Natürlich heilen
Ayurveda

Das altindische Medizinsystem Ayurveda bietet einen umfassenden Ansatz, bei dem der Mensch und seine angeborene Konstitution im Mittelpunkt stehen.

  • 1 Kommentar
  •  
  •  

Ayurveda - was ist das eigentlich?

Das traditionelle altindische Medizinsystem Ayurveda (Sanskrit = "Das Wissen vom Leben") gilt als die "Mutter aller Heilkünste". Es basiert auf den Grundlagen der indischen (Natur-) Philosophie, ist jedoch nicht an eine bestimmte Religion oder spirituelle Methode gebunden.

Ayurveda bietet einen umfassenden Ansatz, bei dem der Mensch und seine angeborene Konstitution im Mittelpunkt stehen. Die Konstitution wird bestimmt durch die individuelle Mischung der drei Energieformen (Doshas) Vata, Pitta und Kapha. Ziel ist es, die angeborene Dosha-Mischung in Balance zu halten. In Deutschland gibt es allerdings kaum "authentischen" Ayurveda. Sehr aktiv ist der "Maharishi Ayur-Veda" des Begründers der Transzendentalen Meditation (TM), Maharishi Mahesh Yogi.

Mit welchen Methoden arbeitet man im Ayurveda?

Die Panchakarma-Kur ist eine Reinigungsbehandlung durch Trinken von Ghee (geklärte Butter), Ölmassagen, Schwitzkuren und verschiedene ausleitende Verfahren (therapeutisches Erbrechen, Einläufe, Reinigung von Nase, Mund und Ohren, Aderlass, Schröpfen, Blutegel). Im Ayurveda setzt man außerdem auf Entspannungsübungen (Yoga, Meditation), auf den Konstitutionstyp abgestimmte Ernährung und ayurvedische Medikamente aus Pflanzen, Mineralien und Metallen als Tees, Kräuterpasten, Pulver, Tabletten.

Bei welchen Beschwerden ist Ayurveda sinnvoll?

Ayurveda kann eingesetzt werden zur Entgiftung und Harmonisierung des Körpers zur Vorbeugung zivilisationsbedingter Krankheiten, Regeneration bei Erschöpfungszuständen und stressbedingten Beschwerden, Rehabilitation nach schweren Krankheiten (z. B. nach einer Krebstherapie) und Ergänzung einer schulmedizinischen Behandlung bei chronischen Beschwerden.

Wie gut ist Ayurveda wissenschaftlich abgesichert?

Es gibt zahlreiche Studien zu einzelnen Indikationen, die aber wissenschaftlichen Standards oft nicht standhalten. Aus schulmedizinischer Sicht ist Ayurveda eher Wellness. Kritiker zweifeln, ob sich dieses fremde Medizinsystem auf westliche Verhältnisse übertragen lässt. Ayurveda-Experten betonen gerade die gute Kombinierbarkeit mit der Schulmedizin.

Welche Einschränkungen gibt es beim Ayurveda?

Wichtig ist ein erfahrener Therapeut, für eine medizinische Behandlung unbedingt ein Arzt mit einem mehrjährigen Studium in Indien und dem Titel "B.A.M.S." (Bachelor of Ayurvedic Medicine and Surgery). Auch bei Wellness-Angeboten auf Qualität achten - oft dient das Ayurveda-Etikett nur Werbezwecken!

Nicht anwenden bei akuten Traumata und Psychosen. Vorsicht bei Magen- und Darmerkrankungen, Herz-Kreislauf-Beschwerden und in der Schwangerschaft - Ayurveda nur nach Rücksprache mit dem Arzt anwenden.

Bei guter individueller Planung der Therapie durch ausgewiesene Ayurveda-Spezialisten sollten keine Nebenwirkungen auftreten. Allergische Reaktionen auf Kräuter und Nahrungsmittel sind möglich; bei Medikamenten und Kräutern ist überprüfte Qualität wichtig (Gefahr von Verunreinigungen).

Für wen ist Ayurveda geeignet?

Als Wellness-Behandlung für jeden geeignet, der Massagen mit viel Öl mag. Bei ausleitenden Verfahren ist die Bereitschaft wichtig, auch unangenehme Prozeduren mitzumachen und den Lebensstil zu ändern.

Was kostet die Behandlung?

Die Kosten werden nicht von den Kassen übernommen, außer von einigen wenigen privaten Versicherungen im Rahmen spezieller Tarife.

Eine Abhyanga-Massage kostet ca. 100 Euro, ein Shirodhara (Öl-Stirnguss) ca. 80 Euro. Für eine stationäre Behandlung inklusive ärztlicher Betreuung, Therapie und Verpflegung muss man mit ca. 210 Euro pro Tag rechnen. Für 14-tägige Panchakarma-Kuren sind 3000 bis 3500 Euro zu veranschlagen, für 21-tägige Kuren in Indien und Sri Lanka 2000 bis 4500 Euro.

  • 1 Kommentar
  •  
  •  
Sie interessieren sich für unsere Themen? Kostenlosen Newsletter bestellen