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Tierkreiszeichen

Astrologie
Sternzeichen Fische: Wanderer zwischen zwei Welten

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BRIGITTE.de: Kann man Fischen diese weiche Seite ansehen?

Roswitha Broszath: Ja, an den Augen. Wenn jemand eine starke Fische-Betonung hat, dann sehen die Augen immer so aus, als wenn man gerade unter Wasser war. Die Augen haben eine besondere Tiefe. Bei Frauen gleichen sie oft Märchenaugen.

Fische sind aber nicht nur sensibel oder gar weich, auch wenn man ihnen das gern nachsagt. Ihr Herrscher ist Neptun bzw. Poseidon. Letzterer konnte ein Unruhestifter sein und war sehr kämpferisch. Zu Fischen gehört als spirituelle Disziplin der Mut. Kein anderes Tierkreiszeichen nimmt so sehr den Kampf mit den inneren und äußeren Dämonen auf sich wie ein Fisch. Man sagt, die Seele des Fisches ist ein Kampfplatz, weil der Fisch bereit ist, sich mit schwierigen Dingen - auch in sich selbst - auseinanderzusetzen.

Fische wachsen häufig in Familien auf, in denen das Vaterbild geschwächt ist, in denen der Vater entweder von der Familie der Mutter nicht so ernst genommen oder als weich hingestellt wird. Manchmal ist es auch so, dass Fische sich in der Kindheit nicht als eigenständige Persönlichkeit wahrnehmen dürfen, sondern eine Art Verlängerung der Mutter sind. Bei Fischen ist Hellsichtigkeit, das Einfühlen in andere, sehr ausgeprägt. Und weil sie sich nicht gut abgrenzen können, nehmen sie jede Seelenregung anderer Menschen, besonders der Mutter, auf und leiden darunter. Typisch sind auch Familien, die in ihrer eigenen Wirklichkeit leben, die besonders ethisch, moralisch, religiös, hilfreich und gut sind und dieses Bild der heilen Familie nach außen aufrechterhalten. Was nicht ideal ist, wird verdrängt. Fische-Kinder werden in diesem Klima zu selektiver Wahrnehmung erzogen. Das kann - und das ist die Falle - dazu führen, dass Fische in der Partnerschaft in Abhängigkeit oder Co-Abhängigkeit geraten, in Beziehungen, in denen die Realität ausgeklammert wird. Viele Fische-Frauen mussten in der Kindheit die leidvolle Erfahrung machen, dass ihnen suggeriert wurde, mit ihnen stimme etwas nicht, sie bildeten sich Dinge ein, die gar nicht stattgefunden haben, ihre Wahrnehmung sei also falsch.

BRIGITTE.de: Wie sind Fische denn nun in Liebesbeziehungen?

Roswitha Broszath: Sie sind auf der einen Seite sehr anhänglich, geben auf der anderen Seite aber nie alles von sich preis. Ihre ungeheure Seelentiefe wird man nie richtig ausloten können. Für konkrete Aussagen steht der Fisch nicht zur Verfügung. Er denkt sich dann auch manchmal: "Wenn der andere nicht spürt, was ich sagen will, dann hat es ohnehin keinen Wert."

Fische haben Angst davor, dass eine Beziehung entzaubert wird, dass der Partner entzaubert wird. Sie lieben Beziehungen, die ganz besonders schön sind, fast etwas Märchenhaftes haben. Und für dieses Ideal können sie richtig bluten. Das Märchen von der kleinen Meerjungfrau ist ein typisches Fische-Märchen. Die Meerjungfrau, die unbedingt den Prinz haben will und dafür so viel in Kauf nimmt. Fische können sich auch in ein Märchen hineinsteigern. Wenn die Beziehung dann entzaubert ist, wird ein Fisch das nicht thematisieren. Fischen ist es viel zu lästig, andere zu korrigieren. Wenn nichts mehr geht, sind sie einfach weg - manchmal ohne Erklärung, da können sie kompromisslos sein. Ein einfacher Partner ist der Fisch sicher nicht. Er hat etwas Zauberhaftes, etwas Rätselhaftes, lässt immer noch Raum für Fantasie, was ja auch den besonderen Reiz ausmachen kann. Immer wenn man meint, ihn zu kennen, zeigt er wieder eine ganz andere Seite. Er zeigt sich nicht wirklich und er gibt sich nicht wirklich hin, bei aller Leidenschaft, zu der Fische durchaus fähig sind.

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  • Interview: Katharina Wantoch
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