Partnerhoroskop: "Jede Beziehung ist lebbar"

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BRIGITTE.de: "Gleich und gleich gesellt sich gern" oder "Gegensätze ziehen sich an", was trifft eher zu?

Roswitha Broszath: Beides stimmt irgendwie und ich selber entscheide, was mich im Leben letztlich weiterbringt: die Übereinstimmung oder die Spannung. Meiner Meinung nach gibt es in jeder Beziehung beide Aspekte. Wenn wir jetzt zum Beispiel zwei Erdzeichen nehmen, zwischen denen können auch Spannungen entstehen, über den Aszendenten zum Beispiel oder über Mars oder Venus.

Spirituell betrachtet, gibt es ja auch Seelenpartner. Sie sehen sich übrigens ganz häufig ähnlich. Wenn zwei Menschen zusammen sind, die aussehen wie Geschwister, dann sind sie Seelenpartner und haben oft eine innige Verbundenheit. Trotzdem gibt es auch Spannungspunkte, sonst wären sie nicht länger zusammen. Und dann gibt es die Partner, die völlig konträr aussehen, so ist es zum Beispiel in meiner Beziehung. Ich bin blond und trage meist helle Sachen, mein Mann hat schwarze Haare und trägt fast immer schwarz. Obwohl wir beide Fische sind, sind wir so unterschiedlich, wie man sich das nur denken kann. Und trotzdem gibt es über die Fische-Sonne natürlich auch eine Ebene, auf der wir uns sehr verstehen. Aber all die Dinge, für die sich mein Mann interessiert - Boxkampf, Autorennen, Fußball gucken - interessieren mich nicht. Und wenn ich mit meinen spirituellen Themen befasst bin, wenn ich Workshops mache, dann ist er nicht dabei. Da ist es dann wichtig, dass man den anderen lässt. Von daher stimmt beides: "Gleich und gleich gesellt sich gern" und "Gegensätze ziehen sich an", da ist mehr Dynamik in der Beziehung.

Vielleicht hat man auch erst jemanden, mit dem man im Gleichklang lebt und in der nächsten Beziehung kommt der Gegensatz oder umgekehrt. Man sagt immer, den Seelenpartner lernt man erst später kennen, den muss man sich erarbeiten - so im Alter von 37 Jahren, wenn der Seelenstrahl die Herrschaft übernimmt. Da findet man meist zu seiner elementaren Aufgabe, zu seiner Bestimmung.

BRIGITTE.de: Ist im Horoskop eine Art Idealpartner angelegt?

Roswitha Broszath: Bei Männern ist das archetypische Bild der Weiblichkeit oft dargestellt über die Venus im Horoskop. Wenn also zum Beispiel ein Fische-Mann die Venus im Widder hat, dann ist sein archetypisches Bild von Weiblichkeit die Widder-Frau. Die ist selbstständig, reist gerne, legt wert auf Unabhängigkeit, ist loyal, lässt sich aber nicht vereinnahmen und ist kein Schmusekätzchen.

Bei der Frau wird das archetypische Bild der Männlichkeit dargestellt durch den Mars. Wenn bei einer Frau der Mars in Wassermann ist, dann fühlt sie sich angezogen von Männern, die ein bisschen unorthodox sind, die eigenwillig leben, sich nicht in ein Raster hineinpressen lassen, die einen starken Gerechtigkeitssinn haben und die sich nicht so schnell in eine Routine reinfallen lassen.

BRIGITTE.de: Gibt es noch andere Aspekte im Horoskop, die etwas über Partnerschaft verraten?

Roswitha Broszath: Ja, der Deszendent, die Spitze des siebten Hauses, zeigt, was ich in der Begegnung anziehe, weil ich es brauche. Wenn mein Aszendent z.B. in Steinbock ist, ist mein Deszendent in Krebs. Dann brauche ich Menschen, die eine warme, aufbauende Energie haben, die mich leistungsfixierten Steinbock auch mal runterholen und sagen: "Jetzt setzt du dich mal auf die Couch und legst die Füße hoch."

Diese Anregungen sind wertvoll, weil sie das Verständnis für den anderen schärfen. Wenn zum Beispiel Krebse große Schwierigkeiten haben, über ihre Probleme zu reden, dann heißt das nicht, dass sie sich absichtlich verschließen, sondern, dass sie eine Hemmung haben, über die sie schwer hinauskommen. Dem Krebs deshalb Vorwürfe zu machen oder ihn zu drängen, macht alles nur schlimmer. Den anderen in seiner Besonderheit zu sehen und darauf Rücksicht zu nehmen und nicht zu erwarten, dass er sich den eigenen Vorstellungen anpasst, das ist wichtig. Jeder sollte die höhere Form der Liebe anstreben und die ist, den anderen so zu lieben, wie er ist, ohne Erwartungen. Also kein: "Ich liebe dich, wenn du hier spurst und Wohlverhalten zeigst", sondern: "Ich liebe dich, weil ich dich schätze mit all deinen Fehlern, Vorzügen, mit allem, was du mitbringst."

Viele verlieben sich, weil der andere ganz anders ist als man selbst. Die sehr leistungsorientierte Steinbock-Frau zum Beispiel sucht sich häufig einen Waage-Mann, weil der die Kunst des Lebens und Liebens beherrscht. Jetzt kommen die beiden zusammen und dann fängt sie irgendwann an, sich darüber zu ärgern, dass sie so viel arbeitet und er ein Lebenskünstler ist. Was folgt, sind Streit und Vorwürfe: "Du machst dir das Leben so einfach und ich stehe immer hinter dir und muss dafür sorgen, dass du das kannst." Man muss von vornherein wissen, dass der Punkt, der die Liebe ausgelöst hat, irgendwann zum Stolperstein werden kann, wenn man nicht aufpasst.

  • Interview: Katharina Wantoch Teaserfoto: istockphoto.com
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