Entspannen
Atemübungen gegen Stress - machen Sie sich Luft!

Sind wir angespannt, wird unser Atem schnell und gepresst. Sechs Stress-Situationen und die dazu passenden Atemübungen.

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Foto: iStockphoto/Thinkstock

1. Sie wachen morgens auf und fühlen sich gehetzt, denn es ist mehr zu tun, als eigentlich zu schaffen ist.

Atemübung: Liegen Sie auf dem Rücken. Winkeln Sie mit dem Einatmen ein Bein an, strecken Sie es mit dem Ausatmen wieder aus und spitzen Sie beim Ausatmen den Mund, als würden Sie eine Kerze ausblasen. Lassen Sie das Bein dann kurz locker und beginnen mit dem nächsten Einatmen wieder neu. Nach drei Mal das Bein wechseln.

Wirkung: Die Atmung wird tiefer, der Atemraum weitet sich und damit auch der Blick auf das Geschehen.

2. In einer überfüllten U-Bahn ist Ihnen die Enge extrem unangenehm.

Atemübung: Spüren Sie Ihre Fußsohlen. Drücken Sie Ihre Zungenspitze leicht vorn oben an den Gaumen, als würden Sie ein "L" artikulieren, und lassen Sie Ihren Atem durch die Nase ein- und ausstreichen.

Wirkung: Zunge, Zwerchfell und Atmung beeinflussen sich. Es gelangt mehr Luft in die Lunge, die Atmung wird tiefer. Die Enge um Sie herum nimmt Ihnen nicht mehr den Atem und wird erträglicher.

3. Sie müssen ein Konzept abliefern, doch Ihr Kopf ist völlig leer.

Atemübung: Stehen Sie gerade wie ein Bambushalm. Schwingen Sie mit dem Einatmen den ganzen Körper leicht nach hinten (wie ein Halm im Wind), die Füße bleiben am Boden. Schwingen Sie mit dem Ausatmen nach vorn. Lösen Sie dann den Bauch und schwingen mit dem dadurch einfallenden Atem wieder nach hinten. Wiederholen.

Wirkung: In der Blockade sind Bauch und Zwerchfell fest. Mit der Schwingung wird sie überwunden. Mit dem vertieften Einatmen fällt Ihnen auch die neue Idee ein.

4. In der Schlange vor der Kasse haben Sie's eigentlich ganz eilig.

Atemübung: Schieben Sie den Einkaufswagen mit Ihrer Ausatmung von sich weg, ziehen Sie ihn beim Einatmen heran. Damit Sie nicht auffallen, machen Sie kleine Bewegungen. Bleiben Sie in Ihrem Atemfluss.

Wirkung: Sie lassen Stress raus, nutzen die Pause für den nächsten Termin.

5. Sie sind genervt, wollen aber dem Menschen, auf den Sie so wütend sind, gelassen und souverän begegnen.

Atemübung: Ziehen Sie mit dem Mund eine Schnute und atmen Sie auf den Buchstaben "W" aus (das hört sich an wie ein Nebelhorn). Machen Sie dazu kreisende Bewegungen mit der Hüfte. Dabei durch die Nase einatmen. Mehrmals wiederholen.

Wirkung: Die Übung verlagert die Enge aus dem Hals zu den Lippen. Sie haben Kontakt zu Ihrem Beckenboden und gewinnen mehr Luft und Stimme.

6. Sie brauchen einen Kredit und fühlen sich dem Bankmitarbeiter gegenüber ausgeliefert und unsicher.

Atemübung: Lehnen Sie sich aufrecht mit dem ganzen Rücken an die Stuhllehne. Ziehen Sie beim Einatmen die Zehen an, strecken Sie sie in der Ausatmung, lassen Sie dann kurz locker. Wiederholen.

Wirkung: Durch die Rhythmisierung der Atmung fühlen Sie sich wieder mehr im Besitz Ihrer Kräfte und auch handlungsfähiger.

  • Text: Natalie Rösner, Carola Kleinschmidt, Irene Stratenwerth
    Ein Artikel aus BRIGITTE
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