Wohlfühlen
Die besten Tipps für mehr Energie im Alltag

Askese oder Genuss? Ordnung oder Chaos? Rückzug oder Kontakt? Mit diesen Energie-Tipps erkennen Sie Ihre Kraftquellen und schalten lästige Energieräuber aus.

Foto: christophe papke/photocase.de

  • Gewohnheit: Das bringt Energie
    Trends ignorieren: Vietnamesisch ist die neue Hausmannskost, Yoga noch hipper als Laufen. Sie aber essen gern Hackbraten mit Klößen und spielen schon seit Jahren im Sportverein Handball. Prima! Denn es ist wichtig zu wissen, was man wirklich mag.

    Paar-Rituale: Zum Beispiel nie ohne Kuss aus dem Haus, und am Hochzeitstag organisiert einer den Abend, morgens gibt's erst mal Kaffee im Bett. Solche liebevollen Gewohnheiten stärken die Liebe - weil sie zeigen: Das hier gehört nur uns zweien!
  • Gewohnheit: Das raubt Energie
    Dauerjammern: Wir meckern jahrelang über das Gleiche, ärgern uns über den öden Alltag, die anstrengende Beziehung, die blöde Freundin - aber wir ändern es auch nicht. Da hilft nur eine ehrliche Bestandsaufnahme. Und dann: "Love it, change it or leave it."

    Quäl-Rituale: Jeden Morgen nervt der Wecker, jeden Morgen Hetze. Probieren Sie neue Abläufe, bis der mit dem größten Wohlfühl-Faktor gefunden ist. Zum Beispiel: Wecker eine Viertelstunde früher stellen, dafür den Kaffee mit Zeit und Muße trinken.
  • Aufbruch: Das bringt Energie
    Lebens-Check: Wenn Sie etwas verändern wollen, müssen Sie wissen, wo Sie stehen. Coaches empfehlen deshalb, alle drei Monate Bilanz zu ziehen und aufzuschreiben, an welchem Punkt wir gerade sind: Was ist gut? Was läuft schlecht? Was soll sich ändern? Welche Ziele haben wir uns vorgenommen?

    Vortragsreihe in eigener Sache: Was können Sie? Was sind Ihre ganz besonderen Vorzüge? Und was wird das Leben noch Tolles für Sie hervorzaubern? Halten Sie sich vor dem Spiegel einen Vortrag in eigener Sache! Klingt etwas befremdlich, wirkt aber.
  • Aufbruch: Das raubt Energie
    Schwarzmalen: Das klappt ja nie! Dazu bin ich zu schlecht! Solche Glaubenssätze können sich so tief in unsere Seele fräsen, dass sie irgendwann Wirklichkeit werden. Also: weg damit!

    Sinnloses Durchbeißen: Wenn Vorhaben immer wieder scheitern, ist es Zeit, sich zu fragen, ob das Ziel vielleicht doch zu groß ist. Ehrgeiz ist grundsätzlich gut, falscher Ehrgeiz aber destruktiv.
  • Alleinsein: Das bringt Energie
    Den Kopf entleeren: Dabei hilft am besten die Meditation. Dazu braucht es aber Übung und eine gute Anleitung, z. B. durch Kurse, die von Volkshochschulen oder Yoga-Zentren angeboten werden.

    Den Atem beobachten: Im Sitzen, Liegen und Stehen die Hände auf den Bauch legen und einfach nur ein paar Atemzüge lang spüren, wie die Luft kommt und geht. Dabei am besten durch die Nase ein- und ausatmen. Und so geht's: langsam einatmen, kurz innehalten, dann bewusst und so lange wie möglich den Atem gehen lassen, eine kurze Pause machen, langsam und tief einatmen, ausatmen.
  • Alleinsein: Das raubt Energie
    Der Fernseher: banal, aber wahr. Wenn Sie monatelang fast jeden Abend vor der Glotze lümmeln - zu faul, zu müde -, wird es Zeit für eine Bestandsaufnahme. Was hindert Sie wirklich, sich noch mal aufzuraffen und unter Menschen zu gehen?

    Das falsche Wohnkonzept: Nicht jedem bekommt es, allein zu leben. WGs werden längst nicht mehr nur von Studenten gegründet, sondern von Menschen aller Altersgruppen. Eine gute Option für alle, die keinen Partner haben, viel arbeiten und/oder keinen großen Freundeskreis haben. Denn so entsteht Verbundenheit im Alltag.
  • Kontakt: Das bringt Energie
    Zeit zu zweit: Klar ist es nett, immer im Rudel unterwegs zu sein. Aber das Pflänzchen Zuneigung gedeiht vor allem, wenn man auch Exklusivzeit mit jemandem verbringt - egal, ob Partner oder Freundin.

    Den Horizont weiten: Jiu-Jitsu-Kampfkunst? Ostafrikanische Kunst? Modern Dance? Was wollten Sie immer mal wissen? In Internet-Foren finden Sie leicht Kontakt, wenn im Freundeskreis niemand Ihr spezielles Interesse teilt. Eine Möglichkeit: die BRIGITTE-Community.
  • Kontakt: Das raubt Energie
    Dauernerver: Nachbarinnen, die häufig unsere Babysitter-Dienste in Anspruch nehmen. Jammertüten, die ständig ihr Schicksal beklagen. Solche Leute tun nicht gut, sondern zapfen Energie ab!

    Keine Grenzen setzen: Menschen nur aus Mitleid treffen oder weil gerade kein anderer da ist - das funktioniert auf Dauer nicht. Freundschaft beruht immer auf Gegenseitigkeit: auf freiwilliger, großherziger Zuneigung und ehrlichem Interesse.
  • Entspannung: Das bringt Energie
    Vini-Yoga: Yoga-Kurse gibt es inzwischen überall. Wer aber noch nicht das Richtige für sich gefunden hat, ist vielleicht beim Vini-Yoga gut aufgehoben, denn diese Yoga-Form geht stark auf die Bedürfnisse des Einzelnen ein. Mehr dazu unter www.yoga-info.de.

    Kinderzeit: Einfach so in den Tag hineintrödeln, nichts tun, die Gedanken wandern lassen: Kinder können das. Probieren Sie es einfach mal aus. Einen Tag lang keine Termine und kein Telefon - und einfach mal gucken, wohin einen das Leben und die Lebenslust so treiben.
  • Entspannung: Das raubt Energie
    Frustverstärker: Je negativer wir eine Situation beurteilen, umso mehr belastet sie uns. Sobald wir uns über Lärm oder zu viel Arbeit oder den Chef ärgern, nervt es gleich noch viel mehr. Deshalb lohnt es sich, unvermeidliche Stress-Situationen als gegeben hinzunehmen. Und sich eine Belohnung in Aussicht zu stellen, wenn sie vorbei sind.

    Perfektionismus: Immer noch ein bisschen besser, schöner, schneller - Menschen, die alles optimal machen möchten, leiden stärker unter Kopfschmerzen, Ängsten und Depressionen.
  • Bewegung: Das bringt Energie
    Mehr Kraft: Lust, in einer Sportart weiterzukommen? Dann ist es am effektivsten, zunächst häufiger (zum Beispiel zweimal die Woche statt einmal), dann länger (dreißig Minuten statt zwanzig) und erst anschließend auf Schnelligkeit zu trainieren. So gewöhnen sich Bänder, Sehnen und Gelenke schonend an die neue Belastung.

    Den Richtigen finden: Routinier, Abenteurerin oder Einzelgänger? Sport ist Typsache. Ein Frischluft-Fan verkümmert vielleicht beim Hallenschwimmen, ein Gruppentier langweilt sich bei einsamen Joggingrunden. Ausprobieren - und auf den Spaßfaktor achten!

  • Bewegung: Das raubt Energie
    Extrem-Power: Einmal die Woche, dafür aber exzessiv - in Fachkreisen heißen solche Sportler "Weekend-Warriors". Und die schneiden in der Gesundheitsstatistik viel schlechter ab als Menschen, die sich zwar nur ein bisschen bewegen, dafür aber jeden Tag.
  • Askese: Das bringt Energie
    Fasten im Alltag und auf eigene Faust? Mit dem BRIGITTE-Fastenprogramm kann das gut klappen und richtig Spaß machen. Wichtig: Vorher unbedingt abchecken, ob aus medizinischer Sicht nichts dagegen spricht.

    Ausgaben kontrollieren: So bieder es sich anhört, ein Haushaltsbuch wirkt Wunder. Wie viel gebe ich für Coffee to go aus? Wie viel für Zigaretten? Schnell bringt der Verzicht monatlich mehr ins Portemonnaie - nach drei Monaten eventuell genug für einen Wochenend-Trip.

    Tägliches Kloster: Das Besinnen auf einfache Werte fördert das Wohlgefühl. Wie etwa jeden Tag fünf Minuten bewusst schweigen.
  • Askese: Das raubt Energie
    Unrealistische Ziele: Über 40 Prozent der Deutschen fassen alle Jahre wieder gute Vorsätze. Viele halten sie nicht durch. Der Grund: Brachialmethoden. Zu neuen Gewohnheiten will der Kopf verführt werden. Zum Beispiel: Nur an zwei Abenden pro Woche Wein - dann können wir nämlich selbst entscheiden, wie wir den Verzicht einteilen.

    Zwang: Es gibt Menschen, die sich dauerhaft zu extremem Verzicht zwingen. So kann schlimmstenfalls aus der Diät eine Essstörung werden. Ganz sicher geht zu viel Lebensfreude verloren.
  • Genuss: Das bringt Energie
    Von den Ansätzen der "Kleinen Schule des Genießens" profitieren nicht nur Menschen mit psychischen Störungen. Sie sind ziemlich einfach:

    Genuss braucht Zeit! Ein emotionaler Zustand, besonders ein positiver, muss sich entwickeln können.
    Genuss muss erlaubt sein! "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen"? Bitte bloß nicht! Wir sollten uns immer wieder die Erlaubnis erteilen, uns Gutes zu tun - ohne es zu "verdienen".
    Genuss geht nicht nebenbei! Ein Glas Rotwein beim Abwaschen, eine schnelle Schinkensemmel beim Internetsurfen: nein.
    Weniger ist mehr! Und keineswegs: je mehr, desto besser.
    Aussuchen, was einem guttut! Nicht alle Menschen macht das Gleiche in jeder Situation glücklich. Deshalb: ausprobieren.
    Ohne Erfahrung kein Genuss! Durch und durch einen Wein goutieren, wissen, welche Musik uns wirklich gefällt: Mit solchen Erlebnissen sollten Sie immer wieder experimentieren.
  • Genuss: Das raubt Energie
    Pausenfüller: Nicht mit jedem schnellen Snack können wir "Energie tanken". Wenn wir uns damit um die Pause bringen, die wir bräuchten, lieber etwas länger den Magen knurren lassen - das verfeinert, wie Studien zeigen, den Geschmackssinn und erhöht den Genuss!

    Eintönigkeit: Instinktiv immer nach demselben Käse in der Theke greifen, dauernd dieselben Spaghetti, nie ein anderer Joghurt - wie öde. Auch Geschmacksnerven wollen angeregt werden.
  • Text: Anne-Bärbel Köhle, Irene Stratenwerth
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