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Tierkreiszeichen

Astrologie
Sternzeichen Stier: Ein ehrlicher Genießer

Pragmatisch, praktisch, gut: So wird das Sternzeichen Stier gern beschrieben. Ob ihm das gerecht wird und was den Stier sonst ausmacht, erzählt BRIGITTE-Astrologin Roswitha Broszath im Interview.

Test: Bin ich ein typischer Stier?

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Roswitha Broszath

Roswitha Broszath

BRIGITTE.de: Von dem Tier Stier hat jeder eine konkrete Vorstellung. Wie sieht das Sternbild Stier aus?

Roswitha Broszath: Es ist sehr markant: Der Stier stürmt mit gesenkten Hörnern auf Orion zu. Früher wurde das Tierkreiszeichen nicht nur als Stier bezeichnet, sondern auch als die heilige Kuh. Wir haben es hier also mit einem doppelt-geschlechtlichen Zeichen zu tun - und mit einem heiligen. In der Amonreligion ist der Stier in Form des Apis-Stieres verehrt worden. Und auf Kreta gab es den Kult um den Minotaurus. Die Kuh wiederum wurde in Ägypten als große Göttin verehrt, als nährende Kraft. Die Milchstraße hat ihren Namen interessanterweise von den Ägyptern. Sie haben das Bild geprägt, dass die heilige Kuh ihre Milch versprengt und die Spritzer die Milchstraße bilden.

Die Herrscherin des Stiers ist die Göttin Venus, wobei wir hier unterscheiden müssen. Beim Stier ist es die Göttin Venus in Gestalt des Morgensterns, bei Waage ist es die Venus des Abends in Gestalt des Abendsterns. Die frische, pralle, überschwängliche Energie, die wir im Mai erleben, diese überwältigende Schönheit, wenn alles blüht und grünt, das entspricht der römischen Venus-Version der keltischen Maigöttin. Und die Maigöttin passt mit ihrer Frische und Unbekümmertheit, mit diesen fröhlichen, verschwenderischen Festen, die gerade im Mai gefeiert werden, als Bild auch am besten zum Stier. Sinnlichkeit, Freude, Lebenslust - all das gehört zum Stier dazu.

BRIGITTE.de: Man ist ja versucht, ihm auch etwas Kämpferisches zuzuschreiben. Hat er das?

Roswitha Broszath: Archetypisch gehört das Kämpferische nicht zum Stier, er steht für das Bewahren. Mit ihm verbunden ist der Begriff Abgrenzung. Stiere können oft schon als Kinder ganz klar Nein sagen - und das wirkt dann nicht trotzig, sondern ganz selbstverständlich.

April-Stiere haben ein bisschen mehr Temperament. Gerade die frühen Stiere, die bis zum 27. April, können sehr aufbrausend sein. Ansonsten gilt, was über Stiere auch gern gesagt wird: Sie kommen langsam, aber gewaltig. Wenn man einen Stier reizt, sieht er ab einem bestimmten Punkt tatsächlich rot und stürmt los. Normalerweise zeichnet ihn aber eine gewisse Gelassenheit aus. Ein Stier in Rage kann allerdings sehr jähzornig sein - und stur, was Stiere grundsätzlich sind. Halsstarrig und hartnäckig sind typische Stier-Begriffe. Wenn Stiere etwas wirklich wollen, können sie unerbittlich sein, sind dabei aber nicht unsensibel. Sie haben hohe sensitive Anteile, sind zum Beispiel auch sehr musisch. Und Stiere sind Traditionen verhaftet. Sie übernehmen häufig Familienaufträge, führen etwa das Familienunternehmen weiter. Ehrgeiz und Karrierestreben tritt hinter diesem Auftrag eher zurück. Tradition zu bewahren, in der Familienfolge den Platz einzunehmen, ist dem Stier wichtiger - und Stiere wollen mit sich im Reinen sein.

BRIGITTE.de: Die Familie hat für Stiere also einen hohen Stellenwert.

Roswitha Broszath: Ja, sie ist oft bedrückend wichtig. Stiere haben eine unglaubliche Verpflichtungstreue, nicht nur in Beziehungen, sondern auch im Hinblick auf das, was ihnen übertragen wird. "Was Du ererbst von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen", ist eine typische Stier-Aussage. Ein Stier wird sich nicht aus der Verantwortung stehlen. Er hat ein hohes Bewusstsein für Werte, möchte bewahren, festhalten, hüten.

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  • Interview: Katharina Wantoch
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