Astrologie
Sternzeichen Steinbock: Der Gipfelstürmer

Der Steinbock will hoch hinaus. Was er sonst noch möchte, verrät BRIGITTE-Astrologin Roswitha Broszath im Interview.

Foto: Ralf Nietmann

Roswitha Broszath

Roswitha Broszath

BRIGITTE.de: Wenn wir uns das Tier Steinbock und das Tierkreiszeichen Steinbock anschauen, welche Zusammenhänge lassen sich da erkennen?

Rowitha Broszath: Spannenderweise heißt der Steinbock in der alten Astrologie Ziegenfisch, weil er eine Kombination aus Fisch und Ziege war und das Sternbild am Himmel auch so aussieht. Der Ziegenfisch steht dafür, dass der Steinbock sowohl die höchsten Höhen der Erkenntnis erklimmt wie das Tier Steinbock, das ja ganz hoch klettern kann, als auch die tiefsten Tiefen ergründen kann, wie es ein Fisch tut. Diese Symbolik ist sehr wichtig, denn der Steinbock wird oft als rein materielles Zeichen gewertet, als ein Zeichen, das ausgerichtet ist auf Besitz, aufs Vorwärtskommen, auf die Karriere. Dabei wird die spirituelle Seite des Steinbocks gern übersehen. Steinbock ist ein ganz wichtiges Zeichen, es ist das zehnte Zeichen, das Zeichen für Herrschaft und Gesetzgebung und das der Könige. Viele Menschen, die eine natürliche Autorität haben, die Verantwortung übernehmen, haben diese Steinbock-Energie. Sie sagen nicht "Ich will vorwärtskommen", sondern "Ich will vorwärtskommen und Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen". Martin Luther King war Steinbock und seine letzte Rede, "Ich bin auf einem Berg gewesen und habe das verheißene Land gesehen", ist eine typische Steinbockrede.

BRIGITTE.de: Das macht neugierig auf weitere berühmte Steinböcke. Wen gibt es da noch?

Rowitha Broszath: Kate Moss zum Beispiel. Sie hat die für Steinböcke typische hohe Disziplin. Egal, was sie sich nebenbei für Eskapaden leistet, sie muss fleißig sein, sonst hätte sie nicht diesen Erfolg. Elvis Presley war auch Steinbock. Um aus der hohen Spannung herauszukommen, unter der sie stehen, suchen sich Steinböcke häufig Hilfsmittel. Bei Elvis waren es die Tabletten und die Esssucht, bei Kate Moss sind es laut Medienberichten Drogen. Dafür, was sie angeblich alles konsumieren soll, sieht sie allerdings immer noch sehr gut aus. Da hinterfrage ich schon, ob Dichtung und Wahrheit hier im richtigen Verhältnis stehen. Steinböcke sind aber eben auch zäh, und sie sind auf jeden Fall fit, wenn sie einen wichtigen Auftritt oder Dreh haben.

BRIGITTE.de: Und darauf bereiten sie sich auch lange vor?

Rowitha Broszath: Ja, sie bereiten sich akribisch vor, den Mut zur Lücke haben sie nicht. Steinböcke haben eine sehr hohe Anspruchshaltung an die eigene Leistung und werden nicht einfach in irgendetwas reinspringen. Ein gutes Beispiel dafür ist Michael Schumacher. Er hatte einen unglaublichen Erfolg und hat mit Ernst, Engagement und Ehrgeiz sein Ding durchgezogen. Oft hat man ihm vorgeworfen, er sei so kalt, aber das stimmt nicht. Er hat nur eine Maske aufgesetzt, was Steinböcke manchmal machen, um nicht angreifbar zu werden oder zu zeigen, dass sie sich angegriffen fühlen.

BRIGITTE.de: Das Thema Beruf klang schon an, in welchen Jobs findet man häufig Steinböcke?

Roswitha Broszath: Das Vermitteln von Wissen gehört zu Steinbock dazu, deshalb sind sie häufig Wissenschaftler oder Pädagogen. Aber unter den Steinböcken gibt es auch viele Ärzte und Therapeuten, weil Steinböcke eine hohe Verantwortung tragen können, ohne dass sie darunter zusammenbrechen.

BRIGITTE.de: Heißt hohe Verantwortung auch, dass Steinböcke in der Regel leitende Positionen haben?

Roswitha Broszath: Ja, normalerweise arbeiten sie entweder an der Spitze eines Unternehmens oder sie sind selbstständig. Eine Statistik zeigt, dass die meisten Frauen, die als Selbstständige arbeiten, entweder die Sonne oder den Aszendenten in Steinbock haben. Es ist aber nicht so, dass Steinböcke grundsätzlich nicht als Angestellte arbeiten wollen. Sie werden aber nur so lange in einer solchen Position bleiben, wie es etwas zu lernen gibt. Danach werden sie sich entweder selbstständig machen oder an die Spitze der Hierarchie wechseln. Steinböcke können andere gut führen, ihnen Grenzen setzen und Direktiven geben. Sie tun das aber immer mit großer Freundlichkeit, weil sie wissen, dass nur jemand, der gern für sie arbeitet, seine Arbeit auch gut macht. Für sie selbst gilt: Steinböcke kann man fast blind einstellen, weil sie immer so arbeiten, als wäre es das eigene Unternehmen, anders können sie gar nicht.

BRIGITTE.de: Wie lautet das Motto des Steinbocks?

Roswitha Broszath: Das spiegelt ihre Arbeitseinstellung wider: "Erfolg ist 90 Prozent Fleiß und 10 Prozent Genie".

BRIGITTE.de: Auch für einen Steinbock kann Arbeit ja nicht alles sein. Wie ist der Steinbock denn in der Liebe?

Roswitha Broszath: Keineswegs so spröde, wie er immer dargestellt wird. Steinböcke sind zwar kontrolliert und werden in der Öffentlichkeit nicht unbedingt jemandem um den Hals fallen. Aber sie sind zu einer ausdauernden Leidenschaft fähig. Ihre Sexualität ist also keineswegs unterkühlt, sie brauchen nur eine Anwärmphase, damit sie Vertrauen fassen und sich öffnen können. Dann kann das Erdzeichen Steinbock ganz schön feurig werden. Erdzeichen haben sowieso eine intensive Sexualität. Sie wissen, dass man beim Sex nicht gut aussehen muss, dass man nicht - wie das Tierkreiszeichen Löwe es liebt -, eine tolle Figur machen muss, sondern sich voll hingibt, auch wenn man dabei mal ins Schwitzen kommt.

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  • Interview: Katharina Wantoch
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