Neue Therapien bei Krebs

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Lungenkrebs: Bessere Chancen durch Früherkennung

Lungenkrebs ist bei Frauen heute fast doppelt so häufig wie vor 20 Jahren. Besonders stark betroffen von diesem Anstieg sind jüngere Frauen, weil viele schon als Teenager geraucht haben. Selten wird Lungenkrebs im Frühstadium entdeckt. Fünf Jahre nach der Diagnose leben deshalb im Schnitt nur noch rund 18 Prozent der Patientinnen. Dass eine effektive Früherkennung möglich wäre, hat aber gerade eine US-Studie gezeigt. Hier wurden über 50.000 starke Raucher jährlich geröntgt: entweder mit einer herkömmlichen Aufnahme oder einem CT (Computertomogramm).

Mit Hilfe des CT wurde häufiger Lungenkrebs entdeckt - und noch wichtiger: Etliche Tumore wurden so früh gefunden, dass acht Jahre später 20 Prozent weniger Studienteilnehmer gestorben waren als in der Röntgengruppe. Normales Röntgen ist als Früherkennungsmethode also nicht geeignet, das hat gerade wieder eine andere große Studie der University of Minnesota bestätigt. CT-Untersuchungen der Lunge gehören bei uns jedoch - genauso wie normales Röntgen - nicht zum Früherkennungsprogramm.

Wer lange und stark geraucht hat und sich deshalb Sorgen macht, sollte sich vom Arzt individuell beraten lassen. Zwar sind die Heilungschancen bei Lungenkrebs insgesamt nach wie vor schlecht. Doch zumindest wenn die Krebszellen bestimmte genetische Veränderungen haben, wirken einige neue Mittel. Erlotinib und Gefitinib zum Beispiel schlagen bei Frauen sogar besser an als bei Männern. In einer japanischen Studie lebten Frauen mit weit fortgeschrittenem Lungenkrebs, bei denen andere Therapien nicht mehr wirkten, nach einer Gefitinib-Behandlung im Schnitt noch 22 Monate, Männer nur 12 Monate. Und in den USA wurde gerade Crizotinib zur Behandlung von Lungenkarzinomen mit ganz bestimmten genetischen Veränderungen zugelassen - etwa jeder 20. hat diese so genannten ALK-positiven Tumore. Damit leben zwei Jahre nach der Therapie noch zwei Drittel der Patienten, ohne die neue Substanz nur ein Drittel.

Die Zulassung des neuen Wirkstoffs in Europa steht bevor. Das Problem dabei: Nicht nur gegen Lungenkrebs kommen immer neue Wirkstoffe auf den Markt, die nur bei bestimmten genetischen Veränderungen wirken. Doch die Tests, mit denen diese Veränderungen vor der Therapie festgestellt werden, können oft nur in wenigen Speziallabors gemacht werden und sind extrem teuer. Deshalb wird jetzt darüber nachgedacht, solche neuen Medikamente nur noch zuzulassen, wenn der Hersteller einen alltagstauglichen Test gleich mitliefert.

Gebärmutterhalskrebs: Schonende OP-Methode

Bei Krebs am Gebärmutterhals (Zervixkarzinom) wurde bisher sehr radikal operiert. Die Gebärmutter, ein Teil der Scheide, die Lymphknoten und sehr viel Gewebe im Becken wurden entfernt - und leider unter anderem auch Nerven durchtrennt. Die belastenden Folgen: Rund die Hälfte der Operierten bekommen Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang, jede Dritte büßt ihre sexuelle Empfindsamkeit ein.

Viel schonender ist dagegen eine neue OP-Methode, Kompartment-Resektion bzw. TMMR genannt. Das Revolutionäre daran: Es wird nur Gewebe entfernt, das aufgrund der Organentwicklung in der Embryonalzeit funktionell zusammengehört - denn nur innerhalb dieser Einheiten breitet sich der Krebs vorzugsweise aus. Schwere Nebenwirkungen werden so um ein Drittel gesenkt, ohne dass die Tumorentfernung weniger gründlich ist. In etlichen Kliniken wird der Eingriff schon angeboten.

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  • Text: Sabine Thor-Wiedemann, Stefanie Hentschel (Bestseller, Filme, Fernsehserien)
    Foto: Chris Gramly/istockphoto.com
    BRIGITTE Heft 09/2012
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