Verhütung

Pille im Langzyklus: Das Ende der Tage

Immer mehr Frauen unterdrücken die Blutung absichtlich - mit der Pille im Langzyklus. Bequem - aber auch gesund? Alle Infos im Überblick.

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Foto: Yuri Arcurs/Fotolia.com

Es ist wieder so weit. Das Ziehen im Unterleib, die plötzlich hauchdünnen Nerven... und dabei soll es doch gerade jetzt übers Wochenende in den Wellness-Kurzurlaub mit Sauna und allem drum und dran gehen! Na toll. Das passt ja bestens. Wer mit der Pille verhütet, hat jetzt die Möglichkeit, die Blutung hinauszuzögern. Die setzt, anders als bei der echten Menstruation, gut kalkulierbar erst dann ein, wenn dem Körper nach Wochen mit täglichen Hormontabletten durch Pillenpause oder Zuckerpillen plötzlich Hormone fehlen.

Langzyklus nennen es die Mediziner, wenn nicht wie sonst nur 21 Tage lang Hormone geschluckt werden, sondern kontinuierlich über Monate hinweg. Und wenn damit die Blutung seltener wird. "In letzter Zeit ist das gerade bei jungen Frauen ein Trend geworden", berichtet Elisabeth Merkle, Gynäkologin und Professorin. Zwar gibt es für dieses Einnahmen-Schema in Deutschland kein Präparat, das speziell dafür zugelassen ist, "unter medizinischen Gesichtspunkten spricht jedoch nichts dagegen, die Pille länger als drei Wochen hintereinander einzunehmen ", so Merkle.

Gegenüber dem herkömmlichen Einnahme-Rhythmus hat der Langzyklus sogar einen Vorteil, wie kürzlich eine US-Studie bewies: Die Sicherheit der Verhütung steigt. Denn die Funktion der Eierstöcke unterdrückt der konstant hohe Wirkstoffspiegel noch umfassender, als wenn alle drei Wochen eine Hormonpause eingelegt wird. Und so fällt eine vergessene Pille oder auch eine, die wegen Erbrechen oder Durchfall wirkungslos bleibt, nicht mehr so stark ins Gewicht.

Der Verzicht auf das monatliche Hormon-Auf-und-Ab bringt den Körper insgesamt in ruhigeres Fahrwasser: Die physischen und psychischen Begleiter der Blutung wie Migräne, Unterleibsschmerzen, Gewichtsschwankungen, Müdigkeit oder Verstimmungen gehen deutlich zurück.

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  • Text: Antje Kunstmann
    Foto: Fotolia
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