Ergonomie
So sitzen Sie richtig im Büro

Wir sitzen bis zu 14 Stunden am Tag - um so wichtiger ist es, dass wir gerade im Büro richtig sitzen. Tipps und die besten ergonomischen Möbel.

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Eine Stunde im Auto auf dem Weg zur Arbeit, acht im Büro, ein bis zwei beim Essen, zwei im Internet und zwei vor dem Fernseher. Macht 14 Stunden im Sitzen. Klingt ungesund? Das ist bei uns aber der durchschnittliche Tagesablauf eines Erwachsenen. Und alle Experten gehen davon aus, dass wir künftig noch mehr Zeit in dieser unnatürlichen Körperstarre verbringen: Die Arbeit am Computer nimmt zu, und auch in der Freizeit sind wir gern im Internet: Menschen zwischen 30 und 50 surfen über zwei Stunden pro Tag bewegungslos durchs Netz.

Was das viele Sitzen mit unserem Körper macht, damit beschäftigt sich zunehmend auch die Medizin. Und die neuesten Forschungsergebnisse sind erschreckend: Aktuelle Studien aus Australien und Großbritannien zeigen etwa, dass das allgemeine Sterblichkeitsrisiko in dem Maße steigt, wie Menschen ihre Freizeit im Sitzen vor dem Fernseher verbringen. Das gilt nicht nur für übergewichtige Couch-Potatoes: Jede Stunde mehr, die wir in unserem Leben Tag für Tag vor dem TV hocken, erhöht das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Alzheimer, Krebs und Diabetes um über zehn Prozent.

Also nach acht Stunden im Büro erst mal eine Stunde joggen? Das hilft nur bedingt, sagt ein Forscher-Team vom Stockholmer Karolinska-Institut. Viel wichtiger, so die Auswertung verschiedener Studien, seien regelmäßige kurze Bewegungseinheiten mindestens etwa alle 45 Minuten: Und sei es nur der Gang zum Drucker oder zum Kaffeeautomaten. Denn Sitzen schädigt uns auf vielfältige Weise.

Problemzone Körpergewicht

Die Forscher vermuten, dass das Enzym Lipoproteinlipase (LPL), das am Fettabbau beteiligt ist, hier eine wichtige Rolle spielt: Tierversuche haben gezeigt, dass das Enzym bei Ratten mit geringer Muskeltätigkeit weniger aktiv ist als bei Tieren, die herumlaufen durften. Sprich: Wer sich zu wenig bewegt, hat nicht nur wegen des geringeren Kalorienverbrauchs ein Problem, sondern auch, weil zu wenig Fett abgebaut wird.

Problemzone Stoffwechsel

In einem Körper, der ständig ruhiggestellt ist, leiden praktisch alle vitalen Funktionen: die Verdauung, die Sauerstoffaufnahme durch Atmung, die Durchblutung, Immunsystem und Konzentrationsfähigkeit.

Problemzone Bandscheiben

Die kleinen Knorpelscheiben zwischen unseren Wirbeln sind einfach nicht dafür gemacht, jahrzehntelang still Druck auszuhalten, ohne bewegt zu werden. Besonders schnell kommt es zum Verschleiß, wenn Muskeln und Bänder nicht ausreichend trainiert sind, um die Haltearbeit im Rücken zu übernehmen, und wenn die Knorpelscheiben aufgrund mangelnder körperlicher Aktivität nicht genügend durchblutet sind. In der Folge treten die sehr schmerzhaften Bandscheibenvorfälle auf.

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  • Text; Diana Helfrich, Irene Strathenwerth
    Ein Artikel aus BRIGITTE
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