Astrologie
Sternzeichen Steinbock: Der Gipfelstürmer

BRIGITTE.de: Wie sind Steinböcke als Freund?

Roswitha Broszath: Absolut souverän, zuverlässig und loyal, aber eben auch immer sehr beschäftigt und deshalb nicht so gewillt, Einladungen auszusprechen oder sich zu treffen. Dafür haben sie oft keine Zeit. Wenn's brennt, ist der Steinbock natürlich da. Doch grundsätzlich ist er nicht so sehr auf Freundschaft ausgerichtet, sondern eher ein Einzelgänger.

BRIGITTE.de: Wofür interessieren sich Steinböcke besonders?

Roswitha Broszath: Für Archäologie, da sind sie sehr bewandert. Steinböcke lesen auch gern, sind häufig Historiker. Der Steinbock ist auch sehr kreativ, was er oft gar nicht realisiert. Mit Steinen zu arbeiten, große Objekte zu schaffen, das liegt ihm sehr. Musikalisch interessieren sie sich besonders fürs das Orgelspielen. Wenn Steinböcke etwas machen, dann machen sie es ganz genau. Selbst das Hobby bekommt dann etwas von Leistung und Anspruch. Für Steinböcke sind Hobbys aber ganz wichtig, weil sie so sehr zur Selbstkasteiung und Arbeitswut neigen. Und je älter man wird, desto schlechter kommt man aus dieser Übersteigerung raus. Gartenarbeit ist etwas, was Steinböcken hilft, um mal loszulassen. Beim Wühlen in der Erde sind sie in ihrem Element. Das ist für sie wie Meditation.

BRIGITTE.de: Arbeitswut kann krank machen. Worauf muss der Steinbock besonders aufpassen?

Roswitha Broszath: Steinböcke neigen zu Erkrankungen, die einhergehen mit Enge. Dazu gehört Bluthochdruck. Der Perfektionismus der Steinböcke macht die Gefäße eng. Und wenn sie eine Weile eng stehen, dann verlieren sie ihre Fähigkeit, sich wieder zu weiten, was zu Herzerkrankungen führen kann. Der Steinbock braucht deshalb unbedingt Lockerung und Bewegung, um aus dieser Anspannung herauszukommen. Wandern und Bergsteigen können da helfen. Anfällige Regionen sind auch die Knie und der Magen. Steinböcke haben eine Tendenz zum Stressmagen. Und sie neigen zu Gallensteinen, was mit ihren nicht ausgelebten Emotionen zu tun hat, mit Erlebnissen, die unverarbeitet sind, und sich dann im Körper im Sinne von Konkrementen ablagern.

BRIGITTE.de: Hat der Steinbock auch einen Hang zu Depressionen?

Roswitha Broszath: Steinböcke haben ein sehr gutes Gedächtnis, was auch eine Qual sein kann, weil etwa Kränkungen aus der Kindheit immer wieder hochkommen und sie aufs Neue bedrücken. Steinböcke können sehr depressiv sein, meistens aus dem Gefühl heraus, nicht gut genug zu sein. Das ist die treibende Kraft, die durchs Leben peitscht, die zu Höchstleistungen führt, aber auch extrem anstrengend ist. Der Steinbock ist schon ein Gipfelstürmer, dabei kann er sich aber leicht übernehmen. Er rast nach oben, macht zwischendurch keine Pause und merkt dann auf der Spitze, dass es auch kalt und einsam sein kann - und dann kommt er nicht mehr runter.

Zum Schützen gehört die Scham, zum Steinbock gehört der Begriff Schuld. Steinböcke kommen oft mit dem diffusen Gefühl, in das Leben rein, sich schuldig gemacht zu haben. Das kann Steinböcke sehr quälen. Oft haben sie den Eindruck, irgendeine strenge Instanz beurteilt sie. Diese strenge Instanz sind im Prinzip die Steinböcke selbst. Sie müssen lernen, mit ihren inneren Richtern zu verhandeln.

Das alles heißt aber nicht, dass der Steinbock nicht auch sehr fröhlich sein kann, nicht den Reichtum des Lebens sieht. Steinböcke können sehr viel Humor haben, mit Humor die Dinge entschärfen und vor allem auch sehr selbstironisch sein. Trotzdem gilt: So eine unbeschwerte Natur ist er nicht, jedenfalls nicht in der archetypischen Grundstruktur. Durch den Mond oder den Aszendenten kann dann natürlich schon etwas Verwegenes, Leichtes reinkommen. Nach meiner Erfahrung macht der Kosmos keine Fehler. Er sorgt für Ausgewogenheit und wenn man irgendwo ein Defizit hat, gibt es auch ein Gegengewicht.

  • Interview: Katharina Wantoch
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