Kann Ayurveda wirklich heilen?

In diesem Artikel:

Welche Wirkungen sind durch Studien bewiesen?

Systematisch untersucht werden ayurvedische Therapien erst seit einigen Jahren. Klinische Studien nach wissenschaftlichen Qualitätsstandards und mit ausreichend vielen Patienten sind rar. Dennoch gibt es einige viel versprechende Ergebnisse:

Kurkuma zum Beispiel ist nicht nur ein beliebtes Gewürz in der Ayurveda-Küche, sondern auch ein Heilmittel. Studien haben gezeigt, dass die Pflanze möglicherweise krebshemmend ist. Es konnten damit sogar schon Vorstufen von Krebs der Mundschleimhaut zum Verschwinden gebracht werden.

Weihrauch (Boswellia serrata) ist schon länger im Gespräch als entzündungshemmende Pflanze und wirksame Medizin gegen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Studienergebnisse des Tübinger Professors Herman Ammon legen nahe, dass die Pflanze bei chronischen Entzündungen eine Alternative zu synthetischen Medikamenten sein könnte.

Für die ayurvedischen Kräuterzubereitungen MAK-4 und MAK-5 (Maharishi Amrit Kalash) gibt es erstaunliche Ergebnisse im Tierversuch. Italienische Forscher fanden kürzlich heraus, dass sie bei Mäusen das Wachstum von Leberkrebs hemmen können. Ob diese Ergebnisse auf den Menschen übertragen werden können, ist noch nicht ausreichend untersucht.

Auch gegen Kniegelenksprobleme helfen einer indischen Studie zufolge ayurvedische Kräuter. Das Präparat RA-11 (mit Ginseng, Weihrauch, Kurkuma, Ingwer) kann chronische Knieschmerzen bei Knorpelabnutzung offenbar lindern.

Besonders überraschend war eine neuere britische Studie: Juckbohnenpulver (Mucuna pruriens) hatte hier bei Patienten mit Parkinson im direkten Vergleich mit Anti-Parkinson-Medikamenten sehr gut abgeschnitten. Allerdings wurden bisher nur wenige Patienten getestet, größere Studien stehen noch aus.

  • Text: Dr. Sabine Thor-Wiedemann
    Fotos: Fotolia
    Ein Artikel aus der BRIGITTE 22/08

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