Vorbeugung
Zink bei Erkältung - hilft das wirklich?

Wer sich gerade mit einer Erkältung rumplagt, bekommt garantiert von der ein oder anderen Freundin oder Kollegin den Tipp, es mit Zink zu versuchen. Hilft Zink bei Erkältung?

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Foto: swilmor/istockphoto.com

Alle Leute nehmen plötzlich Zink. Kein Wunder, es ist Erkältungszeit und der Mineralstoff gilt als eines der wenigen Mittel, bei dem die Wirkung, Erkältungen vorzubeugen und zu bekämpfen, wissenschaftlich bewiesen ist. Aber stimmt das eigentlich?

Jein! Es gibt tatsächlich eine große Auswertung mehrerer Studien, die zeigt, dass Zink Dauer und Schwere von Erkältungen reduziert. Vorausgesetzt man beginnt mit der Einnahme innerhalb von 24 Stunden, nachdem die ersten Beschwerden aufgetreten sind. Außerdem hatten Kinder, die den Mineralstoff über ein halbes Jahr lang einnahmen, weniger Erkältungen und mussten auch seltener Antibiotika verordnet bekommen.

Trotzdem: Abwehr-Wundertaten sind von Zink nicht zu erwarten. Husten und Schnupfen sind mit Zink-Präparaten, so die Forscher, gerade mal einen halben bis anderthalb Tage früher vorbei als ohne. Und besonders kritische Wissenschaftler bezweifeln selbst diese recht magere Genesungsbeschleunigung. Außerdem kann niemand genaue Empfehlungen geben, wie lange, in welcher Dosis und in welcher Form (als Tablette, Kapsel oder Saft) Zink denn nun am besten wirkt. Nur so viel weiß man sicher: Mehr als 100 Milligram Zink pro Tag können zu Erbrechen und Durchfall führen.

Und: Wer auf Zink oder ein anderes (vermeintliches) Wundermittel gegen Erkältungen schwört, sollte vielleicht – Studienlage her oder her - einfach dabei bleiben: Der Placebo-Effekt trägt auf jeden Fall dazu bei, schneller gesund zu werden.

  • Artikel vom 11.12.2012
    Text: Antje Kunstmann
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