Übungszeit sollte man schon einplanen und währenddessen sicherheitshalber zusätzlich auf Kondome setzen. Weitere Informationen gibt es unter: www.natuerliche-familienplanung.de.

3. Erst mal Karriere machen

Die Situation: Für mich läuft es im Job gerade gut: Ich bin befördert worden. Schwanger werden wäre eine Katastrophe.

Die passende Verhütungsmethode: Also: Pillenrezept besorgen. Aber Vorsicht, Pille ist nicht gleich Pille. Beliebt sind gerade die Präparate der dritten Generation, die nur wenige Nebenwirkungen haben und beispielsweise nicht dick machen. Allerdings enthalten einige dieser Pillen, z. B. "Yasmin ", das Gestagen Drospirenon, durch das sich das Thromboserisiko auf das Sechsfache erhöht. Pillen der sogenannten zweiten Generation, z. B. "Miranova ", sind in diesem Punkt deutlich im Vorteil. Das Thromboserisiko ist übrigens vor allem im ersten Jahr der Einnahme erhöht, danach sinkt es. Alternative für Vergessliche: der Vaginalring (Nuvaring), der konstant Östrogene und Gestagene abgibt, also letztlich wie die Pille wirkt. Man führt ihn wie einen Tampon ein, dann bleibt er drei Wochen am Platz.

4. Auszeit für die Periode

Die Situation: Mein Freund und ich haben gerade die Flüge gebucht. Nächstes Jahr gehen wir drei Monate auf Asienreise. Auf meine Tage könnte ich in der Zeit gern verzichten.

Die passende Verhütungsmethode: Das geht sogar: wenn man die Pille in einem Langzyklus, also kontinuierlich über Monate hinweg ohne Pause nimmt. Mehrere Studien belegen, dass die Dauereinnahme der Gesundheit nicht schadet, sie erhöht sogar die Verhütungssicherheit. In Deutschland gibt es derzeit kein spezielles Präparat für die Pille ohne Regel, aber mit den meisten sogenannten Einphasenpillen, z. B. "Valette", ist diese Einnahmeform möglich. Tipp: Fangen Sie zwei Monate vor der Reise mit dem Langzyklus an. Denn am Anfang kann es Zwischenblutungen geben. Außerdem sollte man sicher sein, dass man die neue Pille verträgt. Falls Sie Malariamittel nehmen, unbedingt vorher erkundigen, ob die Pillenwirkung dadurch ausgehebelt wird.

5. Schlaf, Kindlein, schlaf...

Die Situation: Unser Baby wird drei Monate alt und hält uns ganz schön auf Trab. Bis jetzt habe ich kaum Zeit gehabt, an Sex zu denken. Aber langsam kommt die Lust zurück. Und vielleicht wollen wir noch ein zweites Kind, aber sicher nicht sofort.

Die passende Verhütungsmethode: Das Leben mit einem Säugling ist eine einzige Übergangsphase - auch beim Verhüten. Die normale Pille kommt in der Stillzeit nicht infrage, das Baby kriegt sonst zu viel Östrogen ab. Mögliche Lösung: eine Minipille, die nur mit Gestagenen wirkt. Man muss diese niedrig dosierte Pille aber immer zum gleichen Zeitpunkt einnehmen, sonst wirkt sie nicht. Wem das im turbulenten Babyalltag zu heikel ist, der greift besser zum Kondom.

6. Herzklopfen

Die Situation: Ich habe mich wieder verliebt. Er ist super. Wir haben nur ein Problem: Ich vertrage die Pille nicht, er hasst Kondome. Ich habe schon im Scherz gesagt: "Nimm du doch die Pille."

Die passende Verhütungsmethode: Sorry, aber die Pille für den Mann wird bis auf Weiteres nicht kommen. Die Nebenwirkungen sind zu hoch. Aber probieren Sie es doch mal mit einer hormonfreien Barrieremethode wie dem Diaphragma. Die Gummikappe wird vor dem Sex vorm Muttermund platziert und bleibt dort acht Stunden. Eine neue Alternative, das "Lea Contrazeptivum", funktioniert ähnlich, kann aber 48 Stunden vor dem Muttermund bleiben. Ebenfalls ohne Hormone, aber in Deutschland noch ziemlich unbekannt ist die Kupferkette "Gynefix". Sie wirkt sicher über mehrere Jahre und ist auch für junge Frauen geeignet, die noch keine Kinder haben. Nebenwirkungen wie Blutungsstörungen sind im Gegensatz zur herkömmlichen Kupferspirale äußerst selten, verrutschen kann die Kette auch nicht. Einziger Nachteil: Bisher gibt es bei uns nur wenige Ärzte, die sie einsetzen. Adressenliste unter www.verhueten-gynefix.de. Mehr zum Thema unter Neues Verhütungsmittel: Die Kupferkette

7. Klasse statt Masse

Die Situation: Wir sind ewig zusammen, haben guten Sex, aber nur selten. Ich habe das Gefühl, dass meine Lustlosigkeit von der Pille kommt.

Die passende Verhütungsmethode: Bei 20 Prozent der Frauen löst die Pille tatsächlich Null-Bock-Stimmung im Bett aus. Bei 30 Prozent aber steigern Hormone die Lust sogar. Falls Sie tatsächlich lustlos und pillenmüde sind, kann die Spirale eine sichere neue Wahl sein. Ob mit Hormonen oder Kupfer, hängt von der Lebensphase ab. Die mit Kupferdraht umwickelte Spirale ist schmaler, leichter einsetzbar und für jüngere Frauen geeignet. Blutung und Regelschmerzen werden dadurch allerdings stärker. Die Hormonspirale passt für Frauen, die Kinder bekommen haben. Sie gibt Gestagene ab, die unter anderem verhindern, dass sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Die Hormonmenge ist geringer als bei der Pille, der Zyklus bleibt bestehen, und Nebenwirkungen gibt es selten. Einmal vom Arzt eingesetzt, muss man sich die nächsten fünf Jahre nicht mehr um Verhütung kümmern.

8. Sex mit dem Ex

Die Situation: Wir sind länger getrennt, aber ab und zu landen wir noch im Bett. Ohne Kondome - er passt schon auf. Und wenn doch mal was passiert, kann man immer noch die Pille danach nehmen.

Die passende Verhütungsmethode: Das klingt einfach, ist aber ein ungesundes Konzept: Die Pille danach ist ein Notfallmedikament mit vielen Nebenwirkungen. Den Stress sollten Sie Ihrem Körper nur bei einer Verhütungspanne antun. Dann aber ohne Skrupel schnell handeln, denn in den ersten 24 Stunden nach dem Sex wirkt die Pille noch zu 95 Prozent, dann wird die Wirkung schwächer. Auch die neuere Variante, die noch nach fünf Tagen eine Schwangerschaft verhindern kann, ist umso zuverlässiger, je früher man sie nimmt. Und was den Sex mit dem Ex betrifft, sind Kondome sowieso besser: Man weiß ja nie, was der so treibt, wenn er woanders ist ...

9. Kinder, nein danke!

Die Situation: Kann es selbst kaum glauben, aber neulich bin ich 40 geworden. Eine schöne Feier - und mittendrin plötzlich der Gedanke: auf keinen Fall noch ein Kind!

Die passende Verhütungsmethode:Klar, denkt man dann auch gelegentlich an den radikalen Schnitt: Sterilisation. Frauen kann das allerdings teuer zu stehen kommen. Nicht nur, dass der Schnitt etwa 1000 Euro kostet, darüber hinaus birgt er auch Risiken wie jede Bauchoperation. Gefahrloser ist der Eingriff beim Mann. Allerdings sollte sich niemand halbherzig unters Messer legen, denn zehn Prozent der Sterilisierten bereuen es später. Zwar lässt sich der Schnitt beim Mann prinzipiell durch eine weitere OP rückgängig machen - praktisch gelingt das aber nur in sechs von zehn Fällen.

Auf Nummer sicher

Wer in Zahlen wissen will, welche Verhütung die sicherste ist, kann den sogenannten Pearl-Index befragen. Er gibt an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, die ein Jahr lang mit dieser Methode verhüten. Oder kurz: Je kleiner der Index, desto sicherer.

Sex ohne Verhütung 85Pille 0,1-0,9

4,40-21 Euro/Monat

Minipille 0,5 -3

8-12 Euro/Monat

Hormonspirale 0,16

250-350 Euro für fünf Jahre

Kupferspirale 0,9-3

120-200 Euro für fünf Jahre

Kupferkette 0,1- 0,5

200-330 Euro für fünf Jahre

Nuvaring 0,25-1,18

22,50 Euro/Monat

Kondom 2-12

0,20-1,20 Euro pro Stück

Diaphragma 1-20

Ca. 50 Euro für ein bis zwei Jahre

Natürliche Verhütung 0,8-3

Symptothermale Methode

Sterilisation 0,1- 0,3

Frauen 0,1-0,3, ca. 450 Euro Männer 0,1; ca. 350 Euro

"Lea Contraceptivum" 2,9 bzw. 2,2

Ca. 48 Euro für ein Jahr (mit Spermizidgel)

Broschüren und weitere Infos gibt es z. B. bei Pro Familia, www.profamilia.de, und bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, www.bzga.de.

Text: Anne Otto

Wer hier schreibt:

Anne Otto

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