"Are you mom enough" titelt die aktuelle Ausgabe des US-Nachrichtenmagazins "Time" - und zeigt einen dreijährigen Jungen, der an der Brust seiner Mutter nuckelt. In den prüden USA hat das Bild eine hitzige Debatte ausgelöst.
Ein Kind, das morgens vor der Kita nicht wie andere Müsli oder Marmeladenbrot isst, sondern zum Frühstück schnell ein paar Schlucke aus Mamas Brust nimmt: Ist das nun empörend, pornografisch gar - oder doch etwas ganz Natürliches? So sehen es zumindest die Anhänger des so genannten "Attachment Parenting": Sie befürworten eine enge Bindung zwischen Mutter und Kind.
Am Thema Langzeitstillen entzünden sich immer wieder gesellschaftliche Debatten. 2010 sorgte das Buch "Breastfeeding older children" für Aufregung. Seine Botschaft: Kinder sollten so lange gestillt werden, bis sie selbst es nicht mehr wollen. Also: open end. So sehe es die Natur vor und so sei es auch das Beste: Gesundheit, Selbständigkeit und emotionale Entwicklung des Kinder und für weibliches Selbstverständnis und befriedigende Selbstfindung der Mutter.
Das Hohelied der Muttermilch singt auch die Stillberatungs-Organisation La Leche Liga auf ihrer Homepage: "Jede Frau, die ein Baby erwartet und es stillen möchte, entscheidet sich nicht nur für eine bestimmte Form der Ernährung. Sie entscheidet sich zugleich für eine ganz bestimmte Form der gefühlsmäßigen Beziehung zum Kind."
Was gleichzeitig bedeutet: Eine Frau, die nicht stillt, hätte eine "andere" gefühlsmäßige Beziehung zu ihrem Baby. Und zwar wahrscheinlich eher eine schlechtere, sonst würden die "Breast is best"-Vertreter ja nicht so vehement auftreten.
















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am um
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penthe
am 23.05.12 um 21:42
Ach wie arm ist unsere Kultur! Wie kann ein Volk sich nur über so etwas aufregen? Hat hier jemand vielleicht zu viel "Little Britain" gesehen? Kein Kind hängt mit 18 noch an der Mutterbrust. Jedes löst sich irgendwann selbst ab. Ich finde es so schade, dass es Müttern, die länger stillen möchten bzw. deren Kinder das möchten, dies so schwer gemacht wird. Dabei ist das SOWAS von kulturell bedingt. In anderen Kulturen ist ein Weiterstillen absolut normal. Selbst im Koran wird ein Stillen bis zum 2. Geburtstag sogar rechtlich zugestanden. Es wird Zeit, dass der Anblick des Stillens grundsätzlich wieder ins tägliche Leben integriert und nicht als abnorm empfunden wird.
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Minta
am 22.05.12 um 21:55
"Psychologen, Kinderärzte und Gynäkologen halten dagegen: Die lange Abhängigkeit von der mütterlichen Brust behindere die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes."
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Langzeitstillende
am 16.05.12 um 22:01
Entspannt bleiben hat für mich oberste Priorität, auch wenn es nicht immer so einfach ist. Aber anders kommt man bei solchen Themen nicht weiter! Trotzdem gebe ich luzija ein Stück weit recht was das "Politische" angeht. Für mich heißt das aber nicht "kämpfen", sondern dort informieren, wo Informationen GEWÜNSCHT sind, dort von positiven (Langzeit-)Stillerfahrungen erzählen, wo GEFRAGT wird. Und für mich ganz wichtig: Nicht verstecken! Das heißt, nicht zum Stillen in die hinterste Ecke zurück ziehen, nur damit sich die andere Mutter nicht angegriffen fühlt. Einfach entspannt das Kind trinken lassen und freundlich lächeln! Und wenn man in einem netten Gespräch eine zweifelnde Mutter überzeugen konnte, ihr Kind nicht abzustillen, obwohl "man" das von ihr erwartet (schon erlebt), dann ist das für mich Politik im Kleinen. Also: Gerne breite Aufklärung, aber nett und einfühlsam! Ich weiß, ein großer Anspruch, aber doch machbar.
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Mimiii
am 16.05.12 um 20:40
@DieDea:
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Luzija
am 16.05.12 um 20:07
Liebe DieDea, kann frau mir eigentlich noch unpassender antworten wie Du ?!
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DieDea
am 16.05.12 um 17:41
Darüber hinaus bleibt Stillen für mich immer noch Privatsache.
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DieDea
am 16.05.12 um 17:40
@Luzija:
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Luzija
am 16.05.12 um 15:58
Wirklich schön und gut ist es, wenn Mütter aller Überzeugungen diese in Freiheit leben. Dumm wäre es tatsächlich, wenn wir Mütter uns gegeneinander ausspielen lassen. Toleranz für andere Lebensstile und Offenheit für deren Argumente ist dafür Voraussetzung.
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TheQuibbler
am 16.05.12 um 15:17
Danke, Alice, für den treffenden Kommentar. Etwas Ähnliches hätte ich auch schreiben wollen, nun belasse ich es bei einem "Unterschreib ich mal so!".
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Alice
am 16.05.12 um 13:51
Warum fühlen sich Menschen so schnell in die Ecke gedrängt. Ich habe meinen Sohn fast 3 Jahre gestill. ICH.. nicht DU, nicht IHR... es ist mir egal wie es andere handhaben! Als würde man Stillen um anderen ein schlechtes Gewissen zu machen! Es ist das gleiche wenn man Vegetarier ist, die Menschen fühlen sich dadurch sofort in die Ecke gedrängt, verteidigen sich oder werden agressiv. Warum?
mehr (20)Ach ja... das sagt übrigens eine, die selten (bei 3 Kids) länger als ein halbes Jahr gestillt hat. Der Grund: Ich persönlich hatte extrem viel Milch und bin ständig "ausgelaufen". Und das hat einfach genervt. Und meine Kinder hatten sowieso lieber feste Nahrung. Aber geliebt hab ich das Stillen. Immer.
Scheinen ja wieder hauptsächlich nicht stillende Männer zu sein, die hier den Durchblick haben. :-) total absurd.
Die Flaschenmilch Industrie hat an mir noch keinen Cent verdient. Und meine drei sind sehr passable Persönlichkeiten. Ich habe immer viel gearbeitet und durch das Länge stillen die Bindung wunderbar gestärkt. Aber jeder wie er will.
Das würd ich jetzt mal so unterschreiben! ;-)
"Das Private ist politisch." Kann man diesen Satz eigentlich noch unpassender anbringen? Du forderst allen Ernstes, dass sich der Staat in die Entscheidung für das Stillen oder dessen Durchführung von Müttern einmischen soll? Gleichzeitig stellst du Mütter, die sich das Recht herausnehmen, das Stillen (oder Nicht-Stillen) als ihre Privatsache zu deklarieren, auf eine Stufe mit dem Patriarchen, der keine Einmischung in seine familiäre Privatsphäre wünscht.
Es ist doch ein himmelweiter Unterschied zwischen der Forderung an Staat oder Wirtschaft, den Frauen das Stillen in jeder Lebenslage zu ermöglichen und der Forderung, anderen Frauen, deren (Still)Leidensgeschichte man gar nicht kennt, zum x-ten Mal das Hohelied des Stillens reinzudrücken! Mein Wunsch war nur, dass ein bisschen Rücksicht genommen wird auf anderer Leute Gefühle, und nicht, dass man eine Kollegin, der das Stillen auf Arbeit untersagt wurde, nicht unterstützt! Darüber hinaus bleibt Stillen für mic
Andererseits kann nicht jede junge Mutter stillen, nur weil sie das persönlich gerne will. Zum Beispiel wird die Mittagspause arbeitenden Müttern immer noch nicht überall fürs Stillen ihres Babies gegönnt. Das ist dann KEINE private Entscheidung mehr. Es wäre nett, wenn an dieser Front z.B. alle Frauen firmenintern Partei ergreifen würden.
Ich selbst bin aus dem Still-Alter heraus, auch Abtreibungen betreffen mich nicht mehr - dennoch wundere ich mich manchmal, wie die junge Frauengeneration oft genug meint, dass eine persönliche Entscheidung genügt, um das Leben selbst bestimmen zu können.
Vor wenigen Monaten wurde in unserer Kreisstadt die Abtreibungsabteilung des Kreiskrankenhauses geschlossen...
Ich finde Stillen sollte endlich wieder normal werden, es ist völlig natürlich es zu tun. Wenn das eine Frau nicht möchte ist das doch völlig ok und ihre Sache!
Frauen habt endlich den Arsch in der Hose zu sagen: So wie ich mein Leben lebe ist es gut und richtig für MICH! Denn dann kann man andere auch leben lassen wie sie es wollen...