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Pilzerkrankungen: Das hilft!

Plizerkrankungen sind unangenehm und vielen ein bisschen peinlich. Wie Sie Fußpilz, Scheidenpilz und ihre nervigen Verwandten schnell wieder loswerden und wie Sie sich schützen können.

Fußpilz: Der Unterschätzte

Wo kommt er her? Fußpilz gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Zwei Drittel der Betroffenen aber ignorieren das Jucken und Schuppen zwischen den Zehen, schätzt Hans-Jürgen Tietz, Leiter des Instituts für Pilzerkrankungen in Berlin. Fußpilz ist jedoch ansteckend, für andere und auch für uns selbst, er kann etwa auch Leistengegend oder Hände befallen. Infektionsherde sind z. B. öffentliche Duschen, Whirlpools oder Hotelteppiche. Häufig gibt man den Pilz auch in der Familie weiter, zumal eine Neigung dazu vererbt wird. Besonders gern breitet er sich aus, wenn die Zehenzwischenräume eng sind, die Füße oft kalt und schlecht durchblutet.

Wie geht er wieder? Bis die Haut völlig gesund ist, mindestens aber zwei Wochen lang, täglich mit pilztötenden Salben behandeln. Etwa mit den Wirkstoffen Terbinafin (z. B. in "Lamisil") oder Bifanazol (z. B. in "Canesten", beides in der Apotheke). Dass Hausmittel wie Knoblauch, Essig oder Teebaumöl bei Pilzerkrankungen am Fuß helfen, ist wissenschaftlich kaum bewiesen. Essig kann die Haut sogar reizen und für Infektionen anfälliger machen, Teebaumöl Allergien auslösen.

Wie man sich schützt: Füße warm und trocken halten. In Bädern und Saunen Schuhe tragen, vor allem die Zehenzwischenräume gut trocknen. Bei Befall Socken nicht mit anderer Schmutzwäsche in den Wäschekorb stecken und bei mindestens 60 Grad waschen.

Scheidenpilz: Der Unangenehme

Wo kommt er her? Zehn Prozent aller Frauen (und ein Drittel aller Schwangeren) haben Hefepilze in der Scheide, die - wie auch im Darm - nicht zwingend Probleme machen. Ist jedoch die Immunabwehr dauerhaft geschwächt, wurden häufig Antibiotika geschluckt oder hapert es in Sachen Hygiene, können die Hefen für Juckreiz, Rötungen und weißlichen Ausfluss sorgen. Die Anfälligkeit dafür ist auch erblich bedingt.

Wie geht er wieder? Leichte Pilzinfektionen können Frauen selbst behandeln, etwa mit dem Wirkstoff Clotrimazol (z. B. in "Canesten Gyn", Apotheke). Wer sich aber mehr als vier Mal im Jahr damit plagt, sollte zum Arzt. Mit Medikamenten wird die Keimzahl dann so reduziert, dass das Immunsystem den Rest in Schach halten kann. Bei chronischen Infektionen werden über mehrere Wochen Tabletten gegeben, etwa mit dem Wirkstoff Fluconazol.

Nach der Behandlung sollte die Scheidenflora unbedingt mit Milchsäurebakterien aufgepäppelt werden, rät die Kieler Frauenärztin Dorothee Struck. Dafür gibt es Zäpfchen oder Tabletten (z. B. "SymbioVag", "Gynoflor", beides in der Apotheke). In schweren Fällen sollte auch der Partner untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Eventuell ist auch ein Gang zum Zahnarzt angesagt, da sich Hefen gerne in Karieslöchern verbergen.

Wie man sich schützt: Meiden Sie Whirlpools. Wechseln Sie während der Regel die Tampons nur, wenn es auch notwendig ist, denn sie saugen auch schützende Scheidenflüssigkeit auf. Auch die häufige Verwendung von Rasierschaum könne den pH-Schutz mindern und empfänglicher für Infektionen machen, sagt Dorothee Struck.

Sitzbad zum Selbermachen Bei leichten Scheidenpilzinfektionen empfiehlt Frauenärztin Struck diese Mischung, die Apotheker anmischen: 80 g Schachtelhalmkraut (Equisetum arvense), 60 g Frauenmantelkraut (Alchemilla vulgaris), 50 g Schafgarbe (Achillea millefolium), 10 g Taubnesselblüten (Lamium album L.).

Ein gut gehäufter EL auf 1 l kochendes Wasser, zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen, abgießen und abkühlen lassen. Ein bis zwei Mal pro Tag ein Zehn-Minuten-Sitzbad machen, anschließend trocken föhnen, nicht abtrocknen.

Nagelpilz: Der Hartnäckige

Wo kommt er her? Die Infektion beginnt häufig als Fußpilz und breitet sich auf die Nägel aus. Die befallenen Stellen verlieren ihre Durchsichtigkeit, werden dick oder auch porös. Etwa 17 Prozent der Bevölkerung haben das Problem. Unbehandelt kann der Pilz weitere Nägel oder die Haut an anderen Körperstellen infizieren.

Wie geht er wieder? Ist ein Nagel weniger als zur Hälfte und sind insgesamt höchstens drei Nägel eines Fußes befallen, empfiehlt Pilzexperte Tietz folgende Dreistufentherapie: Ein Hautarzt oder Podologe entfernt, so weit möglich, die befallenen Stellen. Dann trägt man mindestens zwei Wochen lang eine Creme mit 40 Prozent Harnstoff auf (z. B. "Onyster" oder "Canesten Extra Nagelset", Apotheke). Anschließend hilft ein Flüssiglack (z. B. "Ciclopoli ", Apotheke), der auch ins Nagelbett dringt und so lange aufgepinselt wird, bis der Nagel gesund nachwächst. Ist der Pilzbefall besonders schlimm, verschreibt der Hautarzt Tabletten, die ein Mal wöchentlich zu schlucken sind; für Kinder eignet sich der Wirkstoff Fluconazol und für Erwachsene Terbinafin.

Wie man sich schützt: Fußpilz vermeiden.

Darmpilz: Der Versteckte

Wo kommt er her? Viele Menschen haben sich schon als Babys mit Hefepilzen wie Candida albicans angesteckt, die überall in der Umwelt vorkommen. Bei etwa 70 Prozent der Bevölkerung siedeln sie im Darm. Was erst mal nicht schlimm ist: "Gesunden schadet der Pilz nicht", sagt Martin Wagner, Gastroenterologe an der Uni Ulm. Nach einer langen Antibiotika- oder einer Chemotherapie kann der Pilz aber zum Problem werden.

Ob Beschwerden wie Durchfall oder krampfartige Schmerzen mit den Hefen zusammenhängen, ist dabei jedoch nur schwer herauszufinden. Eine Stuhlprobe tauge nur bedingt zur Diagnose, sagt Martin Wagner: "Es gibt keinen Grenzwert, ab dem Candida-Kolonien bedenklich wären." Im Ernstfall wird eine Darmspiegelung gemacht.

Wie geht er wieder? Ganz loswerden kann man Hefepilze nicht. Bei stark geschwächtem Immunsystem wird oft der Wirkstoff Nystatin eingesetzt, um sie zu reduzieren. Dass eine Pilzdiät, bei der etwa auf Zucker verzichtet wird, dabei hilft, ist wissenschaftlich nicht belegt.

Wie man sich schützt: Naturjoghurt unterstützt die Darmflora, am besten täglich essen. Ballaststoffe helfen dem Darm, seine Reinigungsfunktion wahrzunehmen.

Text: Natalie Rösner Foto: iStockphoto Ein Artikel aus BRIGITTE Balance

Kommentare (1)

Kommentare (1)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Zu Femara
    Hallo, ich bin 63 J. alt und hatte 1999 einen 2-3 Zentimeter großen bösartigen Tumor in der re. Brust. Ich bekam Chemo u. Bestrahlung. Danach habe ich 2 Jahre lang Zoladex gespritzt, danach bis 2004 Tamoxifen als Tbl. Das Femara nehme ich noch bis März 2011 ein. Es gibt auch keine Alternative. (Ich denke auch das ist mein Leben) Und jetzt zu den Knochenschmerzen, Ich habe jetzt erst eine beginnende Osteoporose dafür nehme ich Calcium u. Vit. D . Ich kann nur empfehlen von Anfang an Stutenmilch Kuren zu machen. Stutenmilch gibt es in Stutenmilchfarmen (auch als Trockenmilch,sehr lecker) im Internet. Bis heute trinke ich 3 mal 4 Wochen lang 3 Gläser Brottrunk,sauer aber sehr gesund. Meine Blutwerte waren immer gut. Wichtig ist auch Bewegung. Auch habe auch in Lübeck eine super Frauenärztin. Vieleicht einmal den Arzt oder die Ärztinn wechseln wenn nicht richtig aufgeklärt wird. Alles Liebe und gute wünscht Bones

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