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Diese acht Hausmittel solltest du kennen!

Hausmittel

Augentrost hilft bei Bindehautentzündung, Spitzwegerich gegen Heiserkeit und Melisse lindert Stress: Bei vielen Alltagsbeschwerden können alte Hausmittel moderne Medikamente schonend ersetzen.

Augentrost bei Augenentzündung

Nomen est omen: Augentrost (Euphrasia officinalis) bringt Linderung bei Beschwerden am Auge, etwa bei einer leichten Bindehautentzündung oder bei einem Gerstenkorn. Und nicht nur das: Die Blüten in Weiß und zartem Lila mit gelben Flecken und dünnen schwarzen Linien erinnern tatsächlich ein wenig an Augen.

Einen Teelöffel Augentrost mit einer Tasse kochendem Wasser aufgießen, nach zehn Minuten durch ein feines Sieb gießen. Abkühlen lassen und ein sauberes Tuch damit tränken. Umschlag zehn Minuten auf die geschlossenen Augen legen.

Wichtig: Unbedingt alle Gerätschaften vor der Anwendung zehn Minuten sterilisieren, weil sonst Keime ins Auge kommen können, und gründlich filtern! Sollten Irritationen auftauchen, die Behandlung abbrechen.

Kamille gegen verstopfte Nase

Der lateinische Name Chamomilla leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet "Apfel der Erde". Das "Leipziger Kräuterbuch" von 1435 lobt Kamilleals "verfeinernde, fließend machende und schmerzstillende Kraft". Genau wie damals kommen die weißen Blüten heute als beruhigendes Dampfbad bei Hautausschlag sowie als reizmildernder Tee bei Magenproblemen zum Einsatz. Zudem fand man heraus, dass das ätherische Öl verkrampfte Muskeln lockert - vermutlich, weil es die Kalziumzufuhr in die Muskelzellen hemmt.

Bei Husten, Heiserkeit und Schniefnase hilft Inhalieren mit Kamille. Einen Esslöffel Kamillenblüten mit einem halben Liter kochendem Wasser übergießen, die Dämpfe unter einem Handtuch zehn Minuten lang einatmen. Aber Vorsicht: Kinder sollten nur unter Aufsicht an einem stabilen Tisch inhalieren, auf keinen Fall im Bett - es besteht Verbrühungsgefahr!

Melisse gegen Stress

Abtauchen in der Badewanne - das ist für viele die schönste Art zu entspannen. Noch besser: 60 Gramm Zitronenmelisseblätter im Leinensäckchen in die Wanne hängen. Laut Vergleichsstudien sind Melissebäder als Beruhigungsmittel unschlagbar.

Auch als Tee kann Melisse übrigens einiges für uns tun. Nach Studien der englischen Northumbria- Universität mobilisiert das Kraut den Hirnbotenstoff Acetylcholin und fördert dadurch das Denk- und Erinnerungsvermögen. Am besten über den Tag verteilt mehrere Tassen trinken: zwei Teelöffel Melisseblätter mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen, abseihen. Teebeutel mit Melisse sind nur dann eine gute Alternative, wenn sie in Folie verschweißt sind. Sonst verflüchtigen sich die ätherischen Öle schnell.

Spitzwegerich gegen Heiserkeit

Lange schmale Blätter, hochragende Stängel mit flauschigem Köpfchen - so steht er hierzulande auf Wiesen und Äckern und an Wegrändern. Der Spitzwegerich ist eines der häufigsten Heilkräuter. "Herrscher des Weges" bedeutet die althochdeutsche Wurzel seines Namens. Seine Blätter wirken wie ein natürliches Pflaster, sie genossen über Jahrtausende als Wundheilmittel, gar als Universalheilmittel, höchstes Ansehen. Mangels Medikamenten therapierten Ärzte noch während des Zweiten Weltkrieges infizierte Wunden mit Zubereitungen aus Heilwegerich, wie man ihn auch nannte.

Die antibiotische Wirkung der frischen Pflanze ist heute nachgewiesen. Doch auch als Tee zubereitet, zeigt sie ihre Heilkraft, wenn vom rauen Wind der Hals schmerzt und die Stimme wegbleibt. Das Wohltuende am Spitzwegerich sind die Schleimstoffe, die den gereizten Rachen mit einer Schutzschicht überziehen und dafür sorgen, dass sich die Schleimhäute wieder beruhigen. Seine Gerbstoffe wirken außerdem entzündungshemmend und leicht schmerzlindernd, der enthaltene Zink unterstützt die Wundheilung. Zum Gurgeln zwei Teelöffel Spitzwegerichblätter mit 250 Milliliter kaltem Wasser übergießen und unter gelegentlichem Rühren eine Stunde stehen lassen, danach abgießen.

Baldrian gegen Schlafstörungen

Baldrian gehört wohl zu den bekanntesten Hausmitteln gegen Schlafstörungen. Nicht nur Baldrianpräparate aus der Apotheke helfen, Sie können auch selbst gesammelten Baldrian zu Tee verarbeiten. Baldrian erkennt man seinen gefiederten Blättern und den rosafarbenen Blüten, die sich zwischen Juni und August zeigen. Verwendet wird der getrocknete Wurzelstock, der im Herbst gesammelt wird.

Für den Tee zwei Teelöffel zerkleinerte Baldrianwurzel mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, fünf Minunten abgedeckt ziehen lassen und abseihen. Mehrere Tassen schluckweise trinken. Baldrian schmeckt nicht gut, darum empfiehlt es sich, Melisse und Passionsblumenkraut unterzumischen.

Ingwer gegen Übelkeit

Ingwer wirkt ebenso gut bei Übelkeit wie chemische Mittel, beeinflusst aber nicht das zentrale Nervensystem, wie es die meisten Medikamente gegen Übelkeit tun. Er beruhigt direkt im Verdauungstrakt und macht deshalb nicht müde.

Auch bei verdorbenem Magen oder Übelkeit durch schlecht verträgliche Medikamente lindert Ingwer Brechreiz und Schwindel. Dazu einfach ein Stück Ingwer kauen oder einen Tee kochen: Zwei Zentimeter geschälten Ingwer klein schneiden und mit der Schale einer Bio-Zitrone und evtl. einem Teelöffel Aniskörnern in einem Liter Wasser ca. zehn Minuten kochen. Abseihen und mit etwas Honig süßen.

Schwangere Frauen allerdings sollten sich von ihrem Arzt beraten lassen, da für Schwangerschaftserbrechen noch nicht genügend Untersuchungen vorliegen.

Brennessel gegen Wassereinlagerungen

Angriffslustig, fast feindselig tritt uns die Brennessel entgegen mit ihren kreuzförmig am Stängel angeordneten, scharf gezackten und mit Brennhaaren überzogenen Blättern. Wer ihr zu nahe kommt, bricht die kugelförmige Haarspitze ab und setzt so einen beißenden Saft frei. Pfarrer Sebastian Kneipp wusste diesen wärmenden Brennreiz zu nutzen: Bei Rheumaschmerzen und Hexenschuss empfahl er die "Urtication", das Peitschen der betroffenen Körperstellen mit frischen Brennnesseln.

Inzwischen werden Anwendungen mit weniger "Biss" bevorzugt. Saft, als Kur getrunken, aus frischen und Tee aus getrockneten Blättern, reich an Chlorophyll, Vitaminen und Mineralien wie Kalium, Kalzium und Kieselsäure, reinigen das Blut, wirken harntreibend, schwemmen, auch bei Rheuma und Gicht, Gifte aus dem Körper und hemmen Entzündungen, speziell der Harnwege. Frische Brennnesseltriebe gehörten deshalb im Frühjahr, durchs Kochen entschärft, ebenfalls in jede "Neunkräutersuppe".

Gegen geschwollene Füße und Hände hilft Brennnesseltee: drei Teelöffel Brennnesselkraut pro Tasse aufbrühen, zehn Minuten ziehen lassen. Täglich drei Tassen trinken.

Salbei gegen Schwitzen

Die blauvioletten Blüten des Salbei sind schmückendes Beiwerk. Nur die herb, kampferartig duftenden Blätter sind reich an ätherischem Öl und wertvollen Pflanzenstoffen. Schon Hildegard von Bingen nutzte ihre desinfizierende Wirkung bei Halsschmerzen, Mandel-, Mund-, Rachen- und Zahnfleischentzündungen. Auch gegen Husten und Erkältungen hilft Salbeitee.

Salbei ist auch ein mildes pflanzliches Mittel gegen übermäßiges Schwitzen: zwei Teelöffel Salbeiblätter pro Tasse mit kochendem Wasser aufbrühen, zehn Minuten ziehen lassen. Kalt werden lassen und zwei Tassen pro Tag trinken.

Allerdings sollte der Tee nur in Maßen benutzt werden. Denn das ätherische Öl ist reich an Thujon, einem Pflanzenalkohol, der in höherer Dosis unangenehme Nebenwirkungen wie Herzrasen, Schwindel und Krämpfen hervorrufen kann.

Fotos: Fotolia

Kommentare (5)

Kommentare (5)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Lieber Tobias Niedenthal,



    danke für Ihre Stellungnahme. Wir haben Ihre Anmerkungen geprüft und den Artikel entsprechend angepasst.



    Herzliche Grüße,

    Ihr BRIGITTE.de-Team
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Ich wollte nur anmerken, dass ich es etwas leichtsinnig finde, wenn in diesem Artikel dazu angeregt wird, selbst Pflanzen zu sammeln. Ich würde da zur absoluten Vorsicht raten, da das, wenn man kein Fachmann ist, mitunter tödliche Folgen haben kann. Ausserdem ist zu bedenken, dass nicht wenige Arten unter Naturschutz stehen.

    Abgesehen davon können auch Pflanzen gefährliche Wechsel- und Nebenwirkungen haben. Es ist zwar "natürlich", was aber nicht unbedingt mit ungefährlich gleichzusetzen ist.

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Wir kommen nicht umhin, eine kleine Stellungnahme zu diesem Artikel zu posten:



    Besenginster sollte nicht als Tee eingenommen werden. Er ist in allen Teilen giftig. Man darf hier nur vom Arzt verordnete Fertipräparate nehmen. Es gibt z. B. ein gutes Mittel für die Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Wer drei bis vier Tassen Ginstertee am Tag trinkt, muss mit Vergiftungen rechnen!



    Augentrost ist auch problematisch: Er darf nur steril angewendet werden. Das bekommt man mit heimischen Mitteln aber für gewöhnlich nicht so einfach hin. Die Wirkung liegt im "weißen Rauschen", ist also nicht wirklich nachweisbar.



    Die Kornblume ist eine "Schmuckdroge", d. h. sie wird zur farblichen und geschmacklichen Verbesserung von Kräutertees eingesetzt. Allegmeine Bewertung: Hilft nichts, schadet aber auch nicht. Außerdem ist sie nicht die "Kornnelke", der ganze Absatz zu dieser Pflanze ist "ziemlicher Blödsinn".





    Tobias Niedenthal

    Forschergruppe Klostermedizin
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Alles schoen und gut, aber mit einer Bindehautentzuendung gehoert man meines Erachtens in aerztliche Behandlung.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Gut, dass ich noch nie Gusten hatte. Stell ich mir schrecklich vor!

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