Ayurveda für die Gesundheit

Ayurveda Gesundheit

Ayurveda ist gut für die Gesundheit! Die besten Hausmittel aus der ayurvedischen Hausapotheke - gegen Nervosität, Blasenentzündung, Verstopfung und andere typische Frauenbeschwerden.

Kumaran Rajsekhar ist Ayurveda-Arzt im Parkschlösschen in Traben-Trarbach, einem Ayurveda-Gesundheitshotel, das sich seit 17 Jahren auf die indische Heilmethode spezialisiert hat (www. parkschloesschen.de).

Uns hat er fünf Hausmittel verraten, um die Gesundheit mit Ayurveda zu stärken. Sie helfen bei Beschwerden, für die Frauen besonders anfällig sind. Dazu gibt es jeweils eine Atemübung und ayurvedische Ernährungstipps. Wer noch mehr tun möchte, findet auch Yoga-Übungen, die den Heilungsprozess unterstützen können.

Das Ayurveda-Prinzip

Alles dreht sich um die Lebensenergie. Sie teilt sich in drei sogenannte Doshas, die in jedem Menschen fließen: Vata, Pitta und Kapha. Jeder entspricht einem Dosha-Typ. Meist dominieren zwei Doshas, selten eines. Alles, was wir tun, steigert oder senkt die Stärke eines Doshas in uns. Sogar der Tagesablauf ist in Vata-, Pitta- und Kapha-Phasen eingeteilt.

Vata steuert all unsere Bewegungsabläufe bis hin zu den unsichtbaren in unseren Zellen.

Pitta steht für das Energie-Prinzip, das alle Stoffwechselprozesse im Organismus kontrolliert, den Verstand steuert und Wahrnehmungen verarbeitet.

Kapha steht für das Strukturprinzip, das dem Körper Gestalt, Bindung und Stabilität verleiht.

Wenn die Doshas nicht ausbalanciert sind, können körperliche und seelische Beschwerden entstehen. Um sie zu behandeln, setzt ein Ayurveda-Arzt verschiede Mittel ein: Massagen, Stirngüsse und Packungen; spezielle Ernährung und Kräutermischungen; Yoga, Atemübungen und Meditation. Mittel und Anwendungen richten sich dabei nach den aus dem Gleichgewicht geratenen Doshas, nicht nach den Grund-Typen. Sie können sich also einfach an unsere Empfehlungen halten, unabhängig davon, welcher Ayurveda-Typ Sie sind.

Blasenentzündung

Im Ayurveda bedeutet eine Blasenentzündung: Vor allem Pitta, aber auch Vata sind im Körper zu stark geworden und müssen reduziert werden.

Was tun?

Mit Hausmitteln Kreuzkümmeltrunk: 1 EL Kreuzkümmelsamen in 300 ml kaltes Wasser geben, aufkochen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Schluckweise über den Tag verteilt trinken.

Korianderwasser: 2 EL Koriandersamen in 500 ml kaltes Wasser geben, aufkochen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Schluckweise über den ganzen Tag verteilt trinken.

Mit Ernährung Halten Sie eine Pitta-senkende Diät. Meiden Sie aber auch Vata-erhöhende Nahrungsmittel, denn Pitta und Vata hängen miteinander zusammen. (siehe: Ernährung nach den Doshas)

Und sonst?

Meiden Sie unbedingt scharf gewürztes Essen, zu viel Eiweiß und Fett.

Nervosität

Die Ursache dafür ist meistens Stress. Im Ayurveda spricht man von einer Vata-Störung, d. h. Vata muss gesenkt werden.

Was tun?

Mit Hausmitteln Badam-Milch: 1 Tasse Milch mit 1 TL Mandelpulver oder -mus (Reformhaus), 1-2 Msp. Muskatnusspulver, 3 grünen Kardamomkapseln und 1?2 TL Palmzucker kochen. Anschließend 1 TL Ghee (im Reformhaus) hinzufügen. Die warme Milch 1 Stunde vor dem Schlafengehen trinken.

Alternativ: Rosenwasserspülung: Augen mit Rosenwasser (Apotheke) ausspülen, danach 1 Tropfen warmes Ghee in die Augen träufeln und sofort schlafen gehen.

Mit Atmung Wechselatmung: Nadhi Sodhana: Aufrechte Sitzhaltung einnehmen (Schneider- oder Fersensitz), die linke Hand liegt im Inana Mudra (Daumen- und Zeigefingerkuppen berühren sich, die anderen Finger sind gestreckt) auf den Knien.

Rechten Arm locker anwinkeln, Hand in Höhe der Nase. Zeige- und Mittelfinger beugen, Ringfinger und kleinen Finger strecken. Durch beide Nasenlöcher einige Male tief ein- und ausatmen. Mit dem Daumen das rechte Nasenloch verschließen, links einatmen, dann das linke Nasenloch mit dem Ringfinger verschließen und rechts ausatmen. Rechts wieder einatmen und links ausatmen und in diesem Rhythmus fortfahren.

Langsam die Länge der Atemzüge ausweiten. Einige Minuten weiteratmen, abschließend durch beide Nasenlöcher ein- und ausatmen.

Tipp: Kopf nicht zur Brust sinken lassen, Schultern entspannt in Richtung Boden sinken lassen.

Mit Ernährung Bevorzugen Sie eine Vata-senkende Ernährung. (siehe: Ernährung nach den Doshas) Achten Sie darauf, früh zu Abend zu essen.

Und sonst?

Meditation Um Vata zu senken, empfiehlt es sich, zwei Mal am Tag zu meditieren (www.brigitte.de/meditation).

Warm baden Sehr gut hilft auch ein warmes Bad, ein bis zwei Stunden nach dem Abendessen. Danach ab ins Bett. Klingt nach Schlafengehen vor 22 Uhr? Richtig; und das soll auch so sein. Ungefähr zwischen 18 und 22 Uhr ist Kapha-Zeit, perfekt, um zur Ruhe zu kommen. Ab etwa 22 bis 2 Uhr ist wieder eine Pitta-Zeitphase (während der Sommerzeit verschieben sich die Phasen um eine Stunde nach vorn), wer dann noch mal aufdreht, hat zwar viel Energie, findet aber nur schwer in den Schlaf.

Schmerzen in Rücken und Gelenken

Steifheit in einigen Gelenken? Dauerschmerzen im Lendenbereich oder im oberen Rücken? Nach ayurvedischer Lehre ist dann klar: Vata und Kapha sind zu hoch und müssen gesenkt werden.

Was tun?

Mit Hausmitteln Shunti Lepa-Packung: 30 ml Rizinusöl und 30 ml Sesamöl erwärmen, 30 ml Ghee hinzufügen, dann 1?2 Tasse Ingwerpulver und 1?2 Tasse Kichererbsenmehl zugeben und zu einer festen Masse verrühren. Die warme Packung auf die betroffenen Stellen 1-3 cm dick auftragen. Die Stellen mit einem atmungsaktiven Baumwolltuch abdecken, die Masse über Nacht einwirken lassen. Am nächsten Morgen die Packung mit warmem Wasser abwaschen. So lange wiederholen, bis die Schmerzen abgeklungen sind oder die Steifheit nachlässt. müssen gesenkt werden.

Mit Atmung Ujjayi-Atmung: Einfache, aufrechte Sitzposition (Wirbelsäule strecken, Becken aufrichten, Beine im Schneidersitz). Die Hände liegen locker im Schoß oder auf den Knien. Lang und tief durch die Nase atmen und dabei die Stimmritze (wie beim Flüstern) verengen. Es entsteht ein hörbarer Reibelaut in der Kehle, der wie Meeresrauschen klingt. Lange, tiefe Atemzüge machen.

Tipp: Atmen Sie anfangs durch den Mund ein und aus, indem Sie hörbar »Haaa« flüstern. Nach einigen Wiederholungen den Mund schließen und weiterhin einen Laut in der Kehle erzeugen, dabei durch die Nase atmen.

Mit Ernährung Um Gelenke und Rücken zu entlasten, sollten Sie eine Vata- und Kapha-senkende Diät einhalten. (siehe: Ernährung nach den Doshas)

Und sonst?

Bewegung Tut bei Rücken- und Gelenkschmerzen gut. Allerdings sollte sie harmonisieren und nicht strapazieren. Provozieren Sie auf keinen Fall Schwellungen, denn die zeigen immer eine Überforderung des Gelenks oder Gewebes. Halten Sie schmerzende Stellen warm.

Verstopfung

Wenn nichts mehr geht, ist Ihr Vata zu hoch und Ihr Pitta zu niedrig.

Was tun?

Mit Hausmitteln Triphala-Churna-Trunk: 1?2 TL Triphala Churna (Mischung aus den Früchten Amalaki, Bibhitaki und Haritaki), zu bestellen z. B. unter www.ayurvedaprodukte-arogyam.de, mit 50 ml Aloe-vera-Saft (Reformhaus) oder 50 ml Traubensaft mischen. Täglich vor dem Schlafengehen trinken.

Alternativ: Gekochte Pflaumen: 3-5 frische rote Pflaumen 15 Minuten lang kochen, dann warm auf nüchternen Magen essen.

Mit Atmung Die Wechselatmung. (siehe Nervosität)

Mit Ernährung Halten Sie eine Pitta-erhöhende und Vata-reduzierende Diät. (siehe: Ernährung nach den Doshas)

Und sonst?

Viel trinken 5-6 Gläser Wasser (Zimmertemperatur) über den Tag verteilt.

Yoga Morgens (am besten vor Sonnenaufgang) mit 20-30 Minuten Asanas starten, z. B. mit dem Sonnengruß, der bringt Pitta in Schwung (www.brigitte.de/sonnengruss).

Spannungskopfschmerzen

Das bedeutet, dass Pitta und Vata außer Rand und Band, also stark erhöht sind. Sie müssen gesenkt werden.

Was tun?

Mit Hausmitteln Brahmi-Ghrit-Tropfen: 80 g Ghee auf 110 Grad erhitzen, 2 TL Nabelkraut (Apotheke) hinzugeben und erneut stark erwärmen. 24 Stunden stehen lassen, nochmals auf Körpertemperatur erwärmen. Nabelkraut aussieben. 3-5 Tropfen Brahmi-Ghrit morgens nüchtern nach dem Aufstehen, vor den PranayamaÜbungen, (der Ujjayi- oder Sitali-Atmung) sowie vor dem Schlafengehen in beide Nasenlöcher geben. Kann auch bei Beginn von leichter Migräne angewendet werden.

Alternativ: Ton-Packung: 50 ml Wasser mit 100 g Tonpulver anrühren und auf die Stirn auftragen, trocknen lassen. Danach mit Wasser abspülen.

Mit Atmung Sitali Pranayama: Schneider- oder Hocksitz einnehmen, die Hände liegen im Schoß oder im Inana Mudra auf den Knien. Augen schließen. Mund öffnen, Zunge leicht rausstrecken und zum Rohr einrollen. Kräftig mit einem Zischlaut durch die eingerollte Zunge einatmen, Atem halten und durch die Nase wieder ausatmen.

Alternative: Wer die Zunge nicht einrollen kann, bringt die Zungenspitze hinter die Zähne an den Gaumen und zieht die Luft kräftig durch den geöffneten Mund ein.

Mit Ernährung Ernähren Sie sich Pitta-senkend. (siehe: Ernährung nach den Doshas)

Und sonst?

Massage Sehr wohltuend wirkt auch das Massieren von Stirn und Schläfen mit den Brahmi-Ghrit-Tropfen. Optimalerweise inhalieren Sie danach 10 Minuten. Geben Sie dazu 2 Tropfen Eukalyptusöl in heißes Wasser.

Perfekt dazu: Yoga Heilungsprozesse können sehr gut durch bestimmte Yoga-Übungen begleitet werden. Die wichtigsten Asanas gegen die fünf hier angesprochenen Probleme finden Sie unter www.brigitte.de/ayurveda-yoga

Ernährung nach den Doshas

Jedes Nahrungsmittel senkt oder steigert Vata, Pitta und Kapha.

Vata

Senkend: Nahrungsmittel mit vorherrschend süßem, saurem oder salzigem Geschmack, ebenso Speisen und Getränke, die warm, schwer oder saftig sind. Konkret: Alle Milchprodukte wirken senkend. Bei Reis vor allem Basmati oder Vollkornreis, bei Gemüse z. B. Tomaten, Spargel, Rote Bete, Karotten, Zucchini, Gurken, Fenchel, Artischocken. Auch reifes und saftiges Obst senkt Vata.

Steigernd: Nahrungsmittel mit vorherrschend scharfem, bitterem oder herbem Geschmack, ebenso alle Produkte, die kalt, trocken oder fettarm sind. Große Mengen an Blattgemüsen, Salaten und Rohkost, Kohl, Keimlingen oder Kartoffeln kurbeln Vata kräftig an. Beim Obst sind es Trockenfrüchte sowie saures und unreifes Obst, die Vata erhöhen.

Pitta

Senkend: Nahrungsmittel mit vorherrschend süßem, bitterem oder herbem Geschmack. Getränke und Speisen sollten nicht zu heiß sein. Bei Milchprodukten bedeutet das z. B., dass Milch, Butter, Ghee und Sahne das Dosha senken. Weißer Reis, vor allem Basmati, ist sehr gut. Außerdem Spargel, Gurke, Zucchini, Kürbis, Sellerie, Kohl, Kartoffeln, Keimlinge und grüne Blattgemüse. Beim Obst können Sie sich süße Früchte gönnen. Unter den Gewürzen senken Koriander, Kardamom, Fenchel, Safran, Gelbwurz (Kurkuma) und Ingwer (in Maßen) Pitta.

Steigernd: Nahrungsmittel mit überwiegend saurem, salzigem oder scharfem Geschmack, sehr heiße Speisen und Getränke. Konkret: Sauermilchprodukte, brauner Reis, Mais und Roggen, aber auch scharfe Gemüsesorten wie Rettich, Radieschen, (scharfe) Paprika und rohe Zwiebeln entfachen Pitta-Feuer. Ebenfalls steigernd: saure Früchte und scharfe Gewürze.

Kapha

Senkend: Nahrungsmittel mit vorherrschend scharfem, bitterem oder herbem Geschmack. Ebenso Speisen, die warm, leicht, fettarm oder trocken sind. Bei den Milchprodukten greifen Sie am besten zu warmer Magermilch oder verdünnter Vollmilch. Bei Getreide wirken Gerste, Hirse, Buchweizen, Mais, Roggen, Hafer und Dinkel Kapha-senkend. Bei Gemüse sollten Sie sich überwiegend an Blattgemüse sowie bittere Gemüsesorten halten, z. B. Spinat, Kohl, Chicorée, Keimlinge, Kartoffeln und Karotten. Bei Hülsenfrüchten sind alle erlaubt, außer Sojabohnen bzw. -produkte. Besonders empfohlen werden scharfe Gewürze wie Ingwer, schwarzer Pfeffer, Koriander etc.

Steigernd: Nahrungsmittel mit vorherrschend süßem, saurem oder salzigem Geschmack, ebenso Speisen und Getränke, die kalt, schwer, saftig oder fettig sind. Bei Milchprodukten gilt das für Käse, Quark, Joghurt, Sauer- und Dickmilch sowie Sahne. Brauner und weißer Reis und große Mengen Weizen vermehren Kapha, ebenso Gurken, Tomaten, Zucchini, Kürbis, Fenchel und Süßkartoffeln sowie süße Früchte.

Das kleine Ayurveda-Einmaleins

Kommt Ihnen was exotisch vor? In der Ayurveda-Medizin gibt es Zutaten, die bei uns eher unbekannt sind:

Amalaki: Wird auch "indische Stachelbeere" genannt und gilt als Verjüngungsmittel. Sehr hoher Vitamin-C-Gehalt. Bildet zusammen mit Bibhitaki und Haritaki das Trio der ayurvedischen Königsfrüchte, denen eine große Heilkraft zugesprochen wird.

Bibhitaki: Frucht mit entschlackender und entzündungshemmender Wirkung.

Ghee: Das indische Butterschmalz wird länger erhitzt als bei uns und erhält dadurch einen leicht nussigen Geschmack. Butterschmalz entsteht, wenn man der Butter Wasser, Milcheiweiß und Milchzucker entzieht.

Haritaki: Eine sehr Vitamin-C-reiche Frucht, leicht abführend und verjüngend. In der Ayurveda-Medizin gilt sie als sehr wertvoll - quasi ein Muttermilchersatz.

Nabelkraut: Es wächst in den sumpfigen Regionen Indiens, häufig verwendet in der Ayurveda-Medizin, soll die Durchblutung des Gehirns anregen.

Rizinusöl: Pflanzenöl aus den Samen des tropischen Wunderbaums. Schmeckt nicht besonders gut und wirkt abführend.

Text: Sinja Schütte Foto: iStockphoto.com

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