Notfallverhütung

Deutsche Bischöfe erlauben Pille danach

  • 2 Kommentare
  •  
  •  

Wie sicher sind Pille und Spirale danach?

Levonorgestrel wirkt umso besser, je früher es genommen wird. Innerhalb von 12 Stunden wird eine Schwangerschaft zu über 90 Prozent verhindert, nach 2 Tagen zu 60 Prozent. Ulipristalacetat bleibt nach der Verhütungspanne 5 Tage lang gleich wirksam, hat aber mehr Nebenwirkungen. Es ist also was für Pannen, die länger als 2 Tage her sind. Wenn man innerhalb von 3 Stunden nach der Einnahme brechen muss, nimmt man eine weitere Pille, möglichst zusammen mit einem Mittel gegen Übelkeit. Und: Bis zur nächsten Blutung muss man unbedingt zusätzlich, z. B. mit Kondomen, verhüten. Kupferspirale und Kupferkette verhindern innerhalb von 5 Tagen zu über 90 Prozent eine Schwangerschaft.

Wo bekomme ich die Pille danach?

Die Verschreibungspflicht der Pille danach ist aktuell in der politischen Diskussion. Noch gilt in Deutschland (im Gegensatz zu fast allen anderen europäischen Ländern): Man braucht dafür ein Rezept, z. B. von der Frauenärztin, dem Hausarzt oder einer Ärztin von Pro Familia. Am Wochenende hilft der ärztliche Notdienst. Spirale oder Kupferkette sind nur zu Praxiszeiten eine Option. Die Spirale kann jede Frauenärztin einsetzen, die Kupferkette verwenden bisher nur wenige Ärzte.

Ganz neu ist die Möglichkeit, sich ein Rezept für die Pille danach im Internet zu besorgen, über die Londoner Online-Artzpraxis www.drEd.com, die von drei deutschen Ärzten betrieben wird. Die betroffenen Frauen müssen dafür lediglich einen Online-Fragebogen ausfüllen und bekommen das Medikamt per Expresssendung am folgenden Morgen. Allerdings gibt es beim Online-Arzt derzeit nur das Präparat mit dem Hormon Levonorgestrel, das spätestens 3 Tage nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden muss.

Seite:

  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6
  • Text: Monika Herbst und Dr. Sabine Thor-Wiedemann
BRIGITTE
im Abo