Kein Spaß beim Sex?

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Anders als bei Viagra für Frauen, das ebenfalls auf die Durchblutung abzielt, gibt es zu diesen Mitteln aber kaum Untersuchungen. Deshalb ist nicht klar, was sie wirklich bringen und ob sie womöglich schaden können. Unter Experten sind all diese Methoden darum heftig umstritten, viele sehen darin reine Geschäftemacherei. Akzeptabel sind sie am ehesten für Frauen, die wirklich gravierende Durchblutungsprobleme haben, zum Beispiel nach einer Bestrahlung oder Operation des Unterleibs. Übrigens: Wer etwas für die Durchblutung der Geschlechtsorgane tun will, sollte vor allem nicht rauchen.

"Da ist so ein Druck im Becken"
Das kann einen ganz schön irritieren: ein komisches Gefühl beim Sex, tief im Becken. Dann wird auf jeden Fall ein Arztbesuch fällig. Denn hinter solchen Empfindungen verbirgt sich manchmal eine Gewebswucherung - meist gut-, manchmal aber auch bösartig. In Frage kommen zum Beispiel Myome (gutartige Tumore der Gebärmuttermuskulatur), Eierstockzysten, Endometriose (Wucherungen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter), Verwachsungen oder Darmtumore. Eine Tastuntersuchung, ergänzt durch Ultraschall und eventuell eine Bauchspiegelung, bringt hier Klarheit.

"Seit kurzem habe ich das Gefühl, viel zu eng zu sein"
Dass eine gesunde erwachsene Frau zu eng gebaut ist, das gibt es praktisch nicht. Trotzdem kann Sex rein körperlich unmöglich sein. Häufig steckt dahinter ein Vaginismus, das ist eine unwillkürliche Verkrampfung der Muskeln am Scheideneingang. Die Ursachen dafür sind sehr verschieden, oft hat der Sex irgendwann einmal weh getan, und daraus hat sich Angst und Abwehr entwickelt. Bei manchen Frauen ist die Verkrampfung so extrem, dass sie auch keine Tampons benutzen können. Hier kann es helfen, wenn sich Betroffene in aller Ruhe mit ihrem Körper beschäftigen und entweder mit dem Finger oder mit dazu gedachten abgerundeten Stäben (von der Frauenärztin) ein Gefühl für die Weite der Scheide entwickeln. Das ist keine Dehnungsbehandlung, denn die Scheide ist ja nicht zu eng, sondern eher eine Methode, den eigenen Körper kennen zu lernen. Ebenfalls gut: ein Beckenbodentraining mit Anspannen und Loslassen der Muskulatur im Wechsel (so genannte Kegelübungen) und Entspannungsübungen wie autogenes Training. Begleitend kann eine Psychotherapie sinnvoll sein.

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  • Foto: Zefa
    Text: Regina Kramer, Dr. Sabine Thor-Wiedemann