Astrologie
Sternzeichen Fische: Wanderer zwischen zwei Welten

Fische haben eine irdische und eine kosmische Seite. Was das für den Fisch und sein Leben bedeutet, erzählt BRIGITTE-Astrologin Roswitha Broszath im Interview.

Foto: istock/Thinkstock

Roswitha Broszath

Roswitha Broszath

BRIGITTE.de: Was sagt uns der Fisch über das Sternzeichen Fische?

Roswitha Broszath: Das Tierkreissymbol Fische lehnt sich an das gleichnamige Sternbild an. Es besteht aus zwei Fischen, die an den Schwänzen zusammengebunden sind und in unterschiedliche Richtungen streben. Der linke Fisch ist aufsteigend am Himmel zu sehen und schwimmt Richtung Wassermann zum Sternbild Andromeda. Der rechte Fisch schwimmt parallel unter Pegasus entlang in Richtung Widder. Letzterer steht für das Weltliche, für Liebe, Lust und Irdisches, der andere Fisch steht für das Spirituelle. Diese Symbolik ist sehr passend, denn der Fisch ist ein Wanderer zwischen zwei Welten, der irdischen und der kosmischen. Manchmal mag es so aussehen, als wenn er zwischen zwei Gefühlswelten oder Ansprüchen hin- und hergerissen ist, aber das stimmt nicht. Beide Ebenen gehören zu ihm.

Fische sind das zwölfte Zeichen im Tierkreis und symbolisieren damit Anfang und Ende. Hinter ihnen liegt ein langer Erfahrungsweg. Deswegen werten Fische auch nicht. Sie können alles verstehen und alles vergeben - aus dem Schatz ihrer eigenen früheren Erfahrungen heraus.

Der Fisch ist das Zeichen für Wiedergeburt. Ihm entspricht die biblische Geschichte von Jona und dem Wal. Jona, der nicht nach Ninive möchte, über das Wasser flieht, von einem Wal verschluckt wird und schließlich doch in Ninive landet, weil der Wal ihn dort ausspukt. Er kann seinem Schicksal nicht entkommen. Fische wissen, dass es dieses Schicksal gibt, das über uns waltet, und sie geben sich dieser übergeordneten Macht hin. Gerade beim Tierkreiszeichen Fische muss man allerdings sehr stark differenzieren, wie Männer und Frauen diese Energie ausleben. Männer haben oft nicht den Mut, die Feinstofflichkeit, das Spirituelle so deutlich zu zeigen, weil sie es als unmännlich empfinden. Deshalb geben sie sich oft ganz bewusst rational und handfest.

BRIGITTE.de: Wie lautet das Motto der Fische?

Roswitha Broszath: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt" und "Es gibt mehr zu verlieren als dieses Leben".

BRIGITTE.de: Welche prominenten Wanderer zwischen den Welten gibt es?

Fische haben eine musische und schauspielerische Begabung. Prominente Vertreter sind zum Beispiel Juliette Binoche, Bruce Willis, Chris Rea oder Harry Belafonte.

Bei Liza Minnelli kommen das Schauspiel und das Singen zusammen. Fische haben häufig sehr viele Begabungen, aber auch die Tendenz, dass sie immer auf der Suche nach grenzüberschreitenden Erfahrungen sind, nach etwas, was auf der Erde schwer zu finden ist. Das macht sie anfällig für bewusstseinserweiternde Drogen - vor allem, wenn sie das Gefühl haben, ihren Lebensinhalt nicht finden zu können oder Angst haben zu versagen.

Fische engagieren sich häufig sozial. Das trifft etwa auf Ute-Henriette Ohoven mit ihren Charity-Veranstaltungen zu oder auf Sharon Stone und Cindy Crawford.

Ein typischer Fisch war Albert Einstein: Er hat das Geniale, das Fische haben können, aber er hat auch noch etwas anderes, was wir bei Fischen häufig finden: Er war Spätentwickler. Fische brauchen lange, bis sie aus der Welt der Fantasie auf dem Boden der Tatsachen ankommen, sich wirklich realistisch sehen und erkennen, was für ein Potenzial sie haben.

Michael Gorbatschow verkörpert das Visionäre, das typisch für Fische ist. Er hat die Welt so verändert, wie kaum ein anderer in den letzten Jahren. Und bei Prinz Albert von Monaco spürt man die weiche Seite, die Fische oft haben.

BRIGITTE.de: Kann man Fischen diese weiche Seite ansehen?

Roswitha Broszath: Ja, an den Augen. Wenn jemand eine starke Fische-Betonung hat, dann sehen die Augen immer so aus, als wenn man gerade unter Wasser war. Die Augen haben eine besondere Tiefe. Bei Frauen gleichen sie oft Märchenaugen.

Fische sind aber nicht nur sensibel oder gar weich, auch wenn man ihnen das gern nachsagt. Ihr Herrscher ist Neptun bzw. Poseidon. Letzterer konnte ein Unruhestifter sein und war sehr kämpferisch. Zu Fischen gehört als spirituelle Disziplin der Mut. Kein anderes Tierkreiszeichen nimmt so sehr den Kampf mit den inneren und äußeren Dämonen auf sich wie ein Fisch. Man sagt, die Seele des Fisches ist ein Kampfplatz, weil der Fisch bereit ist, sich mit schwierigen Dingen - auch in sich selbst - auseinanderzusetzen.

Fische wachsen häufig in Familien auf, in denen das Vaterbild geschwächt ist, in denen der Vater entweder von der Familie der Mutter nicht so ernst genommen oder als weich hingestellt wird. Manchmal ist es auch so, dass Fische sich in der Kindheit nicht als eigenständige Persönlichkeit wahrnehmen dürfen, sondern eine Art Verlängerung der Mutter sind. Bei Fischen ist Hellsichtigkeit, das Einfühlen in andere, sehr ausgeprägt. Und weil sie sich nicht gut abgrenzen können, nehmen sie jede Seelenregung anderer Menschen, besonders der Mutter, auf und leiden darunter. Typisch sind auch Familien, die in ihrer eigenen Wirklichkeit leben, die besonders ethisch, moralisch, religiös, hilfreich und gut sind und dieses Bild der heilen Familie nach außen aufrechterhalten. Was nicht ideal ist, wird verdrängt. Fische-Kinder werden in diesem Klima zu selektiver Wahrnehmung erzogen. Das kann - und das ist die Falle - dazu führen, dass Fische in der Partnerschaft in Abhängigkeit oder Co-Abhängigkeit geraten, in Beziehungen, in denen die Realität ausgeklammert wird. Viele Fische-Frauen mussten in der Kindheit die leidvolle Erfahrung machen, dass ihnen suggeriert wurde, mit ihnen stimme etwas nicht, sie bildeten sich Dinge ein, die gar nicht stattgefunden haben, ihre Wahrnehmung sei also falsch.

BRIGITTE.de: Wie sind Fische denn nun in Liebesbeziehungen?

Roswitha Broszath: Sie sind auf der einen Seite sehr anhänglich, geben auf der anderen Seite aber nie alles von sich preis. Ihre ungeheure Seelentiefe wird man nie richtig ausloten können. Für konkrete Aussagen steht der Fisch nicht zur Verfügung. Er denkt sich dann auch manchmal: "Wenn der andere nicht spürt, was ich sagen will, dann hat es ohnehin keinen Wert."

Fische haben Angst davor, dass eine Beziehung entzaubert wird, dass der Partner entzaubert wird. Sie lieben Beziehungen, die ganz besonders schön sind, fast etwas Märchenhaftes haben. Und für dieses Ideal können sie richtig bluten. Das Märchen von der kleinen Meerjungfrau ist ein typisches Fische-Märchen. Die Meerjungfrau, die unbedingt den Prinz haben will und dafür so viel in Kauf nimmt. Fische können sich auch in ein Märchen hineinsteigern. Wenn die Beziehung dann entzaubert ist, wird ein Fisch das nicht thematisieren. Fischen ist es viel zu lästig, andere zu korrigieren. Wenn nichts mehr geht, sind sie einfach weg - manchmal ohne Erklärung, da können sie kompromisslos sein. Ein einfacher Partner ist der Fisch sicher nicht. Er hat etwas Zauberhaftes, etwas Rätselhaftes, lässt immer noch Raum für Fantasie, was ja auch den besonderen Reiz ausmachen kann. Immer wenn man meint, ihn zu kennen, zeigt er wieder eine ganz andere Seite. Er zeigt sich nicht wirklich und er gibt sich nicht wirklich hin, bei aller Leidenschaft, zu der Fische durchaus fähig sind.

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  • Interview: Katharina Wantoch
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