Sternzeichen Jungfrau: Analytisch und unabhängig

Die Jungfrau gilt als penibel und putzwütig. Was das Sternzeichen Jungfrau wirklich ausmacht, verrät BRIGITTE-Astrologin Roswitha Broszath im Interview.

24.8 - 23.9

Positive Eigenschaften

  • unabhängig
  • können Missstände ansprechen
  • können andere gut ermuntern
  • diszipliniert
  • sorgfältig

Herausforderungen

  • kompromisslos
  • perfektionistisch
  • halten Gefühle oft unter Verschluss
  • Kritiksucht

Welche Partner passen zum Sternzeichen Jungfrau?

Das Sternzeichen Jungfrau wird wie das Sternzeichen Zwillinge von Merkur regiert, dass heißt, dass beide den Verstand dem Herz vorziehen. Das verbindet, kann aber auch dazu führen, dass die Lebendigkeit in der Beziehung leidet. Inspirierend für Jungfrauen ist das Sternzeichen Fische, weil von diesem die Kreativität in die Partnerschaft getragen wird. Mehr zu genießen, lernen Jungfrauen vom Sternzeichen Stier.

Und die anderen Sternzeichen? Das verrät das große Partnerhoroskop, die Astro-Ampel.

Besonderheit

Ein Motto der Jungfrauen ist: "Nur was ich selbst mache, ist gut erledigt"

Das große Interview mit Star-Astrologin Roswitha Broszath zum Sternzeichen Jungfrau

  Roswitha Broszath

Roswitha Broszath

BRIGITTE.de: Was verrät uns das Sternzeichen Jungfrau über Jungfrau-Geborene?

Roswitha Broszath: Jungfrau ist ein sehr großes Sternbild, was die Wichtigkeit des Zeichens unterstreicht. Auf alten Karten wird die Jungfrau mit Flügeln und zwei Kornähren dargestellt. Am meisten hat sie zu tun mit der Göttin Demeter, die die guten Gaben Brot und Wein bringt. Die Flügel sind allerdings ein bisschen verwirrend, denn Jungfrau ist ja kein Engel.

Jungfrau steht für eine freie, unabhängige Weiblichkeit. Kein Tierkreiszeichen hat diese Unabhängigkeit, die die Jungfrau hat. Sie will niemand untertan sein. Sie achtet darauf, ihren eigenen Weg gehen zu können, egal in welcher Lebenssituation. In elementaren Dingen wird sie keine Kompromisse machen.

BRIGITTE.de: Jungfrauen werden schnell mal als penibel, perfektionistisch und putzwütig dargestellt.

Roswitha Broszath: Das wird dem Zeichen nicht gerecht. Natürlich hat die Jungfrau den Anspruch, sehr genau zu sein, und sie hat auch durchaus etwas Perfektionistisches, aber wunderbarerweise nicht durchgängig. Jungfrauen können auch eine Ecke haben, wo sie wohltuend schlampig sind, als gesundes Regulativ eigentlich. Ganz sicher ist die Jungfrau nicht prädestiniert dafür, eine perfekte Hausfrau zu sein. Vielmehr hat sie einen besonderen kosmischen Auftrag: mit Mut und Demut etwas zur Heilung dieses Planeten beizutragen.

Die Begabung zur Analyse und Diagnose gehört zu Jungfrau dazu, ebenso der Reinheitsanspruch. Deswegen sind Jungfrauen auch gehäuft in therapeutischen Berufen zu finden und befassen sich bevorzugt mit den Unebenheiten des Lebens, die der Heilung und Ordnung bedürfen. Umweltschutz ist explizit Jungfrauqualität. Sie haben eine kritische Sichtweise und den Mut, Unangenehmes und Unbequemes beim Namen zu nennen und ins Lot zu bringen. Kein anderes Tierkreiszeichen hat so einen starken Bezug zum Zen-Buddhismus wie die Jungfrau. Hier gibt es besondere Regeln, die besagen, dass selbst unbedeutende tägliche Pflichten wie Staubwischen, Bügeln, selbst so niedere Arbeiten wie die Toilette zu putzen, eine göttliche Handlung sein können. Alles ist Meditation und wird von der Jungfrau mit dem rechten Bewusstsein erledigt. Zen-inspiriert sieht die Jungfrau die Schönheit in der Schlichtheit und Einfachheit.

"Große Weisheit kommt von großem Zweifel", dieses Konfuzius-Wort ist übrigens auch eine typische Jungfrau-Sichtweise.

BRIGITTE.de: Klingt, als hätten wir schon ein Jungfrau-Motto gefunden.

Roswitha Broszath: Ja, aber es gibt noch weitere. "Ordnung ist das halbe Leben" zum Beispiel, aber nicht, weil die Jungfrau so perfektionistisch ist, sondern weil sie Unordnung als Zeitverschwendung empfindet. Sie ist sehr ökonomisch. Dass Jungfrauen nicht gut delegieren können, zeigt sich in einem weiteren Motto: "Nur was ich selbst mache, ist gut erledigt".

BRIGITTE.de: Wo sind Jungfrauen beruflich gut aufgehoben?

Roswitha Broszath: Bedauerlicherweise sind sie häufig in der zweiten Reihe zu finden, was in der Kindheit begründet ist. Jungfrauen werden oft in einer Situation geboren, in der jemand hinterfragt, ob es klug ist, jetzt ein Kind zu bekommen. Weil die Eltern beispielsweise sehr angespannt sind, in einer existenziellen Neugründung oder auch Notlage stecken. Das noch ungeborene Kind verinnerlicht dieses Gefühl, ungelegen zu kommen. Aus dieser Situation heraus bleiben Jungfrau-Geborene später häufig in der zweiten Reihe und müssen ermuntert werden, für ihre wirklich glänzenden Leistungen auch das entsprechende Lob zu fordern, bevor jemand anders sich mit ihren Leistungen in den Vordergrund stellt.

BRIGITTE.de: Welche Berufe liegen Jungfrauen denn besonders?

Roswitha Broszath: Zur Jungfrau gehört: ordnen, klären, heilen. Eine Jungfrau arbeitet systematisch, methodisch, verlässlich, kontinuierlich, logisch. Das befähigt sie, perfekte Arbeit abzuliefern. Mit ihren Präferenzen sind Jungfrauen häufig in therapeutischen Berufen zu finden, sehr oft sind sie sozialpädagogisch tätig.

Psychologische Körpertherapie ist auch eine Stärke der Jungfrau, weil sie - wie kein anderes Tierkreiszeichen - das Wissen um die Einheit von Körper, Seele und Geist hat. Auch Ernährung ist ein Spezialgebiet von ihr, vielleicht auch, weil sie selbst sehr empfindlich ist, was Nahrungsmittel angeht. Die Jungfrau wird sich immer sachkundig machen statt zu klagen, dass sie bestimmte Nahrungsmittel nicht verträgt. Aus der Not eine Tugend zu machen, ist eine typische Jungfrau-Gabe.

Dank ihres grünen Daumens sind Jungfrauen auch gute Gärtner oder Landschaftsarchitekten. Auch für Berufe, in denen organisiert und geplant werden muss, sind sie bestens geeignet. Ihre Genauigkeit prädestiniert sie für Berufe wie Finanzbeamter oder Steuerberater, wichtig ist aber, dass die Materie nicht zu trocken ist. Auch wenn Jungfrauen eine rationale Sichtweise haben und selbst ungeliebte Arbeiten konzentriert erledigen, beschäftigen sie sich schon gern mit inspirierenden Aufgaben.

Häufig sind Jungfrauen auch im Verlagswesen zu finden - als Autorin, Redakteurin oder Lektorin. Sie sind auch gute Theater- oder Literaturkritiker, weil sie die Fähigkeit haben, schnell Schwachpunkte auszumachen und das Wesentliche zu erfassen.

Ihr Verantwortungsgefühl für die Umwelt führt Jungfrauen häufig in die ökologische Landwirtschaft, lässt sie als Umweltaktivisten arbeiten oder in einem Bioladen. Sie scheuen sich nicht, Umweltskandale publik zu machen.

Jungfrauen haben das große Bedürfnis, sich durch perfekte Leistung unangreifbar zu machen. In der Kindheit werden sie häufig nicht so gefördert und müssen sich alles hart erkämpfen: das Gymnasium, das Studium, das Geld für das Studium. Das prägt.

BRIGITTE.de: Wie sind Jungfrauen in Beziehungen?

Roswitha Broszath: Eine Jungfrau wird sich jemanden suchen, der ihre Besonderheit zu schätzen weiß, der sie nicht einschränkt, der auch ihre Kritik hinnehmen kann. In einer Beziehung wird sich die Jungfrau nicht zurücknehmen und schon gar nicht anpassen, weil das etwas ist, was in der Kindheit permanent von ihr gefordert wurde. Sie wird außerdem immer darauf achten, dass sie Herrin ihrer eigenen Entscheidungen ist.

Weil sie anderen nichts durchgehen lässt, ist die Jungfrau sicherlich keine einfache Partnerin. Sie ist bedacht auf eine Balance zwischen Geben und Nehmen. Sie ist sehr offen und klar, erwartet das vom anderen aber auch. Mit ihrer beherrschten Art kann sie ihren Partner bei Streitigkeiten ganz schön provozieren. Weil Jungfrauen nicht so schnell die Contenance verlieren, haben sie in Beziehungen häufig die Oberhand. Eine Jungfrau bleibt lieber allein, als mit jemandem zusammen zu sein, der sie unwürdig behandelt oder zu Kompromissen nötigt. Lieber aus gutem Grund alleine als aus schlechtem mit jemandem zusammen, ist Jungfrau-Motto.

Wenn jemand unerwachsen ist und in Beziehungen keine Verantwortung übernimmt, wird sie ihm das genauso sagen. Sie ist mitfühlend, aber nicht auf sentimentale Weise, sondern konkret zupackend. Was ihr Herz bewegt, wird sie nur dann öffentlich machen, wenn sie sich wirklich aufgehoben fühlt. Vertrauen muss man sich bei der Jungfrau erst verdienen.

BRIGITTE.de: Mit wem passt die Jungfrau zusammen?

Roswitha Broszath: Oft wird die Kombination mit dem eigenen Zeichen oder einem anderen Erdzeichen als Non-Plus-Ultra gepriesen, aber

Jungfrau und Jungfrau

kann ein bisschen langweilig und auch anstrengend werden. Da fehlt das Feuer, auch wenn die Jungfrau durchaus eine feurige Seite hat: In der Sexualität kann sie sehr leidenschaftlich sein, ohne dabei je ihren exzellenten Verstand zu verlieren. Kein anderes Zeichen kann Erotik und real gelebte Beziehung so trennen wie die Jungfrau. Sie ist in der Lage, mit jemandem eine emotionale Beziehung voller Geborgenheit zu führen, sich gleichzeitig aber einen Liebhaber zu gönnen, mit dem sie feurige Leidenschaft erlebt. Bei

Jungfrau und Steinbock

besteht die Gefahr, dass die Arbeit zu sehr im Vordergrund steht, weil beide dort einen Schwerpunkt setzen und das Leben auf Ehrgeiz und Nützlichkeit reduziert wird.

Jungfrau und Stier

sind zwar auch zwei Erdzeichen, der Stier bringt aber einen anderen Impuls hinein. Er stellt Leidenschaft und Lebensgenuss sehr stark in den Vordergrund und wird zur Jungfrau auch mal sagen: "Jetzt lassen wir es uns einfach gut gehen".

Jungfrau und Skorpion

haben beide eine sehr leidenschaftliche Sexualität. Nur hat der Skorpion oft eine überlagernde Energie, was die Jungfrau so nicht hinnehmen wird. Sie wird dem Skorpion klare Grenzen aufzeigen.

Zwischen

Jungfrau und Krebs

kann es schnell langweilig werden. Beide haben sehr psychologische Aspekte - und Beziehungen, in denen nur psychologisiert wird, bekommen schnell etwas Künstliches. Außerdem kann der Krebs zögerlich sein, während die Jungfrau sehr entschieden ist. Auch mit den emotionalen Schwankungen des Krebses wird die Jungfrau ihre Schwierigkeiten haben.

Jungfrau und Fische

ist eine Opposition, was häufig als inspirierend erlebt wird. In diesem Fall treffen der analytische Geist der Jungfrau und die Fantasie des Fisches aufeinander. Eine gute Ergänzung. Was die Zeichen verbindet, ist ihr Hang zu Helferberufen. Dennoch besteht die Gefahr, dass sich der sensible Fisch von der Jungfrau manchmal zu harsch analysiert oder kritisiert fühlt.

Jungfrau und Zwillinge

werden beide von Merkur regiert. Das verbindet, doch sobald sich der Zwilling Freiheiten nimmt, wird die Jungfrau darauf drängen zu erfahren, wieso und warum. Die Luftigkeit des Zwillings wird der Jungfrau also Probleme machen. Hinzu kommt, dass beide Zeichen Verstandesbetont denken und handeln. Darunter könnte die Lebendigkeit der Beziehung leiden.

Jungfrau und Waage

liegen dicht beieinander, was oft günstig ist. Diese Beziehung wird aber nur gut funktionieren, wenn es gelingt, die Andersartigkeit des Partners als Anregung zu verstehen. Ein Reibungspunkt: Die Jungfrau könnte genervt sein von den Verdrängungsmechanismen der Waage.

Eine schwierige Beziehung ist die zwischen

Jungfrau und Wassermann

. Die Jungfrau hat System, der Wassermann mag das Chaos, weil er weiß, dass sich daraus etwas Spannendes gestalten lässt. Hinzu kommt, dass beide eine ganz unterschiedliche Vorstellung von Sexualität haben.

BRIGITTE.de: Bleiben noch die Feuerzeichen.

Roswitha Broszath:

Jungfrau und Widder

sind kein ideales Paar. Die Jungfrau plant alles genau, der Widder handelt mehr aus dem Impuls heraus. Er ist ein sehr ungestümes Zeichen, sucht den Kontakt nach außen. Die Jungfrau ist zwar nicht verschlossen, agiert aber sehr viel überlegter. Wenn sie sich auf eine Außenbeziehung einließe, würde sie das sehr überlegt und diskret tun, ohne jemanden zu verletzen.

Bei

Jungfrau und Löwe

sind Konflikte programmiert. Die Jungfrau wird im Hintergrund die ganze Arbeit machen, der Löwe mit ihrer Leistung Furore machen wollen.

Jungfrau und Schütze

sind sehr unterschiedlich, auch wenn sie beide etwas Philosophisches und einen großen Hunger nach weiterführendem Wissen haben. Sie gehen jedoch ganz unterschiedlich mit Zusagen und Verpflichtungen um. Die Jungfrau hält Zusagen ein, auch wenn damit große Anstrengungen verbunden sind. Der Schütze mit seiner "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern"-Haltung fühlt sich nicht an Zusagen gebunden. Sobald etwas kommt, was ihn in dem Moment mehr interessiert oder ihm wichtiger erscheint, sagt er ab oder erscheint einfach nicht. Das lässt die Jungfrau aber nicht mit sich machen. Ihr ist es sehr wichtig, mit Respekt behandelt zu werden, gerade weil ihr das in der Kindheit nicht immer passiert ist.

BRIGITTE.de: Die Jungfrau scheint auf den ersten Blick zu wenigen Zeichen zu passen ...

Roswitha Broszath: Sie guckt eben sehr differenziert hin und ist auch nicht der Meinung, dass es mit jedem gehen muss. Es gibt Tierkreiszeichen, wie zum Beispiel die Waage, die sehr auf Begegnung angewiesen sind. Die Jungfrau gehört nicht dazu. Manche Tierkreiszeichen sind auch unpraktisch veranlagt und suchen deswegen einen Partner als Lebenshilfe in praktischen Dingen. Das ist die Jungfrau nicht. Sie kann alles, auch handwerkliche Arbeiten wie ein Regal zusammenbauen. Behördengänge erledigt sie ebenfalls ganz selbstverständlich - alles Dinge, die für andere eine echte Herausforderung darstellen können.

Natürlich ist die Jungfrau nicht nur vernünftig und auch kein lustfeindliches Wesen. Sie ist zum Beispiel eine extrem gute Köchin. Die Jungfrau kann das Leben also sehr wohl genießen, sie wird nur nie unmäßig sein.

BRIGITTE.de: Was zeichnet Jungfrau-Frauen noch aus?

Roswitha Broszath: Sie sind emanzipiert, aber auf eine sehr selbstverständliche Weise. Jungfrauen gehen nicht prophylaktisch in Kampfstellung, sondern setzen voraus, dass jeder Mensch den Gleichberechtigungsgrundsatz verinnerlicht hat. Jungfrauen haben einen durchdringenden Verstand, mit dem sie andere auch verunsichern können. Sie wissen sehr schnell, welch Geistes Kind der andere ist. Man kann sie nicht so schnell kränken. Wenn ihnen jemand nicht genehm ist, ziehen sie einfach weiter. Die Jungfrau-Frau ist keine einfache Partnerin, weil sie einen hohen Anspruch stellt. Sie ist kein schmachtendes, anschmiegsames, hilfloses Wesen, sondern eine starke Frau, die einen ebenbürtigen Partner sucht. Er soll ihr in jeder Hinsicht gewachsen sein, es aber ja nicht wagen, sie in Frage zu stellen oder klein zu machen, was schon mal passieren könnte, weil die weibliche Jungfrau meiner Erfahrung nach häufig die Erfolgreichere ist in der tatsächlich gelebten Beziehung.

Der Beruf ist der Jungfrau sehr wichtig. Dabei geht es ihr nicht vordergründig um Ruhm und Ehre, sondern um das Erreichen eines Lebenszieles. Sie kann auch hinter den Kulissen arbeiten. Hauptsache, sie trägt etwas zur Heilung des Planeten bei. Die Jungfrau achtet auf Ausgewogenheit, was ihr manchmal so ausgelegt wird, als rechne sie auf. Das stimmt aber nicht. Die Jungfrau gibt wirklich alles, und wer sich so sehr für andere engagiert, tut gut daran hinzugucken, ob die anderen das auch verdient haben.

BRIGITTE.de: Wo liegt der Schatten der Jungfrau?

Roswitha Broszath: In der Kritiksucht. Manche Jungfrauen haben auch etwas Narzisstisches an sich, was man sonst eher den Löwen nachsagt. Jungfrau kann sehr stark um sich selbst kreisen. Bei ihr kommt dann noch die "Ich kann alles besser"-Haltung hinzu und das Gefühl, allwissend zu sein. Menschen, die mit erhobenem Zeigefinger reden, haben häufig eine Jungfrau-Betonung. Die Wahrhaftigkeit ist eine Jungfraueigenschaft, die auch ein bisschen nerven kann, weil man als Gegenüber den Eindruck hat, die ist so vollkommen, da kann ich im Verhältnis nur schlecht abschneiden.

Eine typische Jungfrauhaltung im Gespräch ist: Hände vor die Brust halten und die Finger nach vorn strecken, eine Geste, die sich auch Angela Merkel antrainiert hat. Damit hält man andere auf Distanz. Die Jungfrau hat sehr viel Angst vor dem Unbekannten, deshalb versucht sie alles abzuwägen, sie taktiert, sie plant alle Schritte ganz genau und bezieht auch den anderen in dieses Planspiel ein. Für den Partner ist es oft schwierig, wenn er den Eindruck hat, ganz und gar analysiert zu werden.

BRIGITTE.de: Und was ist, wenn dann doch etwas Außerplanmäßiges passiert?

Roswitha Broszath: Dann ist die Jungfrau matt gesetzt und kommt in Schwierigkeiten. Wer ein Jungfrau-Kind hat, sollte es deshalb frühzeitig immer wieder mit neuen Situationen konfrontieren, damit es keine Zwänge entwickelt. Die Zwanghaftigkeit ist nämlich der dunkelste Schatten der Jungfrau, der das Leben auch sehr komplizieren kann.

BRIGITTE.de: Wie wir gehört haben, stehen Jungfrauen häufig in der zweiten Reihe. Gibt es unter den Prominenten trotzdem viele Jungfrauen?

Roswitha Broszath: Ja, da zeigt sich dann häufig die narzisstische Seite. Michael Jackson zum Beispiel war Jungfrau. Bei den Frauen haben wir Selma Hayek, Anna Netrebko, Maria Furtwängler und Claudia Schiffer, bei der man dieses Perfekte sehr deutlich merkt. Bekannte Jungfrau-Männer sind Hugh Grant, Prinz Harry, Peter Maffay, Richard Gere und Karl Lagerfeld, der den Perfektionismus und den Narzissmus vereint. Auch Franz Beckenbauer ist eine typische Jungfrau. Er hat sich viel erarbeitet, ist mit Fleiß und Akribie zu einer Leitfigur des Fußballs geworden. Auch Michael Jackson hat sich seinen Erfolg hart erarbeitet.

Viele Designerinnen sind auch Jungfrau. Um entwerfen zu können, müssen sie nähen können, was Genauigkeit voraussetzt - und das ist eine Jungfraubegabung.

BRIGITTE.de: Ihre Mode ist vermutlich eher puristisch, oder?

Roswitha Broszath: Auf Lagerfeld trifft das nicht zu, aber der ist ja auch ein bisschen abgehoben. Ansonsten schon. Bauhaus zum Beispiel ist auch ein Jungfraustil, diese Verbindung von Klarheit, Schönheit und Funktionalität.

BRIGITTE.de: Was haben Jungfrauen für Hobbys?

Roswitha Broszath: Sie mögen alles, wo Schönheitssinn und Präzision gefragt sind. Sie sind gut in Kunst- und Goldschmiedearbeiten, auch in Glasmalerei. Schreiben ist ebenfalls eine Jungfrauqualität.

Yoga ist eindeutig Jungfrau zugeordnet, auch Hara, das Arbeiten aus der inneren Mitte heraus. Dabei geht es darum, seinen Schwerpunkt wieder in die Tiefe des Bauchraumes zu legen.

BRIGITTE.de: Liegt dort der gesundheitliche Schwachpunkt der Jungfrauen?

Roswitha Broszath: Ja, das kann von Verdauungsunregelmäßigkeiten über Divertikel bis hin zu chronischen Darmerkrankungen gehen. Der Darm ist ja ein sehr wichtiges Organ. In ihm wird unter anderem Serotonin gebildet, ein wichtiger Stoff, um Depressionen vorzubeugen. Das Organfeld Bauch hat ein eigenes Hirn, das Bauchhirn, deshalb ist das, was aus dem Bauch kommt, häufig auch extrem bedeutungsvoll.

Bei Jungfrauen ist die Besiedlung im Darm oft nicht in Ordnung, was mit den vielen Unverträglichkeiten zu tun hat: Kuhmilcheiweiß, weißer Zucker, Konservierungsstoffe, Weizen, Wohngifte, Lacke, Holzschutzmittel - auf all das reagieren Jungfrauen häufig allergisch. Sie achten deshalb besonders darauf, in einer sauberen Umwelt zu leben.

Jungfrauen neigen auch zu Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und zu rheumatischen Beschwerden. Fast all ihre Beschwerden lassen sich über eine stimmige Ernährung lindern. Wichtig ist für Jungfrauen auch, ein bisschen von ihrem Perfektionismus abzulassen. Perfektionismus ist keine gesunde Haltung. Er führt zu Gefäßbelastung, rheumatischen Beschwerden und Verspannungen im Bauchraum.

BRIGITTE.de: Was für ein Verhältnis hat die Jungfrau denn zum Geld?

Roswitha Broszath: Sie wird ihr Geld hüten, so wie sie auch mit anderen Ressourcen verantwortlich umgeht. Für Nahrungsmittel ist sie bereit, mehr Geld auszugeben, weil ihr Qualität einfach wichtig ist. Generell gilt: Eine Jungfrau gibt ihr Geld gern für einen guten Zweck aus - und dieser gute Zweck kann auch mal eine teure Uhr sein, weil die Jungfrau weiß, dass auch das eine lohnende Ausgabe ist. Geld bewusst auszugeben, ist ein Jungfrau-Motto, ebenso wie der Begriff Bewusstheit, der auch zu Jungfrau gehört.


BRIGITTE.de: Alle Themen im Überblick

Interview: Katharina Wantoch

Wer hier schreibt:

Kommentare (30)

Kommentare (30)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    vieles trifft zu. Nur perfektionistisch bin ich nicht, wenn man in unsere Wohnung kommt, ist es meist sehr chaotisch. Liegt vielleich auch an meinem Mann (Stier) mit dem ich seit der Schulzeit zusammen bin. Er ist absolut unperfektionistisch und bringt mich immer wieder dazu, zu genießen. Das einzige, wo ich "perfektionistisch" bin, sind unsere Kinder (Fische und Stier). Damit meine ich nicht Zwang und Dril für die Kinder (ganz und gar nicht) . Sondern einfach das Gefühl, keine gute Mutter zu sein, das mich hin und wieder überkommt. Das ist traurig, denn die Kinderzeit ist so kurz und sollte nicht mit ewigen Grübeln vergeudet werden. Ich hoffe, dass ich das irgendwann abstellen kann, und mir wirklich glauben kann, wenn ich mir sage: keine Mutter ist perfekt, die Kinder wissen dass du dein Bestes gibst.

    Also vielleicht doch ein klein bisschen perfektionistisch... :-D
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Danke für die sehr stimmige Beschreibung.....leider all zu oft wird man als Geizig von anderen beschrieben was ich als Jungfrau nicht teilen kann, denn mein Geld wurde für die Ausbildung meiner Kinder ausgegeben und ich als Jungfrau habe mich zurück genommen.....
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Super Beschreibung! Wirklich gut getroffen.
  • Anonymer User
    Anonymer User
    selten eine zutreffendere beschreibung gelesen! danke! =)
  • Anonymer User
    Anonymer User
    Auf meine Frage "Wer bin ich?" die "Das bist Du" Antwort. Werde Frau "Roswitha Broszath" weiter recherchieren.
Bild Montagsnl

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Die Jungfrau gilt als penibel und putzwütig. Was das Sternzeichen Jungfrau wirklich ausmacht, verrät BRIGITTE-Astrologin Roswitha Broszath im Interview.

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