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Astrologie
Sternzeichen Krebs: Die Grenzgänger

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BRIGITTE.de: Von Krebsen heißt es schnell mal, sie seien schwach und weich.

Roswitha Broszath: Kaum ein Tierkreiszeichen wird so verkannt wie der Krebs, der so vielschichtig und so geheimnisvoll ist. Krebse sind nicht schwach, sondern empfindsam, was nicht das gleiche ist. Gerade sensible Menschen leben aus der Essenz der Seele - und die vermittelt eine feine Widerstandskraft im Umgang mit Schwierigkeiten. Krebse sind kränkbar, und sie haben die Tendenz über Kränkungen nicht zu sprechen, was das Zusammenleben manchmal schwierig macht. Ein Krebs muss immer erst mit sich selbst im Reinen sein, die Dinge erstmal von allen Seiten betrachten. Erst dann kann er mit seinen Gefühlen nach Außen gehen.

Für den Krebs ist das Gefühl stärker als die Logik, das Herz stärker als der Verstand. Sie bewegen sich, wie gesagt, zwischen Land und Wasser. Psychologisch steht das Wasser ja für Gefühl und das Land für Standfestigkeit. Der Krebs ist in beiden Bereichen zu Hause, aber die Gefühlsebene, das weiche Hinterfragen, ist ihm näher. In dem Gedicht von Brecht über Lao Tse heißt es:

"Daß das weiche Wasser in Bewegung
Mit der Zeit den harten Stein besiegt.
Du verstehst, das Harte unterliegt."

Die Quintessenz, dass das Harte unterliegt, entspricht der Weisheit des Krebses.

BRIGITTE.de: Ist das auch sein Motto?

Roswitha Broszath: Ja, das ist das eine Motto des Krebses. Das andere Motto ist eine zen-buddhistische Weisheit, die besagt, dass nur ein Handeln aus dem Zustand des vollkommenen Annehmens einer Situation sinnvoll ist. Und das können Krebse. Sie können Situationen absolut annehmen und mit der Energie mitgehen. Krebse wissen, dass Prozesse eine gewisse Reifedauer brauchen. Wenn sie zum Beispiel einen Menschen haben wollen, können sie geduldig abwarten, bis sie ihn tatsächlich bekommen. Wenn Krebse etwas wollen, dann wollen sie es auch.

BRIGITTE.de: Was wollen Krebse für eine Beziehung führen?

Roswitha Broszath: In Beziehungen können Krebse festhaltend, verschlingend und Besitz ergreifend sein. Man sagt, was ein Krebs in seinen Zangen hat, gibt er nie wieder her. Es sei denn, er will es nicht mehr. Krebsgeborene geben in Beziehungen alles, sie haben eine große Liebeskraft. In der Bibel gibt es das Hohelied der Liebe, in dem es heißt: "Stark wie der Tod ist die Liebe". Das ist auch ein Krebs-Motto. Ihre Liebeskraft befähigt Krebse zu allem, sie fordern aber auch alles. Ein bisschen lieben, das gibt es für sie nicht.

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  • Interview: Katharina Wantoch Illustration: Ralf Nitmann
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