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Pille absetzen - die wichtigsten Fakten

Die Pille absetzen - das bringt hormonelle Veränderungen mit sich, an die sich der Körper erstmal gewöhnen muss. Die Fakten im Überblick.

Was passiert in meinem Körper, wenn ich die Pille absetze?

Eine Frau, die die Pille nimmt, setzt ihren natürlichen Zyklus außer Kraft: Die Hormone der Pille unterbinden den Eisprung, verdicken den Schleim am Gebärmutterhals, so dass Spermien nicht eindringen können, und verhindern, dass sich ein Ei in der Gebärmutter einnistet. In der Einnahmepause fällt der Hormonspiegel plötzlich - die Folge: Die Blutung setzt ein.

Wird die Pille abgesetzt, stellt der Körper den natürlichen Zyklus wieder her. Dieser wird bestimmt vom natürlichen Auf und Ab der Hormone Östrogen und Progesteron. Im Eierstock wachsen Eibläschen heran, gleichzeitig baut sich die Gebärmutterschleimhaut auf. Nach etwa 14 Tagen platzt ein Eibläschen (Eisprung) und gibt eine Eizelle frei, die zur Gebärmutter wandert. Wird das Ei nicht befruchtet, löst sich die oberste Schicht der Schleimhaut ab - es kommt zur Monatsblutung.

Mit welchen Folgen muss ich rechnen, wenn ich die Pille absetze?

Die Pille verhindert nicht nur eine unerwünschte Schwangerschaft. Ihre Hormone wirken auch auf die Haut, die Figur und nicht zuletzt die Seele. Wer die Pille absetzt, mutet seinem Körper Veränderungen zu, an die er sich erst mal gewöhnen muss.

Haarausfall ist eine mögliche Folge, die viele Frauen fürchten. Zum Glück erledigt sich das Problem gewöhnlich, wenn sich der Hormonhaushalt wieder eingependelt hat.

Unumgänglich hingegen: Ohne Pille wird der Zyklus unregelmäßiger, die Blutungen werden stärker und oft auch schmerzhafter. Viele Frauen stellen außerdem fest, dass sie vor und während ihrer Periode mehr Probleme mit der Haut haben als mit Pille. Und bei manchen schlägt sich das natürliche Auf und Ab der Hormone auf die Stimmung nieder: Sie fühlen sich öfter niedergeschlagen, reizbar oder unruhig.

Stärkere Blutungen, unregelmäßiger Zyklus, kein sorgloser Sex an den fruchtbaren Tagen: Ohne Pille sind Frauen gezwungen, sich mit der eigenen Fruchtbarkeit auseinanderzusetzen - etwa wenn sie sich beim Eisprung besonders zu ihrem Partner hingezogen fühlen. Doch viele empfinden genau das als positiv: Weil sie ihren Körper besser kennen lernen, mehr in sich hineinhorchen und sorgsamer mit sich umgehen.

Wann kann ich die Pille absetzen?

Die Pille kann man im Prinzip jederzeit absetzen - ein Gespräch mit dem Frauenarzt ist nicht nötig. Sinnvoll ist jedoch, die Monatspackung aufzubrauchen, da beim Absetzen eine Abbruchblutung einsetzt.

Manche Frauen bekommen die Pille nicht nur als Verhütungsmittel verschrieben, sondern auch aus anderen medizinischen Gründen, etwa bei Eierstockzysten oder starken Menstruationsbeschwerden. Sie sollten mit dem Arzt Rücksprache halten, ehe sie die Pille absetzen.

Wie lange dauert es, bis sich mein Körper daran gewöhnt hat, dass ich die Pille nicht mehr nehme?

Meist dauert es einige Zeit, bis sich der natürliche Zyklus wieder eingependelt hat. Bei vielen Frauen kommt es zu Zwischenblutungen. Sorgen muss man sich deswegen nicht machen - auch dann nicht, wenn die Regel mal einen Monat ganz ausbleibt.

Kinderwunsch: Wie lange dauert es, bis ich schwanger werden kann, wenn ich die Pille absetze?

Wer die Antibabypille absetzt, kann theoretisch sofort schwanger werden. Schließlich kann das sogar passieren, wenn man die Pille mal vergisst - der Schutz der Pille wirkt eben nicht nach.

Bei manchen Frauen dauert es etwas länger, bis der Zyklus sich wieder reguliert und es zum Eisprung und ggf. einer Schwangerschaft kommt. Statistisch gesehen unterscheidet sich aber die Schwangerschaftsrate von Frauen, die vorher mit einer Pille verhüteten, nach einem Jahr nicht mehr von der bei Frauen ohne vorherige Pillen-Einnahme. Einem Baby steht also nichts mehr im Wege.

Ich leide unter Nebenwirkungen der Pille. Wie schnell verschwinden sie, wenn ich die Antibabypille absetze?

Nicht alle Frauen vertragen die Pille gut. Manche reagieren mit folgenden Nebenwirkungen auf die enthaltenen Hormone: Übelkeit, Kopfschmerzen und Wassereinlagerungen. Auch Depressionen oder geringeres Interesse an Sex gehören zu den bekannten Nebenwirkungen der Pille.

Nach Absetzen der Pille verschwinden diese Beschwerden im Allgemeinen schnell - ebenso wie die empfängnisverhütende Wirkung der Pille sind auch die Nebenwirkungen zeitlich eng begrenzt. Hoffen können auch Frauen, die während ihrer Periode - also in der Pillenpause - unter Migräne leiden: Ihnen geht es ohne Pille oft besser.

Ich nehme Medikamente, die die Wirkung der Pille stören. Soll ich eine Pillenpause machen?

Antibiotika können die Wirkung der Pille beeinträchtigen. Auch Krankheiten, etwa starker Durchfall, können dazu führen, dass der Schutz nicht wirksam ist. Eine Pillenpause ist in solchen Fällen trotzdem nicht sinnvoll - die Pille kurzfristig abzusetzen, womöglich mitten im Zyklus, bringt den Körper durcheinander. Nicht vergessen: Auch wenn man die Pille weiterhin nimmt, sind zusätzliche Verhütungsmittel nötig!

Ich weiß, dass ich in nächster Zeit keinen Sex haben werde. Soll ich die Pille absetzen?

Das lohnt sich nur für Frauen, die mindestens ein halbes Jahr keinen Sex haben - immerhin muss der Körper eine hormonelle Umstellung verkraften, und dafür braucht er Zeit.

Nach einer Trennung weg mit der Pille, lohnt sich das? Diese Frage stellen sich viele Frauen - schließlich findet sich ein neuer Sexpartner manchmal schneller als gedacht. Dennoch: Die Pille schützt zwar vor Schwangerschaft, nicht aber vor Aids, Hepatitis und Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien. Bei wechselnden Sexpartnern sollte man sich daher ohnehin nicht auf die schützende Wirkung der Pille verlassen. Und auch in einer neuen Beziehung sollte man lieber nicht auf die Pille vertrauen, sondern mit Kondomen verhüten.

Ich habe die Pille abgesetzt. Kann ich nun einfach wieder anfangen, sie zu nehmen?

Wer die Pille gut vertragen und abgesetzt hat, kann ohne Rücksprache mit dem Frauenarzt wieder mit der Einnahme beginnen: jeweils am ersten Tag des Zyklus.

Anders sieht die Sache aus, wenn man in der Zwischenzeit angefangen hat zu rauchen oder wenn sich gesundheitlich Veränderungen ergeben haben: In solchen Fällen ist ein Gespräch mit dem Arzt sinnvoll.

Fachlich-medizinische Beratung: Prof. Dr. Elisabeth Merkle

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