Schmerzen
Wann hilft eine alternative Schmerztherapie?

Stechen, drücken, träumen und es tut nicht mehr weh. Wo alternative Schmerztherapie am besten hilft - von Akupunktur bis Hypnose.

Foto: istock/Thinkstock

Die Pieksige: Akupunktur

Wie funktioniert's?
Bei dieser Methode der Traditionellen Chinesischen Medizin sticht der Akupunkteur dünne Nadeln in diverse Punkte auf der Körperoberfläche. Durch die Nadelstimulation sollen blockierte Energien freigesetzt und Schmerzen gelindert werden.

Wann hilft's?
Bei Spannungskopfschmerz, Migräne, Schmerzen des Stütz- und Bewegungsapparates wie Knie- oder Rückenschmerz, Menstruationsbeschwerden, postoperativem Schmerz.

Wer macht es, wer zahlt es, und wie lange dauert es?
Adressen von Therapeuten gibt es bei der Internationalen Gesellschaft für TCM (www.tcm.edu), der Deutschen Gesellschaft für TCM (www.tcm.de), der AG TCM (www.agtcm.de) und der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur (www.daegfa.de). Gesetzliche Krankenkassen zahlen in der Regel 10 Sitzungen bei chronischen Rückenleiden im Lendenwirbelbereich. Selbstzahler müssen je nach Behandlungsdauer und -aufwand mit ca. 30 bis 70 Euro pro Behandlung rechnen.

Die Sanfte: Biofeedback

Wie funktioniert's?
Körperfunktionen wie z. B. Atem- und Herzfrequenz, Blutdruck, Hirnströme, Hautwiderstand, Körpertemperatur oder Muskelspannung werden mit Messgeräten erfasst und an akustische oder optische Signale gekoppelt. Durch die Signale werden Körpervorgänge bewusst - man lernt im Verlauf der Behandlung, diese Vorgänge durch Entspannungstechniken wie autogenes Training aktiv zu steuern. Die Deutsche Kopfschmerz- und Migränegesellschaft nennt Biofeedback die erfolgreichste nichtmedikamentöse Kopfschmerzbehandlung.

Wann hilft's?
Bei Spannungskopfschmerz, Migräne, Muskelschmerzen und Nackenverspannungen.

Wer macht es, wer zahlt es, und wie lange dauert es?
Speziell geschulte Ärzte, Psychologen oder Physiotherapeuten bieten Biofeedback an, Adressen gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Biofeedback (www.dgbfb.de). Die Kosten (ca. 80 bis 100 Euro pro Sitzung) werden von den Kassen im Regelfall nicht übernommen. Sinnvoll sind mindestens 10 Sitzungen à 50 Minuten.

Die Tiefgründige: Hypnose

Wie funktioniert's?
Der Hypnotherapeut versetzt den Patienten in einen Zustand der Tiefenentspannung und lenkt die Aufmerksamkeit nach innen. So verringern sich die Muskelspannung und die Ausschüttung von Stresshormonen. Bei chronischen Schmerzen versucht der Therapeut vor allem, körperliche und geistige Kräfte zu mobilisieren und den Schmerz besser in die allgemeine Wahrnehmung zu integrieren.

Wann hilft's?
Bei Spannungskopfschmerz, Migräne, Rückenschmerzen, Arthritis.

Wer macht es, wer zahlt es, und wie lange dauert es?
Eine Therapeutenliste mit seriösen Ansprechpartnern findet man bei der Deutschen Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie (www.dgh-hypnose.de). Die Kosten für eine Sitzung von 50 Minuten liegen bei ca. 80 bis 120 Euro, gesetzliche Kassen zahlen normalerweise nicht. Nach spätestens fünf Sitzungen sollte ein Erfolg spürbar sein.

Die Gefühlvolle: Osteopathie

Wie funktioniert's?
Osteopathen spüren mit den Händen körperliche Blockaden auf, z. B. in den Körperflüssigkeiten oder im Binde- und Muskelgewebe, und lösen diese durch Lockerungsgriffe oder leichten Druck. Gleichzeitig regt diese Stimulation die Selbstheilungskräfte des Körpers an.

Wann hilft's?
Bei Rückenschmerzen, Spannungskopfschmerzen, Migräne, Muskel- und Gelenkschmerzen, Verstauchungen, Menstruationsbeschwerden.

Wer macht es, wer zahlt es, und wie lange dauert es?
Der Verband der Osteopathen Deutschland (www.osteopathie.de) und die Deutsche Ärztegesellschaft für Osteopathie (www.daego.de) vermitteln seriöse Therapeuten. Eine Behandlungseinheit (50 Minuten) kostet zwischen ca. 60 und 100 Euro. Bei akuten Schmerzzuständen genügen oft ein, zwei Sitzungen, bei chronischen Schmerzen sollte man bis zu 10 Behandlungen planen.

Die Impulsive: Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)

Wie funktioniert's?
Bei der transkutanen elektrischen Nervenstimulation, kurz TENS, erzeugt ein kleines Gerät leichte elektrische Impulse, die Elektroden auf der Haut auf das Nervensystem übertragen. Durch die Weiterleitung schmerzhemmender Signale kommt das überreizte Nervensystem zur Ruhe. Nach einer Anleitung durch den Arzt kann der Patient das Gerät "ausleihen" und die Behandlung zu Hause durchführen.

Wann hilft's?
Bei Spannungskopfschmerzen, Rückenschmerzen, Nervenschmerzen, generell Schmerzen des Bewegungsapparates wie rheumatische Erkrankungen, Abnutzung, Überlastung, Reizung von Knochen, Muskeln und Gelenken.

Wer macht es, wer zahlt es, und wie lange dauert es?
Infos dazu gibt es bei der Deutschen Schmerzhilfe. Gesetzliche Kassen übernehmen in der Regel die Mietkosten des Geräts nach Genehmigung der Therapie. Patienten müssen dann nur einen geringen Teil (ca. 10 Euro) zuzahlen. Mit 30 Minuten Stimulation 2- bis 4-mal täglich werden erfahrungsgemäß gute Erfolge erzielt, akute Schmerzzustände klingen oft nach wenigen Behandlungen ab. Bei chronischen Schmerzen sollte die Therapie in Intervallen angewandt werden, da bei durchgängiger Behandlung ein Gewöhnungseffekt eintritt und die schmerzlindernde Wirkung nachlässt.

  • Ein Artikel aus der BRIGITTE
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