Special Lebensmittelallergie: Wenn Essen krank macht

Und plötzlich war ich allergisch

Vorwarnung? Fehlanzeige. Die meisten Allergien entwickeln sich gemeinerweise unbemerkt und brechen dann über Nacht aus. Was passiert da genau? Und vor allem: Was hilft?

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Beinahe wäre ein Salat ihre letzte Mahlzeit gewesen. Italienisch, mit Tomaten, Mozzarella, Rucola - und Pinienkernen. Wahnsinnig lecker, dachte sie beim ersten Bissen, doch gleich darauf merkte sie: Irgendetwas stimmt hier nicht. Im Hals fing alles an, fürchterlich zu jucken, das Atmen wurde schwer, ihr wurde schwindelig. Erst in der Notaufnahme wachte sie wieder auf, neben ihr der besorgte Freund, der den Notarzt gerufen hatte und eine freundliche Ärztin, die sagte: "Sie hatten eine allergische Reaktion. Was genau haben Sie gegessen? Pinienkerne? Dann waren es wahrscheinlich die. Seien Sie froh, dass jemand bei Ihnen war."

Wie entsteht eine Allergie?

"Plötzlich war ich allergisch." Auch wenn es zum Glück nur selten so dramatisch abläuft: Für die meisten kommt eine Allergie überraschend - oft sogar dann, wenn man früher nie Probleme mit Überempfindlichkeiten hatte. "Allerdings reagieren wir nicht wirklich aus heiterem Himmel allergisch", erklärt Margitta Worm, die stellvertretende Leiterin des Allergie-Zentrum-Charité am Berliner Universitätsklinikum. "Bis sich die Beschwerden das erste Mal zeigen, hat unser Körper bereits mehrfach mit dem jeweiligen Allergen Bekanntschaft gemacht, und zwar ohne dass wir es bemerkt haben."

Allergene, das sind körperfremde Eiweiße, auf die das Immunsystem übertrieben reagiert. Diese Reaktion kann sich schleichend entwickeln. Wie oft bei einer Katzenhaarallergie: Früher schlief die Katze sogar mit im Bett. Seitdem sich die beste Freundin aber vor ein paar Wochen einen Kater angeschafft hat, fallen Besuche bei ihr flach. Schon nach ein paar Minuten tränen die Augen und die Nase läuft. Für eine gewisse Zeit konnte der Körper die fremden Eiweiße neutralisieren, ohne dass es Komplikationen gab. "Doch das Immunsystem schaukelt sich hoch, bis sich beim erneuten Kontakt genügend Antikörper auf die vermeintlich gefährlichen Eiweiße stürzen können", erklärt Worm die fatale Körperreaktion.

Bestimmte Zellen der Immunabwehr, die so genannten Mastzellen, schütten durch die Stimulation der Antikörper den Botenstoff Histamin aus, der die für Allergien typischen Beschwerden verursacht: Juckreiz, Rötungen und Schwellungen oder Atemnot. Außerdem macht Histamin die Wände winziger Blutgefäße durchlässiger und kann damit auch für gerötete, quaddelige Haut sorgen.

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  • BRIGITTE BALANCE Heft 01/08
    Text: Constanze Löffler Foto: crocodile/photocase.com
Letzte Kommentare
  • Saskia
    am 20.10.10 um 14:01
    Hallo alle zusammen!
    Ich leide seit kurzem auch an einer Nickelallergie. Dieser Artikel war wirklch aufschlussreich! Manchmal muss man sich auch mal versuchen von außen zu betrachten, man muss mal wieder zur Ruhe kommen um die Dinge klarer zu sehen. Wichtige Tipps für meinen Alltag habe ich auch bei Ärzten gesucht, aber die haben oftmals wenig Zeit und Geduld. Diese Seiten haben mir weitergeholfen: www.nickelfrei.de und, da viele Allerien auch in Kombinationen mit anderen auftreten auch bei Onmeda maö vorbeischauen ... alle Fragen werden in den Foren beantwortet!
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