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Endlich gut schlafen - so funktioniert es!

Gut schlafen

Sandra S., 35, aus Hannover, ist Mutter von sechsjährigen Zwillingsmädchen und in Teilzeit als Bürokauffrau tätig. Gern würde sie mehr tun für die Familie, den Job, die Freunde. Dafür aber ist sie schon morgens viel zu schlapp. Denn ihre Nächte sind nicht erholsam. Ihr größter Wunsch: Endlich gut schlafen.

Die Ausgangssituation

  Sandra S.: Bürokauffrau und Mutter, 35, aus Hannover

Sandra S.: Bürokauffrau und Mutter, 35, aus Hannover

An die Zeit, in der Sandra richtig gut geschlafen hat, kann sie sich kaum noch erinnern. Als ihre Zwillinge zu früh zur Welt kamen, begann die nächtliche Unruhe. Die beschäftigt sie bis heute. Jede Nacht ist sie mindestens zweimal wach, wandert durchs Haus, schaut nach den Kindern. Einschlafen kann sie danach nur schwer wieder. Wacht sie morgens auf, ist sie gerädert, hat dicke Augenränder und keine Lust zum Aufstehen. Gleichzeitig aber ist sie angespannt und steht unter Druck: Trotz der Müdigkeit möchte sie alles bestmöglich erledigen.

Doch das schlappe Gefühl bleibt den ganzen Tag. Ihre ganze Kraft braucht Sandra für die liebevolle Betreuung der Kinder und für den Haushalt. Da ihr Mann in der Woche beruflich eingespannt ist, steht sie vor vielen Aufgaben allein. Außerdem arbeitet sie zehn Stunden die Woche als Bürokauffrau. Ist abends alles aufgeräumt, sind die Kinder im Bett, belohnt sie sich meist mit Fernsehen, Eis oder Chips. Und geht irgendwann mit ungutem Gefühl zu Bett. Wie schön wäre es, abends nicht mehr verkrampft zu denken: "Hoffentlich kann ich heute besser schlafen" - und morgens mit Elan in den Tag zu starten.

Das sagt die Schlaftrainerin

  Christine Dreyer: Entspannungs- und Psychotherapeutin, Hannover

Christine Dreyer: Entspannungs- und Psychotherapeutin, Hannover

Sandra ist eine recht überanstrengte Mutter. Das nächtliche Wachliegen ist wohl eine schlechte Angewohnheit aus der Zeit nach der Frühgeburt ihrer Kinder. Auch Sandras Anspannung tagsüber, der Zeitdruck und ihre Tendenz zum Perfektionismus wirken schlafstörend.

Sandra sollte Alltägliches lockerer nehmen, mal "Fünfe gerade sein lassen". Dabei helfen Übungen aus der Progressiven Muskelentspannung, bei der man Muskeln bewusst an- und entspannt. Auch Ausdauersport reduziert Stress, macht müde und schlafbereit. Nach dem Abendessen sollte Sandra zur Ruhe kommen, nicht länger als bis 21 Uhr fernsehen.

Lieber spazieren gehen. Unerledigtes aufzuschreiben und einen Zeitplan für den nächsten Tag zu machen entlastet vom nächtlichen Grübeln. Und: Es ist normal, nachts aufzuwachen. Jeder Mensch tut das, meist ohne es zu merken. Dieses Wissen hilft oft, loszulassen und wieder einzuschlafen.

Das sagt der Feng-Shui-Berater

  Dan Mor: Heilpraktiker und Lebensberater, Hannover

Dan Mor: Heilpraktiker und Lebensberater, Hannover

Unpassende Energien können uns schwächen und krank machen. Bei Sandra gibt es im Schlafbereich gleich mehrere Störfaktoren. Vom Eingang fließt die Energie schnell über das Bett hinweg zum Fenster hinaus und erzeugt so Unruhe. Große Pflanzen im Raum, Bergkristallkugeln in den Fenstern und Gardinen würden den Fluss sanft umleiten und bremsen.

Sandras Handy am Bett symbolisiert ständige Erreichbarkeit, sie sollte es ausschalten. Denn um zur Ruhe zu kommen, braucht sie eine ganz klare Abgrenzung nach außen. Auch Störreize wie Strahlung sollte Sandra im Schlafzimmer reduzieren, denn TV, Stereoanlage und Co. setzen sie nachts unter Strom und reizen ihr Nervensystem. Federkernmatratzen wirken zudem als Verstärker.

Und: Um negative Gefühle und Leistungsdruck zu vermeiden, sind Konflikte stets außerhalb des Schlafzimmers zu klären. Das Bett ist allein der Erholung und Freude vorbehalten!

Das sagt die Ernährungsberaterin

  Dr. Claudia Gölz: Diplom- Oecotrophologin, Ernährungscoach, Berlin und Bonn

Dr. Claudia Gölz: Diplom- Oecotrophologin, Ernährungscoach, Berlin und Bonn

Sandra fühlt sich energielos und ist doch ständig auf dem Sprung. Morgens bleibt nur Zeit für einen Milchkaffee mit Schokoriegel. Eine richtige Mahlzeit gibt es erst spätabends, gern mit Sahne- sauce. Das behindert das Einschlafen, da fettreiche Mahlzeiten lange im Magen bleiben. Vollkornprodukte, Obst und Gemüse kommen bei Sandra zu kurz, und damit auch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Gerade Magnesium wird bei Stress verbraucht, aber ohne Magnesium kann man nicht entspannen.

Ich empfehle, regelmäßig zu frühstücken, z. B. ein magnesiumreiches Amaranth-Müsli mit Joghurt und Obst. Und: die Hauptmahlzeit auf den Mittag zu verlegen. Am frühen Abend reicht eine kleine Mahlzeit und ein bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen ein Mini-Snack, der Kohlenhydrate und Eiweiß enthält, z. B. Knäckebrot mit Kräuterquark. Wie auch in Milch mit Honig stecken darin Stoffe, die das Einschlafen erleichtern.

Nach einer Woche

Überraschend war, dass mich alle drei Experten als überlastet empfinden. Das habe ich noch nie so gesehen. Ich erfülle einfach meine Pflichten. Aber, wenn einem von Außenstehenden mal vor Augen geführt wird, dass man ständig für alle anderen verfügbar ist, ist das schon ziemlich erleichternd. Getreu dem Motto: Endlich hat mal jemand erkannt, was alles auf meinen Schultern lastet!

Aber ich spüre bislang kaum, wie mir die Tipps der Experten helfen sollen. Auch bin ich immer noch skeptisch, weil solche esoterischen Geschichten auf mich eher unheimlich und weltfremd wirken. Wenn mir der Feng-Shui-Berater sagt, ich selbst sei der wichtigste Mensch in meinem Leben, ist das ja edel gedacht, aber wer bitte soll den Alltag schmeißen? Ich mag auch unsere freien Fenster und werde sie nicht verhängen. Was mir hingegen einleuchtet, sind Pflanzen und rundere Formen wie Kugeln im Raum.

Und obwohl ich dem An- und Entspannen einzelner Körperteile anfangs nicht so viel abgewinnen konnte, tut mir die Progressive Muskelentspannung am Morgen gut. Die Ernährungsberaterin hat vieles gesagt, was einleuchtet. Dass ich regelmäßiger und gesünder essen müsste zum Beispiel. Erstaunlich war, dass sich anscheinend vor allem mein Essverhalten tagsüber schlecht auf den Schlaf auswirkt. Das Amaranth-Müsli jedenfalls hab ich probiert - es ist eher geschmacksneutral, aber durchaus essbar.

Ansonsten rotiere ich aber immer noch, will mein Privatleben nicht völlig auf links drehen und kann mich so nicht aufs Schlafen konzentrieren, geschweige denn wirklich zur Ruhe kommen. Auch abends ist es weiterhin wie verhext. Ich liege müde im Bett, schlafe nicht ein und bin auch nachts immer noch mehr als eine Stunde wach. Das alles ist nicht gerade das, was ich mir erhofft hatte.

Nach einem Monat

Ich habe jetzt wirklich einiges geändert: Obst schneide ich inzwischen nicht mehr nur für die Kinder, sondern esse selbst mit. Und morgens gibt's Kaffee und Müsli jetzt ganz in Ruhe, ohne Zeitdruck. Sehr oft schaffe ich es dann sogar, mich auch körperlich richtig zu entspannen. Das ist ein ganz neuer Start in den Tag. Ich habe endlich verstanden, dass meine Schlafstörungen nicht erst abends im Bett entstehen, sondern dass sie viel mit meiner unentspannten Haltung tagsüber zu tun haben.

Dieses Fließen der Energie aus dem Feng-Shui ist mir allerdings immer noch ein wenig suspekt. Aber: Die erste große Pflanze steht an der empfohlenen Stelle. Das sieht toll aus und beruhigt tatsächlich - zumindest die Augen. Auch schlafen wir nicht mehr so ungeschützt: Die Tür vom Schlafzimmer bleibt nachts nicht mehr offen, sondern wird angelehnt, das Handy wird ausgeschaltet. Auch Gardinenstoff für die Fenster ist gekauft.

Scheint, als hätte mich dieser zunächst von mir so abgewiesene Gedanke "Nichts in der Welt ist wichtig außer dir selbst" mittlerweile ganz schön wach gerüttelt. Ich denke jetzt tatsächlich mehr an mich und lasse von meinem Perfektionismus ab. Das macht das Chaos in den Ecken zwar nicht besser, aber ich selbst fühle mich besser und lasse vieles an mir abprallen, worüber ich mich sonst sofort aufgeregt hätte. Auch mit den Kindern gehe ich jetzt deutlich gelassener um - das ist sehr entspannend! Ein paarmal tief durchatmen und auf sich besinnen hilft ungeahnt gut! Die Schlaftrainerin hat mir erstaunlich viel innere Ruhe und Kraft gegeben. Neulich bin ich bei einer Entspannungsübung tatsächlich kurz eingeschlafen. Das war ein komisches Gefühl. Aber es zeigt mir, dass Übung und Umdenken offenbar funktionieren.

Ein paar Nächte hab ich inzwischen schon durchgeschlafen! Ich gehe zu regelmäßigen Zeiten ins Bett, schlafe leichter und oft ohne Fernsehen ein, werde nicht mehr so oft wach, denke manchmal an rein gar nichts und schlafe einfach weiter. Und kommen so banale Gedanken wie an Waschmaschine, Regenjacke und Frühstücksbrot dann doch, dann kommen sie halt. Ich weiß ja jetzt, wie normal alltägliche Gedanken in der Nacht sind, und ärgere mich nicht mehr so darüber.

Und: Morgens bleibe ich nicht mehr liegen, sondern stehe sofort auf, wenn ich wach bin. Noch nicht wirklich voller Elan und fit, aber immerhin mit einem ersten Schwung. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das schaffe. Nur die Augenränder, die sind leider immer noch da.

BRIGITTE BALANCE Heft 03/07 Text: Stefanie Wiggenhorn Fotos: Getty Images, Max Missal (2) Privat (3)

Wer hier schreibt:

Stefanie Wiggenhorn

Kommentare (2)

Kommentare (2)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Liebe Mitleidende,

    probiert mal den neuen Schlafratgeber bei psycheplus de aus. Er ist unter /schlafratgeber zu finden, kostet nix und ist extrem hilfreich. Kann ich nur empfehlen, obwohl er etwas Disziplin erfordert.

    Guten Schlaf,

    Insomnia
  • Anonymer User
    Anonymer User
    liebe brigitte,

    was mich verwundert ist, dass eine ganz simple "methode" gar nicht erwähnt wird: ipod nutzen!

    ich hatte so ziemlich alle probleme: nicht einschlafen. oder mitten in der nacht wachwerden, viel zu früh hellwach & erschöpft zugleich sein. gerne in stresssituationen natürlich. der stress, der hinzukam, war die not schlafen zu müssen, damit man anderntags fitt sei. die affenhorde von nutzlosen, sich im kreise drehenden gedanken und sorgen zu vollkommen unwichtigen dingen - nicht abzustellen.



    heute habe ich meinen ipod unter dem kopfkissen, darauf eine wunderbare hörbuch bibliothek. damit habe ich herrliche nächte mit tollen büchern und lesestimmen verbracht. liege entspannt im warmen bett, störe meinen mann nicht.

    alternativ den ton ganz leise stellen - schall und wahn von faulkner wählen, das wirkt sofort einschläfernd. kein stress schlafen zu müssen, evtl müde aber nicht schlecht gelaunt & erschöpft zu sein. man entspannt sich einfach & hat eine gute ze

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Sandra S., 35, aus Hannover, ist Mutter von sechsjährigen Zwillingsmädchen und in Teilzeit als Bürokauffrau tätig. Gern würde sie mehr tun für die Familie, den Job, die Freunde. Dafür aber ist sie schon morgens viel zu schlapp. Denn ihre Nächte sind nicht erholsam. Ihr größter Wunsch: Endlich gut schlafen.

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