Vorsorge: Was machen die da eigentlich?

Brust abtasten, Zähne röntgen, Blut checken. Ärzte weisen gern mehr oder weniger dezent auf Vorsorgeuntersuchungen hin - aber welche sind wirklich wichtig?

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Das schlechte Gewissen nagt, zumindest ein bisschen: Eigentlich stünde mal wieder eine Kontrolle beim Frauenarzt an. Und der Brief vom Zahnarzt, mit dem er an die nächste Kontrolluntersuchung erinnert, liegt auch noch in der Schublade.

Schon klar, Vorsorge soll ja wirklich wichtig sein. Deshalb lassen wir uns im Mund herumstochern, Abstriche machen oder Blut abzapfen, zumindest, wenn wir die Termine nicht vergessen. Aber manchmal schleichen sich doch Zweifel ein: Schützt es wirklich vor Brustkrebs, wenn die Frauenärztin einmal im Jahr die Brust abtastet? Oder sinkt das Risiko für Diabetes, wenn der Arzt ein Teststäbchen in die Urinprobe taucht?

Falsche Frage, sagt Prof. Nikolaus Becker, Epidemiologe und Früherkennungsspezialist am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg: "Die Untersuchungen können Krankheiten nicht verhindern, aber sie können sie frühzeitig entdecken. Der richtige Begriff ist also nicht Vorsorge, sondern Früherkennung." Manche Früherkennungs-Untersuchungen liefern tatsächlich eindrucksvolle Ergebnisse: So fahnden Frauenärzte hierzulande seit 1971 nach Gebärmutterhalskrebs, inzwischen erkranken zwei Drittel weniger Frauen an dieser Krankheit.

Bei anderen Methoden fehlen allerdings handfeste wissenschaftliche Beweise dafür, dass sie wirklich etwas nützen. Untersuchungen, die die Krankenkasse nicht übernimmt - sogenannte IGeL-Leistungen - kann man sich deshalb sparen, sagt Früherkennungs-Spezialist Becker: "Die wirklich sinnvollen Untersuchungen bezahlt die Kasse." Für solche Früherkennungs-Untersuchungen ist übrigens keine Praxisgebühr fällig! Wir sagen, welche Untersuchungen für Frauen bis 50 wichtig sind.

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  • Text: Eva Maria Schnurr
    Foto: fotolia