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Stress-Symptome
Typische Anzeichen für Stress - und was dagegen hilft

Augenflattern, Herpes und Magenschmerzen sind typische Anzeichen für Stress. Unser Körper signalisiert uns damit, dass es ihm zu viel wird. Was hilft gegen die häufigsten Symptome?

Irgendwann ist auch der fitteste Körper erschöpft. Was hilft gegen typische Anzeichen von Stress?

Irgendwann ist auch der fitteste Körper erschöpft. Was hilft gegen typische Anzeichen von Stress?

Foto: Evgeniya Porechenskaya / shutterstock

Er ist ganz schön robust, unser Körper: Er steckt wochenlangen Stress im Job weg, ohne zu murren, verzeiht Beziehungsärger, der seit langem an seinen Nerven nagt, und macht nicht gleich schlapp, wenn er eine Nacht kaum Schlaf bekommt, weil die Party so gut war. Woher hat er diese Kraft nur?

Gelernt ist gelernt, könnte man da sagen. Stress-Ereignisse gehören seit Menschengedenken zu unserem Tagesprogramm. Nur, dass die Bedrohungen in früheren Zeiten existenzieller Natur waren: Hungersnöte, Naturkatastrophen, der Angriff eines Raubtiers. Heute ist der Kühlschrank voll, keine Eiszeit in Sicht und die Zähne fletscht vielleicht noch mal der Liebste, wenn wir ihm die Fernbedienung aus der Hand reißen.

Und dennoch - irgendwann sind auch die Reserven des fittesten Körpers erschöpft und er signalisiert: Ich will Ruhe und Entspannung, ich möchte auftanken und brauche neue Energie. Dabei ist unser Organismus erfinderisch, in der Art und Weise, wie er Alarm auslöst. Vielleicht zuckt plötzlich ein Augenlid, das Herz flattert, oder wir wälzen uns unruhig im Bett. Alles nicht so tragisch. Es kommt nur darauf an, das persönliche Stresswarnsystem zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern.

Das will unser Körper uns sagen:

  • Gerate ich im Job unter Druck, verkrampfen Magen und Darm.

    Woher kommt's?
    Der Magen-Darm-Trakt ist ein sensibles Organsystem und reagiert schnell gereizt, wenn unser Körper besonders viele Stresshormone wie zum Beispiel Kortisol ausschüttet. Außerdem verändert sich unter Stress die Durchblutung des Körpers. Die großen Muskeln in den Beinen werden besser versorgt und den Eingeweiden Blut entzogen. Zu Urzeiten konnte der Mensch im Notfall so besser fliehen.

    Das kann ich tun:
    Ordentlich essen! Wenn das Chaos regiert, neigen wir zu Fast-Food-Attacken und schnellem Hinunterschlingen. Gut für den gereizten Magen sind basische Lebensmittel, zum Beispiel Kartoffeln, Nudeln oder Haferflocken. Fleisch und Zucker sollten wir in solchen Phasen besser meiden.

    Wann zum Arzt?
    Wenn die Schmerzen einen längeren Zeitraum anhalten oder wenn man Gewicht verliert ohne Diät. Es könnte eine Erkrankung dahinterstecken, die ärztlich behandelt werden muss.
  • Wenn ich nervös bin, fängt mein Auge plötzlich an, unkontrollierbar zu zucken.

    Woher kommt's?
    Darüber sind sich die Experten noch nicht so recht einig. Ein Ungleichgewicht im Mineralstoffhaushält, speziell ein Kalzium- und/oder Magnesiummangel, könnten die Ursache sein. Möglich ist aber auch, dass Verspannungen der Grund sind. Unter Stress runzeln wir öfter mal die Stirn und spannen die Gesichtsmuskulatur insgesamt stärker an. Dadurch können Muskelzuckungen im Gesicht als Gegenreaktion entstehen.

    Das kann ich tun:
    Die gute Nachricht: Dieser kleine Tick ist völlig harmlos. Die schlechte: Leider gibt's kein Mittel, das sofort dagegen wirkt. Am besten abwarten, bis die nervöse Reaktion von allein wieder verschwindet - und sich ein paar Tage etwas mehr Ruhe gönnen.

    Wann zum Arzt?
    Beruhigt sich das aufgeregte Augenlid auch über mehrere Tage und Wochen nicht mehr, treten gleichzeitig Kribbeln, Taubheitsgefühl und ein gestörtes Temperaturempfinden im Gesicht oder in anderen Körperregionen auf, sollte man sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen und eine neurologische Erkrankung ausschließen lassen.
  • Ein Herpesbläschen macht sich auf meiner Lippe breit.

    Woher kommt's?
    Sehr viele Menschen tragen das Herpesvirus lange Zeit unbemerkt in sich. Das kann unser Körper normalerweise recht gut in Schach halten. Unter Stress ist die Immunabwehr allerdings eingeschränkt, das Virus nicht mehr kontrollierbar. Dann machen sich unschöne Bläschen rund um den Mund breit.

    Das kann ich tun:
    Wenn man weiß, dass hektische Zeiten anstehen, am besten täglich Vitamin C plus Zink einnehmen. Und cremen: Entweder mit einer Aciclovir-Salbe, die man schon beim ersten Prickeln und Brennen aufträgt, oder, rein pflanzlich, mit einem Präparat aus Melissenextrakt, zum Beispiel Lomaherpan.

    Wann zum Arzt?
    Wenn die Bläschen über längere Zeit nicht abheilen, sich Richtung Auge ausbreiten oder ständig wiederkehren. Ursache könnte eine Erkrankung des Immunsystems sein.
  • Am Morgen schmerzt mein Kiefer, mein Kopf tut weh, die Augen sind schwer.

    Woher kommt's?
    In der Fachsprache heißt diese Stressreaktion "Bruxismus". Dabei beißen wir im Schlaf buchstäblich die Zähne zusammen, weil wir unter extremer körperlicher und mentaler Anspannung stehen.

    Das kann ich tun:
    Im akuten Fall wenig, weil uns im Schlaf eben die Kontrolle über unseren Körper fehlt. Auf keinen Fall Schlaf- und Beruhigungstabletten schlucken, sie lösen das Problem nicht. Stattdessen besser die Ursache der Nervosität ergründen. Oft helfen dann Entspannungsübungen wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung.

    Wann zum Arzt?
    Am besten immer. Und zwar zum Zahnarzt, damit der feststellen kann, ob eine Fehlstellung von Zähnen oder Kiefer schuld am nächtlichen Stress ist. Er stellt auch sicher, dass die Zähne durch das Knirschen keinen weiteren Schaden nehmen. Eine individuelle Beißschiene kann die Beschwerden lindern.
  • Bei Stress muss ich dauernd husten. Manchmal bleiben mir sogar die Worte im Hals stecken.

    Woher kommt's?
    Das ist eine harmlose Reaktion des autonomen Nervensystems. Eine Anspannung in Hals- und Nacken kann das Kloß-im-Hals-Gefühl auslösen, auch nervöse Mundtrockenheit reizt zum Hüsteln.

    Das kann ich tun:
    Oft hilft es schon, Bonbons zu lutschen und viel zu trinken. Außerdem den Nacken durch Dehnübungen entspannen.

    Wann zum Arzt?
    Wenn der Frosch nicht nur bei Stress aktiv wird, sondern über mehrere Wochen im Hals sitzen bleibt. Dann könnte es sich nämlich nicht nur um einen nervösen Tick, sondern um eine allergische Reaktion oder eine Schilddrüsenerkrankung handeln.
  • Mein Kopf fängt an zu pochen. Der Schmerz zieht von den Schultern bis zur Stirn.

    Woher kommt's?
    "Mir sitzt etwas im Nacken", "Das bereitet mir Kopfzerbrechen" - Diese Redewendungen sagen es schon: Stress setzt sich häufig im Kopf fest. Unter Druck ziehen wir unbewusst den Kopf ein, ducken uns regelrecht, um dem Stress auszuweichen. Solche Fehlhaltungen lösen auf Dauer Beschwerden aus.

    Das kann ich tun:
    Bloß nicht direkt vom Bürostuhl ins Fitnessstudio stürzen, um sich auszupowern und das lange Sitzen durch viel Bewegung auszugleichen. Besser: Langsam und unter Anleitung eines Trainers oder Physiotherapeuten in ein gezieltes, schonendes Training einsteigen, das Rücken- und Bauchmuskeln stärkt und den Nacken entspannt.

    Wann zum Arzt?
    Halten die Schmerzen länger an, sollte man orthopädische oder neurologische Ursachen sicherheitshalber ärztlich abklären lassen. Vor allem, wenn die Schmerzen ausstrahlen oder mit Taubheitsgefühlen einhergehen.
  • Ich wälze mich im Bett umher und kann nicht abschalten.

    Woher kommt's?
    Im Bett kommt man oft zum ersten Mal im Verlauf eines anstrengenden Tages zur Ruhe, hat freie Zeit. Und die regt zum Grübeln an. Eigentlich kein Wunder, dass die Gedanken rotieren und dann an Schlaf erst mal nicht zu denken ist.

    Das kann ich tun:
    Wichtig sind feste Rituale, also möglichst zu einer bestimmten Zeit schlafen gehen, noch einen Tee vorm Einschlafen trinken, alles aufschreiben, was am nächsten Tag zu erledigen ist. Außerdem im Bett wirklich nur schlafen - nicht lesen, essen oder fernsehen.

    Wann zum Arzt?
    Sobald man das Gefühl hat, dass der Schlafmangel dazu führt, dass tagsüber die Reaktionsfähigkeit eingeschränkt ist und man sich nicht mehr wohl fühlt. Ein Besuch im Schlaflabor kann in extremen Fällen helfen, dem Verlauf der Schlafstörung auf die Schliche zu kommen.
  • Mein Herz fängt an zu rasen, ich kann nur noch ganz flach atmen.

    Woher kommt's?
    Das kann eine hormonelle Stressreaktion sein. Adrenalin und Noradrenalin versetzen den Körper in Alarmbereitschaft, obwohl keine akute Gefahr droht. Sicherheitshalber sollte man die Ursache jedoch vom Arzt abklären lassen.

    Das kann ich tun:
    Wenn ärztlich abgeklärt wurde, dass keine organische Ursache vorliegt, ist Konditionstraining eine gute Möglichkeit, den Körper insgesamt zu stärken. Ein trainierter Organismus verkraftet jede Form von physiologischer Erregung besser. Tiefe Bauchatmung hilft beim Entspannen. Einfach mit dem Rücken auf den Boden legen, einen Stapel (nicht zu schwerer) Bücher auf den Bauch legen und versuchen, diesen Stapel durch tiefes, bewusstes In-den-Bauch-Atmen deutlich anzuheben und wieder zu senken.

    Wann zum Arzt?
    Wenn das Herzrasen öfter und anhaltend auftritt. Am besten erst mal zum Hausarzt, der kann dann zum Kardiologen überweisen.

Bitte beachtet: Dieser Artikel ersetzt keine Arztdiagnose. Lasst euch bei anhaltenden Beschwerden bitte von einem Mediziner untersuchen und behandeln.

  • Text: Tanja Pöpperl
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