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Astrologie
Sternzeichen Löwe: Zum Showstar geboren

Löwen sind echte Siegertypen - stark, strahlend, wunderbar. So will es zumindest das Klischee des Sternzeichens. Ob das alles stimmt, verrät Roswitha Broszath im großen Astro-Interview.

Foto: istock/Thinkstock

Roswitha Broszath

Roswitha Broszath

BRIGITTE.de: Was charakterisiert das Sternzeichen des Löwen?

Roswitha Broszath: Es sieht am Himmel so eindrucksvoll aus, wie Löwen sich auch gerne darstellen. Eine Sternengruppe bildet den Löwenkopf mit einer imposanten Mähne. Viele Löwen haben tatsächlich so eine Löwenmähne, vor allen Dingen die mit dem Aszendenten Löwe. Der Löwe hat von Anfang an eine besondere Bedeutung gehabt. Im alten Ägypten sind Göttinnen löwenköpfig dargestellt worden, und der rätselhafte Sphinx liegt löwengleich neben den Pyramiden.

Die Sonne, die dem Löwen zugeordnet ist, ist das Zentralgestirn unseres Universums. Das unterstreicht ebenfalls die Wichtigkeit des Löwen. Auch in unseren Religionen hat die Sonne eine besondere Bedeutung. Die erste monotheistische Religion wurde von Echnaton begründet. Er hat Aton, den Sonnengott, als alleinigen Gott installiert und damit alle anderen Götter in Ägypten entthront.

BRIGITTE.de: Ist der Löwe denn nun so stark, strahlend und wunderbar, wie es das Klischee dieses Sternzeichens will?

Roswitha Broszath: Der Löwe gehört zu den Tierkreiszeichen, die eine Häufung von so genannten Unterschwingungen haben, das heißt, dass die unterschiedlichen Grade ganz verschiedene Temperamente und auch verschiedene vorgeburtliche und frühkindliche Geschichten haben. Deshalb reagieren sie auch ganz unterschiedlich. Es gibt das Klischee vom Löwen, dem alles in den Schoß fällt, der sich wunderbar darstellt, der stark ist, kein Lampenfieber hat und künstlerisch auf allen Bühnen zu Hause, aber das stimmt so nicht.

Menschen, die derart ins Scheinwerferlicht streben, tun das vor allem, um etwas zu kompensieren. Sie machen aus der Not eine Tugend und überwinden ihre innere Schüchternheit dadurch, dass sie mit aller Kraft daran arbeiten, sich immer wieder darzustellen. Sie therapieren oder kaschieren ihre Schwächen also mit dem gegenteiligen Prinzip. Löwen fällt das leicht, weil sie eine ausgeprägte schauspielerische Begabung haben.

Es gibt aber auch so viele empfindsame Löwen, so viele, die therapeutische Arbeit machen, die eine Hinwendung zur Tiefenpsychologie haben. Deshalb darf man Löwen nicht nur mit diesem einen Blick sehen. Es ist allerdings so, dass Löwen dieses Bild auch gern bedienen. Sie wollen toll sein, sie wollen die Krone der Schöpfung sein und tun alles, damit sie ihrem Ideal auch entsprechen. Ja, und natürlich gibt es auch den Löwen, der das geborene Showtalent ist.

BRIGITTE.de: Woher kommt dieses Idealbild? Schon aus der Kindheit?

Roswitha Broszath: Löwen wollen - wie auch in der Natur - eine Alpharolle einnehmen. Sie haben auch die Fähigkeit dazu, sind gute Führungspersönlichkeiten. Der Löwe ist das Königszeichen, unter den Königen findet man tatsächlich vermehrt Löwen. Sie sind durchdrungen von ihrer eigenen Besonderheit, was auch ein Teil ihres Schattens ist. Sicherlich haben sie eine Menge Potenzial, aber sie streichen ihre Besonderheiten auch gern heraus.

Die meisten Löwen werden schon mit dem Anspruch der Eltern geboren, etwas ganz Besonderes zu sein. Oft ist es so, dass das Kind, bevor es überhaupt auf der Welt ist, mit allen Vorzügen ausgestattet ist. "Oh, es wird ein Künstler, oh, es wird die Dynastie weiterführen", heißt es dann. Die Folge: das Schicksal des begabten Kindes. Es wird nicht gelobt, weil es selbstverständlich ist, dass es das Beste ist. Dadurch wird auch die Konkurrenzhaltung herangezüchtet, die typisch für Löwe ist, gerade auch für Löwe-Frauen.

Löwen gucken automatisch, dass sie im Vergleich mit anderen eindeutig an der Spitze liegen, dass niemand wagt, an ihrem Stuhl zu sägen. Dafür müssen sie eine ganz schöne Anspannung aufbauen. Bereits auf den Schultern des Löwe-Kleinkindes liegen so viele Erwartungen, die einerseits eine Last sind, die sie auf der anderen Seite aber auch dazu bringen, sich ganz stark auszuprobieren. Das ist ein Privileg. Andere Kinder merken vielleicht gar nicht, dass sie künstlerische Fähigkeiten haben, weil sie nicht gefördert werden und sich nicht ausprobieren dürfen. Die bekommen den Vogel gezeigt, wenn sie sagen, sie hätten gern Ballettunterricht. Die Eltern eines Löwe-Kindes überfrachten das Kind zwar mit Erwartungen, halten ihm aber auch alle Türen offen. Ein Internat im Ausland, Eliteschulen, all das ist wichtig, schließlich soll das Kind ja gute Startmöglichkeiten haben und dafür braucht es die richtigen Verbindungen. Eine kindgemäße Entwicklung ist das nicht, weil das Kind so nicht zu sich selbst finden kann.

Tatsache ist, dass Löwen eine ganze Menge gelingt. Das hat aber auch viel damit zu tun, dass der Löwe genau das erwartet - und die Erwartung eben auch Gutes anzieht.

BRIGITTE.de: Spielt Ehrgeiz dabei eine Rolle?

Roswitha Broszath: Nicht unbedingt, der Löwe ist Minimalist. Mit wenig Aufwand kann er den maximalen Erfolg erzielen. Löwen haben beim Examen zum Beispiel den Mut zur Lücke. Während der Steinbock sich hinsetzt und den ganzen Stoff in sich aufnimmt, guckt der Löwe kurz über seine Unterlagen und hat dann das, was abgefragt wird, parat. Und was er nicht gelernt hat, wird komischerweise auch nicht gefragt. Sein Auftreten hilft dem Löwen dabei, die anderen zu beeindrucken. Der Steinbock geht in eine Prüfung mit dem Gefühl: "Hoffentlich bin ich auch gut genug", der Löwe strahlt hingegen aus: "Ihr dürft froh sein, dass Ihr mich examinieren dürft."

BRIGITTE.de: Löwen sind also Chefs.

Roswitha Broszath: Ja, immer, entweder ist der Löwe selbstständig und hat ein eigenes Unternehmen oder er ist der Boss. Löwen haben zweifellos Führungsqualitäten. Es gibt das Löwe-Wort: "Mach nie etwas selber, was Du auch anderen übertragen kannst". Löwen können gut delegieren, während die Jungfrau das zum Beispiel gar nicht kann, weil sie erstens Ressentiments hat, andere wie Leibeigene zu betrachten, und außerdem alles selber machen möchte, es soll ja schließlich auch gut sein. Ein Löwe hingegen kann hervorragend Anweisungen geben, er hat keine Gewissensbisse, wenn er andere beschäftigt.

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  • Interview: Katharina Wantoch
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