Mein Alltag? Nennen wir ihn einfach "stressig"; als Selbständige lebt es sich mehr wechselhaft als frei. Meist habe ich morgens schon eine Stunde am Schreibtisch gesessen, ehe meine 18-jährige Tochter Charlie aufsteht. Mein Büro ist Teil unserer Wohnung, zwei Türklinken dienen als Funktionsschalter zwischen Beruf und Privatleben.
Gerade arbeite ich an einem größeren Auftrag: 100 Manuskriptseiten, zehn Tage Zeit - vor mir türmt sich eine knackige 70-Stunden-Woche. Ohne ein Sortiment legaler Wachmacher funktioniert das nicht: morgens Milchkaffee, nachmittags grüner Tee, abends "Red Bull" und dunkle Schokolade. Wenn gar nichts mehr geht, reibe ich mir das Gesicht mit einem Eiswürfel ab, das schindet noch eine letzte halbe Stunde aus der Nacht heraus. Anderntags kommt verlässlich die Quittung. Spätestens nachmittags zerfasert alle Konzentration wie die Fransen eines alten Teppichs. Doch einen Auftrag mal sausen lassen, zumindest einen realistischen Abgabetermin verhandeln - daran wage ich gar nicht zu denken. Immerhin muss ich allein für meine Tochter und mich sorgen. Da spare ich lieber an meiner Freizeit. Die ist in solchen Phasen natürlich reine Utopie - mit Ausnahme des Power-Yoga-Kurses am Dienstag, der bleibt unantastbar. Nahezu entspannt schlendere ich anschließend nach Hause, wo Charlie mit einer "Gossip Girl"-DVD auf mich wartet. Zusammengekuschelt sitzen wir dann auf dem Sofa und essen Pizza. Meist schlafe ich nach einer halben Stunde ein.
Das ist natürlich alles Wahnsinn. Sowohl der extreme Druck als auch mein Kniefall vor den immer zu knappen Fristen meiner Auftraggeber. Trotzdem: In zehn Tagen muss ich liefern. Da käme diese Leistungspille, von der alle Welt spricht, gerade recht. Ritalin. Das Medikament verhilft Kindern mit AD(H)S (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts- Syndrom) zu mehr Struktur und Ruhe. Gesunde macht es angeblich für lange Zeit total konzentriert.












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am um
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Zappelphillippa
am 22.02.13 um 15:16
Liebe Livi, es ist nicht nur wichtig, was gesagt wird, sondern manchmal auch ungeheuer wichtig, was nicht gesagt wird. Die Krux ist, durch Halbwissen werden die, die Ritalin brauchen in einen Topf geworfen mit denen, die es missbrauchen. Die fehlenden Informationen implizieren, dass ADHSBetroffene eine Sondergenehmigung hätten zum Aufputschen. Dass sie sich damit gar nicht Aufputschen, will scheinbar gar nicht verstanden werden von einer breiten Masse. Die Scheuklappen abzunehmen ist zugegebenermaßen sehr schwierig, weil es angeblich noch kein Betroffener geschafft hat, einem Nichtbetroffenen zu erklären wie es ihm geht - wie auch. Da wäre wenigstens etwas Akzeptanz ganz schick, dass man nicht nachvollziehen kann, wie es Betroffenen geht - was allerdings zwangsläufig auch dazu führt, dass eigene Unwissen akzeptieren zu müssen. Dass also auch die Stigmatisierung nicht kapiert wird, kann ich nachvollziehen.
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Zappelphillippa
am 22.02.13 um 15:00
Der Zweck heiligt die Mittel mitnichten! Leserfazit: hilft nicht unbedingt immer, aber probieren kann man's ja mal. Placebo-Effekt hat nachgewiesenermaßen keinen Einfluß auf Betroffene, die Genetik-Erklärung ist so schwammig, dass sie einem Laien rein gar nichts sagt. Mir fehlt: - Aufklärung, dass es bei Betroffenen paradox wirkt, - Einsicht, dass es bei Betroffenen leistungssteigernd wirkt WEIL DER STÄNDIG DURCHDREHENDE MOTOR GEDROSSELT WIRD, - Akzeptanz, dass Nichtbetroffene in keinster Weise nachvollziehen könnne, wie es jemandem geht, dem ständig gefühlte 8 Arme zu viel im Weg sind, sowie ein Gehirn, dass fähig ist, in sämtliche Richtungen gleichzeitig zu denken. Dieser Artikel schadet - auch durch die Illegalität - Betroffenen mehr, als er Nichtbetroffen nutzt und heizt Vorurteile und Unwissn nur an. Die Autorin hätte bei Betroffenen recherchieren sollen. Dann hätte sie wissen können, dass wir ohne Ritalin jede Nuance von ihren vermissten Grautönen wahrnehmen, und z
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Simone
am 08.02.13 um 11:03
Wer bitte hat das MPH zum Selbstversuch verschrieben??? Diesem Arzt gehört die Approbation entzogen. Nur nach genauer, langer Diagnostik kann und darf dieses Medikament Erwachsenen verschrieben werden. Sollte das Medikament nicht vom Arzt verschrieben worden sein, sondern von einem ADHS-Betroffenen weitergegeben worden sein, macht auch der sich strafbar - es handelt sich hier um ein BTM!
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Heike
am 08.02.13 um 07:35
Livi, schade der Gast hat es bemerkt, den hier ging es leider nicht nur um Meidikamentenmissbrauch. Wobei ich der Meinung bin, dem Arzt sollte man seine Approbation entziehen, das es sich um Medikamente handelt die nur verschrieben werden dürfen wenn eine genaue Diagnose vorliegt. Aber es wurde ja schon die These vertreten ob es da überhaupt einen Arzt gab der dies getan hat. Aber wenn man genau liest, merkt man es ist schlecht recherchiert und vor allem kleine Bemerkungen wie schon von anderen erwähnt das erst die Medi kam dann die Erkrankung. Aber wenn selbst solche Zeitschriften wie der Spiegel nimmer genau darauf schauen was Ihre Reporter so schreiben, was soll man dann bei Brigitte erwarten. Ich erwarte nun nichts mehr sinnvolles und gescheites, ehrlich das ist egal, welche Zeitschrift auch immer. Daher auch ein Dankeschön an den/die Gast/dame für die ehrliche Meinung. Eure Heike
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Gast
am 07.02.13 um 11:54
Liebes Brigitte-Team,
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Brigitte.de-Team
am 07.02.13 um 11:15
Lieber Gast,
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Gast
am 07.02.13 um 01:55
Wieso werden längere Kommentare nicht vollständig angezeigt? Eine Zeilenbegrenzung gab es nicht, allerdings wird bei den längeren Kommentaren ein erheblicher Teil an Text verschluckt....
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Gast
am 07.02.13 um 01:51
Die vorigen Kommentare sind teils recht hart. Dem kann ich mich nur bedingt anschließen, denn die Grundaussage ist, dass solche "Hirndoping"-versuche nichts nutzen und man statt dessen besser auf Work-life-Balance achten sollte. Das finde ich nützlich und angebracht.
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Livi
am 03.02.13 um 19:51
Eigentlich wollte ich nur kurz schreiben: guter Artikel, danke! Nach dem Lesen der anderen Kommentare allerdings, bleib mir zunächst einmal die Spuke weg! So viel harte Kritik! Hab ich den Artikel etwa komplett mißverstanden? Ich las ihn erneut durch, Zeile für Zeile. Und danach wieder alle Kommentare. Und ich bin nun sogar noch mehr schockiert, wie sehr die Kommentare etwas angreifen, was im Artikel gar nicht drin steht!
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Sandra B.
am 24.01.13 um 12:52
Der Beitrag ist widerlich, Journalismus auf unterstem Niveau und eine weitere Stigmatisierung von Ritalin und somit auch von ADHS-Betroffenen. Nicht nur die Qualität des Inhalts, auch der Tonfall ist unerträglich. Ich danke Heike für ihren Kommentar und kann ihr nur beipflichten.
mehr (26)Unglaublich. Unterste Schublade.
1. Befindet sich auf meinem Bildschirm die Anzeige der zur Verfügung stehenden Zeichen links unter dem Kommentarfeld.
2. Verändert sich diese Anzeige nicht, sondern bleibt konstant bei "noch 1000 Zeichen übrig!"
3. Ist es üblicherweise so, dass nicht mehr in das Textfeld geschrieben werden kann, wenn die maximal Anzahl an Zeichen erreicht ist. Dann wird der Nutzer das schon mitkriegen, dass er für mehr Text einen weiteren Kommentar nutzen muss.
4. Ist das jedoch nicht eingetroffen. Ich habe geschrieben und das Textfeld hat es zugelassen. Da darf ich davon ausgehen, dass die maximale Anzahl an Zeichen noch nicht erreicht ist. Da sowohl mein Kommentar als auch andere Kommentare mitten im Text einfach aufhören (was sehr schade um den verloren gegangenen Inhalt ist), ist wohl die Kommentierfunktion fehlerhaft.
Mit freundlichen Grüßen
Gast
rechts unter dem Kommentarfeld sehen Sie fortlaufend die Anzahl der Zeichen, die Sie noch zur Verfügung haben. Sollten Ihnen diese nicht ausreichen, können Sie Ihren Text gerne in einem weiteren Kommentarfeld fortsetzen.
Beste Grüße,
Ihr BRIGITTE.de-Team
ABER wenn Begriffe wie Placeboeffekt genutzt werden, dann sollte ein guter Artikel auch deutlich machen, dass dies lediglich bei nicht von ADHS betroffenen gilt. Die hier gewählte Darstellung klingt sehr verallgemeinernd und suggeriert, dass auch bei von ADHS betroffenen die Wirksamkeit lediglich auf Placeboeffekte zurückzuführen ist. Erst recht in Kombination mit der zuvor gewählten, haarsträubenden Darstellung. Zitat: "(...)Nach und nach entstand das Krankheitsbild AD(H)S: der Beginn des bis heute kontrovers diskutierten Siegeszugs von Ritalin." Wie bitte? Ein Substanz wurde erfunden und im Anschluss nach und nach die passende Störung entwickelt? Da erkundigen Sie sich künftig bitte besser, bevor Sie solchen U
In keinem einzigen Satz steht zu lesen, ADHS-Patienten sollen kein Ritalin einnehmen. Im ganzen Artikel geht es nur um eine Sache nämlich um Medikamentenmißbrauch und Medikamentenzweckentfremdung durch gesunde Personen, mit dem Ziel, sich aufzuputschen. Dieses Phänomen existiert nun mal leider. Und es ist wichtig, dass es thematisiert wird. Aufklärung ist wichtig!
Ich verstehe überhaupt nicht, wie man diesen Artikel so krass mißverstehen kann und wie man behaupten kann, dahinter stünde keine Recherche! Interviews mit Experten (Prof. Lieb) zählen wohl ni