Frauengesundheit
PMS: Die Qual vor den "Tagen"

Viele Frauen fürchten die "Tage vor den Tagen", weil sie sich dann unwohl fühlen, reizbar und deprimiert sind. Welche Beschwerden typisch für PMS, das Prämenstruelle Syndrom, sind was dagegen hilft - ein Überblick.

  • 32 Kommentare
  •  
  •  

Prämenstruelles Syndrom (PMS) - was ist das eigentlich?

Viele Frauen merken ganz deutlich, wenn wenige Tage vor der Monatsblutung das hormonelle Gleichgewicht aus den Fugen gerät. Sie fühlen sich niedergeschlagen, unruhig, genervt, hinzu kommen körperliche Beschwerden: Der Rücken tut weh, die Brust spannt. Mit der Regel verschwinden auch die Beschwerden. PMS ist nicht gefährlich, aber lästig.

Wer bekommt PMS?

PMS ist ein sehr häufiges Leiden: Beinah jede Frau hat schon einmal erlebt, dass die Tage vor den Tagen ziemlich mühsam waren. Etwa jede Fünfte leidet stärker unter den Beschwerden. In der Schwangerschaft und nach den Wechseljahren tritt PMS nicht auf. Psychosomatisch orientierte Frauenärzte sehen einen Zusammenhang zwischen PMS und Stress: Besonders berufstätige Frauen sind demzufolge betroffen, ebenso wie jene, die Angst vor starken Regelschmerzen haben. Auch salz- und fettreiche Ernährung kann die Beschwerden verstärken.

Welche Beschwerden sollten mich aufhorchen lassen?

Jede Frau erlebt die Tage vor den Tagen anders, daher werden dutzende Symptome für PMS genannt. Typische Anzeichen sind miese Laune und unerklärliche Traurigkeit. Zudem lagert der Körper besonders viel Wasser ein, dadurch steigt das Gewicht; Gesicht, Hände, Füße und Beine können anschwellen. Auch schmerzende Brüste und Verdauungsprobleme treten häufig auf.

Wie stellt der Arzt fest, ob ich betroffen bin?

Gewöhnlich genügt ein Gespräch mit dem Frauenarzt, um PMS zu erkennen.

Wie kann man PMS behandeln?

Gegen die Symptome von PMS gibt es eine Vielzahl schulmedizinischer Behandlungsmethoden: So helfen etwa Schmerzmittel gegen Rücken- oder Brustschmerzen, Diuretika wirken entwässernd. Die Ursache des Problems beheben sie jedoch nicht.

Eine Hormonbehandlung kann helfen, den Hormonhaushalt auszugleichen. Manchmal genügt es schon, die Anti-Baby-Pille zu nehmen. Die Alternativen sind ein Progesteron-Gel oder ein Gestagenpräparat in der zweiten Zyklushälfte. Sie helfen vor allem bei Brustspannen und Wassereinlagerungen in den Beinen. Bei sehr starken Depressionen vor der Menstruation sollte man über eine Behandlung mit Antidepressiva nachdenken.

Gibt es auch sanfte Heilmethoden?

Medikamente aus Mönchspfeffer regulieren das Verhältnis der weiblichen Hormone Östrogen und Gestagen und wirken so gegen Schmerzen in der Brust. Die volle Wirkung wird aber erst nach einigen Wochen spürbar. Die Präparate sind rezeptfrei, können aber auch verordnet werden. Gegen Stimmungsschwankungen helfen Präparate mit Johanniskraut, bei Schlafstörungen und innerer Unruhe haben sich Baldrian und Melisse bewährt.

Die Homöopathie kennt verschiedene Mittel gegen PMS. Etwa Calcium carbonicum gegen Wassereinlagerungen oder Natrium muriaticum bei Gereiztheit.

An schlechten Tagen tut außerdem ein Vollbad mit entspannendem Lavendelöl wohl und danach ein Gewürztee zum Relaxen: einen Teelöffel Schwarztee mit je einer Messerspitze Ingwerpulver, Kardamom und Nelkenpulver eine Viertelstunde lang in einem Viertelliter Wasser kochen. Durch ein Sieb gießen, Honig und Milch dazu.

Gut sind auch Yoga-Übungen, zum Beispiel das "zusammengerollte Blatt": Auf die Fersen setzen, den Oberkörper langsam nach vorn sinken lassen, bis die Stirn den Boden berührt. Dabei die Arme mit den Handflächen nach oben langsam nach hinten gleiten lassen. Die Brust liegt auf den Oberschenkeln. In dieser Haltung bleiben, solange sich das gut anfühlt. Auch Tai-Chi, Pilates oder Autogenes Training können Frauen helfen, wieder in Balance zu kommen. Nachweislich geeignet zur Linderung von PMS-Beschwerden ist außerdem Akupunktur.

Wie kann ich mich schützen?

Wer ordentlich zulangt bei Obst oder Salaten und viel Reis und Gemüse isst, spült überschüssiges Wasser aus dem Körper. Salz hat genau den umgekehrten Effekt, deshalb sparsam verwenden. Auch Zucker sollte man vor der Regel nur in Maßen essen.

Gegen Verdauungsprobleme sollte man vorsorglich täglich zwei bis drei Liter stilles Wasser oder Kräutertee trinken. Vitamin-B6-Präparate stabilisieren die Nerven. Und das Wichtigste: Lassen Sie es an den Tagen vor der Regel etwas ruhiger angehen.

Was hilft Ihnen bei PMS? Schreiben Sie uns Ihre Tipps - in den Kommentaren!

  • Text: Angelika Unger
  • 32 Kommentare
  •  
  •  
Sie interessieren sich für unsere Themen? Kostenlosen Newsletter bestellen

BRIGITTE im Abo

Jetzt bis zu 30% sparen
und Geschenk sichern