Frauengesundheit
Pilzinfektion - ein intimes Problem

Eine Pilzinfektion ist unangenehm und vielen Frauen peinlich. Mit zu wenig Intimhygiene hat sie aber nichts zu tun - im Gegenteil. So werden Sie den Pilz wieder los.

  • 2 Kommentare
  •  
  •  

Eine Pilzinfektion - was ist das eigentlich?

Eine Pilzinfektion in der Scheide, die so genannte Vaginalmykose, wird meist durch den Hefepilz Candida albicans ausgelöst. Viele Frauen leben mit Scheidenpilzen, ohne sie zu bemerken. Breiten sich die Pilze zu stark aus, werden sie lästig - eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit sind sie aber nur selten. Nur bei stark immungeschwächten Frauen kann es vorkommen, dass der Pilz sich im Körper ausbreitet und innere Organe befällt. Krebs kann jedoch aus einer Pilzinfektion nicht entstehen.

Wer bekommt eine Pilzinfektion?

Jede fünfte Frau im gebärfähigen Alter hat Scheidenpilze, bei Schwangeren ist es sogar jede dritte. Vor der Pubertät und nach den Wechseljahren treten die Infektionen nur selten auf. Begünstigt werden Scheidenpilze durch alles, was das Immunsystem schwächt: Besonders anfällig sind etwa Frauen, die an einer Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse leiden. Auch Antibiotika, Stress, Chemotherapie oder Aids erhöhen das Risiko. Häufig betroffen sind außerdem Schwangere und Frauen, die es mit der Intimhygiene übertreiben.

Welche Beschwerden sollten mich aufhorchen lassen?

Viele Betroffene spüren keine Beschwerden. Ist aber die Abwehr der Scheide gestört, kann sich der Pilz zu stark vermehren. Dann kommt es zu Juckreiz und Brennen, manchmal auch zu krümeligem Ausfluss. Scheide und Vagina schwellen an, manchmal bilden sich Knötchen auf der Haut.

Wie stellt der Arzt fest, ob ich betroffen bin?

Schon mit bloßem Auge kann der Arzt oft den bröckeligen weißen Belag in der Scheide sehen, der typisch ist für eine Pilzinfektion. Er kann auch einen Abstrich in der Scheide machen und diesen unter dem Mikroskop untersuchen. In den meisten Fällen lässt sich eine Pilzinfektion auf diese Weise feststellen.

Wie kann man eine Pilzinfektion behandeln?

Auch ohne Rezept kann man sich in der Apotheke Antipilzmittel besorgen. Diese so genannten Antimykotika bestehen meist aus Zäpfchen und einer Creme und müssen drei Tage lang angewendet werden. Da Scheidenpilze beim Sex auf den Partner übertragen werden können, muss er gegebenenfalls mitbehandelt werden. Frauen, die die Pille nehmen und häufig an Scheidenpilzen leiden, sollten mit ihrem Frauenarzt reden: Es kann sinnvoll sein, auf ein Präparat mit weniger Östrogen oder Gestagen umzusteigen.

Gibt es auch sanfte Heilmethoden?

Oft verschwinden die Pilze auch ohne Medikamente von selbst. Wer den Juckreiz lindern will, kann die Haut einfetten oder Sitzbäder mit Kamille machen. Sex reizt die Haut im Genitalbereich zusätzlich, daher kann es sinnvoll sein, für ein paar Tage drauf zu verzichten.

Pilze lieben warme, feuchte Milieus - damit sie sich nicht weiter ausbreiten können, sollte man luftdurchlässige Unterwäsche tragen und die Scheide nach dem Waschen und nach dem Toilettenbesuch trockenföhnen. PH-neutrale Seifen sorgen dafür, dass das Scheidenmilieu nicht weiter geschwächt wird. Unterwäsche und Handtücher sollte man oft wechseln und bei mindestens 70 Grad waschen, um die Pilze abzutöten.

Naturjoghurt gilt als altes Hausmittel gegen Scheidenpilze. Frauenärzte raten aber heute davon ab, einen mit Joghurt getränkten Tampon in die Scheide einzuführen. Ob eine zuckerarme Ernährung bei Pilzinfektionen hilft, ist umstritten.

Frauen, die schwanger sind, deren Beschwerden länger als drei Tage dauern oder die häufiger als viermal im Jahr unter Scheidenpilzen leiden, sollten zum Arzt gehen. Dasselbe gilt, wenn man nicht sicher ist, ob es sich tatsächlich um eine Pilzinfektion handelt, oder unter Fieber, Schmerzen oder blutigem Ausfluss leidet.

Wie kann ich mich schützen?

Für die Intimhygiene gilt: Weniger ist mehr. Frauen, die ihre Scheide oft mit scharfen Seifen traktieren, schwächen ihr Scheidenmilieu und machen es anfällig für den Angriff der Pilze. Dasselbe gilt für häufige Schaumbäder. Die Scheide lieber nur mit warmem Wasser und einer milden Waschlotion waschen.

Verzichten sollte man auch auf luftundurchlässige Binden und Slipeinlagen sowie enge synthetische Kleidung, da sich sonst Hitze und Feuchtigkeit stauen können - ein perfekter Lebensraum für die Pilze. Vaginalzäpfchen können eine Pilzerkrankung übrigens nicht verhindern.

  • Text: Angelika Unger
  • 2 Kommentare
  •  
  •  
Sie interessieren sich für unsere Themen? Kostenlosen Newsletter bestellen