Gesundheits-Wissen
Unnötige Therapien: Das können Sie sich (er)sparen!

Die Krankenkassen schlagen Alarm: Die individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) kosten die Patienten extra Geld und bringen oft nichts. Welche Therapien sind wirklich nötig, welche nicht?

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Die sogenannten IGeL-Leistungen ("Individuelle Gesundheits-Leitsungen"), die Patienten von Ärzten angeboten werden, sind manchmal nicht nur unnötig, sondern mitunter sogar gesundheitsgefährdend. Zu diesem Schluss kommt zumindet der Medizinische Dienst der Krankenkassen: Von 30 untersuchten IGeL-Leistungen wurden zwölf als schädlich oder zumindest tendenziell schädlich eingestuft. Darunter zum Beispiel die Eierstockkrebs-Vorsorge per Ultraschall und die Augeninnendruck-Messung. Zwar sind nicht unbedingt die Untersuchungen selbst gefährlich, aber gegebenenfalls ihre Konsequenzen, etwa ein falscher Befund. Welche Selbstzahler-Leistungen kritisch beurteilt wurden, erfährt man auf der Website igel-monitor.de.

Aber auch Operationen an Knie oder Bandscheibe können unnötige Therapien sein. Nämlich dann, wenn die Risiken einer bakteriellen Infektion oder von Lähmungserscheinungen höher sind als ein möglicher Erfolg. Oder wenn etwa eine konventionelle Behandlung den gleichen Heilungseffekt haben würde. Wir stellen Ihnen sieben Therapiemethoden vor, die unter Umständen fragwürdig sind.

Kniegelenksspiegelung

Wann wird sie eingesetzt? Unter anderem zur "Reinigung" des Kniegelenks

Wann ist sie überflüssig? Sehr häufig

Wenn das Kniegelenk plötzlich total blockiert oder wenn Knochenstücke im Gelenk abbrechen, kann ein Eingriff sinnvoll sein. Doch den meisten Knie-Patienten wird deutlich mehr mit Schmerztherapie und Krankengymnastik geholfen.

In Deutschland ist rund die Hälfte aller Eingriffe am Kniegelenk überflüssig, schätzt Professor Hans Pässler von der Atos-Klinik in Heidelberg, einer der bekanntesten Kniechirurgen Deutschlands. Das betrifft vor allem die Kniegelenksspiegelung, bei der Knorpel geglättet und lose Partikel aus dem Gelenk gespült werden.

"Wenn ich um eine Zweitmeinung zu einer 'Reinigung' des Gelenks gebeten werde, rate ich in 70 bis 80 Prozent der Fälle ab", so Professor Pässler. Schließlich birgt der operative Eingriff auch Risiken wie Infektion oder Gelenkversteifung.

In einer jüngst veröffentlichten Fachempfehlung für amerikanische Allgemeinmediziner heißt es deshalb zur "Kniekosmetik": Just say no! Das hat jetzt auch den "Gemeinsamen Bundesausschuss" der Ärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen aktiv werden lassen: Aktuell wird in Stichproben geprüft, ob die Spiegelungen notwendig waren.

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  • Text: Dr. Sabine Thor-Wiedemann
    Foto: Fotolia
    Ein Artikel aus BRIGITTE
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