Astrologie
Sternzeichen Krebs: Die Grenzgänger

Menschen mit Sternzeichen Krebs leben zwischen Wasser und Land, zwischen Gefühl und Verstand. Roswitha Broszath entschlüsselt das Geheimnis der Krebse.

Foto: istock/Thinkstock

Roswitha Broszath

Roswitha Broszath

BRIGITTE.de: Unter einem Krebs kann sich jeder etwas vorstellen. Aber finden wir unsere Vorstellung des Krebses so auch am Himmel wieder?

Roswitha Broszath: Das Sternzeichen Krebs ist ein bisschen eingezwängt zwischen Zwillinge und Löwe und besteht aus einem Sternenhaufen, der - mit etwas Fantasie betrachtet - einem Krebs gleicht. In Ägypten war der Krebs, wie wir ihn hier als Tierkreiszeichen kennen, der Scarabäus. Der heilige Käfer, der für die Unsterblichkeit und das Symbol der Wiedergeburt steht, wird dem Zeichen auch noch mehr gerecht. Der Krebs ist der Hüter der Seelen und ein tief mystisches Zeichen. Spirituell gesehen führt und leitet er die Seelen auf ihrem Weg von den Sternen zurück ins Irdische und hilft, wieder zu inkarnieren.

BRIGITTE.de: Das Tier Krebs hat sein "Haus" immer dabei, geht gern mal nicht den direkten Weg und gilt als Einsiedler. Gibt es da Parallelen zu dem Tierkreiszeichen Krebs?

Roswitha Broszath: Der Krebs ist weder ein Wasser- noch ein Landbewohner, sondern ein Grenzgänger, der sich zwischen beiden Bereichen hin- und herbewegt und in beiden zu Hause ist. Wie der Einsiedlerkrebs hat er schon die Tendenz, sich in seine Schale zurückzuziehen, um dort Schutz und Geborgenheit zu suchen. Aber sobald der Krebs aus seiner Schale herausgewachsen ist, sucht er sich eine größere, neue Schale. Krebse erschaffen sich je nach Anforderung neu. Sie haben eine enorme Kraft, die aus der Seele kommt und die bei ihnen viel stärker ist als die Kraft des Körpers.

Der Krebs ist statisch und wandlungsfähig zugleich. Im Bewusstsein, im Verhalten, in der Beziehung zu anderen Menschen und im Beruf entwickelt er sich immer weiter. In den Phasen des Übergangs ist der Krebs besonders empfindlich, weil er dann seine alte Schale verliert und sich schutzlos fühlt. Doch sobald er seine neue Schale aufgebaut hat, ist er sehr viel abgegrenzter und wehrhafter.

Der Krebs ist ein sehr schöpferisches Zeichen. Krebsfrauen besinnen sich zunächst oft auf die erste Schöpfung, das heißt, sie bekommen Kinder. Erst wenn die Kinder auf einem guten Weg sind, kann die Krebsfrau ihre schöpferische Energie anderweitig nutzen - zum Beispiel für ihre künstlerischen Fähigkeiten. Krebsfrauen sind begnadete Malerinnen mit einer großen Schaffenskraft, aber sie werden sich dem erst ganz und gar - ein typischer Krebsbegriff - hingeben, wenn sie wissen, dass sie ihre Kinder unbesorgt ins Leben ziehen lassen können. Wobei ihnen das Loslassen immer schwer fallen wird.

BRIGITTE.de: Von Krebsen heißt es schnell mal, sie seien schwach und weich.

Roswitha Broszath: Kaum ein Tierkreiszeichen wird so verkannt wie der Krebs, der so vielschichtig und so geheimnisvoll ist. Krebse sind nicht schwach, sondern empfindsam, was nicht das gleiche ist. Gerade sensible Menschen leben aus der Essenz der Seele - und die vermittelt eine feine Widerstandskraft im Umgang mit Schwierigkeiten. Krebse sind kränkbar, und sie haben die Tendenz über Kränkungen nicht zu sprechen, was das Zusammenleben manchmal schwierig macht. Ein Krebs muss immer erst mit sich selbst im Reinen sein, die Dinge erstmal von allen Seiten betrachten. Erst dann kann er mit seinen Gefühlen nach Außen gehen.

Für den Krebs ist das Gefühl stärker als die Logik, das Herz stärker als der Verstand. Sie bewegen sich, wie gesagt, zwischen Land und Wasser. Psychologisch steht das Wasser ja für Gefühl und das Land für Standfestigkeit. Der Krebs ist in beiden Bereichen zu Hause, aber die Gefühlsebene, das weiche Hinterfragen, ist ihm näher. In dem Gedicht von Brecht über Lao Tse heißt es:

"Daß das weiche Wasser in Bewegung
Mit der Zeit den harten Stein besiegt.
Du verstehst, das Harte unterliegt."

Die Quintessenz, dass das Harte unterliegt, entspricht der Weisheit des Krebses.

BRIGITTE.de: Ist das auch sein Motto?

Roswitha Broszath: Ja, das ist das eine Motto des Krebses. Das andere Motto ist eine zen-buddhistische Weisheit, die besagt, dass nur ein Handeln aus dem Zustand des vollkommenen Annehmens einer Situation sinnvoll ist. Und das können Krebse. Sie können Situationen absolut annehmen und mit der Energie mitgehen. Krebse wissen, dass Prozesse eine gewisse Reifedauer brauchen. Wenn sie zum Beispiel einen Menschen haben wollen, können sie geduldig abwarten, bis sie ihn tatsächlich bekommen. Wenn Krebse etwas wollen, dann wollen sie es auch.

BRIGITTE.de: Was wollen Krebse für eine Beziehung führen?

Roswitha Broszath: In Beziehungen können Krebse festhaltend, verschlingend und Besitz ergreifend sein. Man sagt, was ein Krebs in seinen Zangen hat, gibt er nie wieder her. Es sei denn, er will es nicht mehr. Krebsgeborene geben in Beziehungen alles, sie haben eine große Liebeskraft. In der Bibel gibt es das Hohelied der Liebe, in dem es heißt: "Stark wie der Tod ist die Liebe". Das ist auch ein Krebs-Motto. Ihre Liebeskraft befähigt Krebse zu allem, sie fordern aber auch alles. Ein bisschen lieben, das gibt es für sie nicht.

Seite:

  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  • Interview: Katharina Wantoch
Sie interessieren sich für unsere Themen? Kostenlosen Newsletter bestellen