Astrologie
Sternzeichen Widder: Spontan und leidenschaftlich

Der Widder will immer mit dem Kopf durch die Wand. Was Widder sonst noch wollen oder nicht wollen, erzählt BRIGITTE-Astrologin Roswitha Broszath im Interview über das Sternzeichen Widder.

Foto: istock/Thinkstock

Roswitha Broszath

Roswitha Broszath

BRIGITTE.de: Mit dem Widder beginnt ja bekanntlich der Frühling.

Roswitha Broszath: Der Frühlingsanfang hat etwas Verheißungsvolles, und mit dieser verheißungsvollen Energie ist auch der Widder ausgestattet. Er ist ein frisches, junges, ursprüngliches Zeichen - spontan, impulsiv, leidenschaftlich, feurig. Oft handelt der Widder und denkt dann erst nach. Widder können Entscheidungen, die ihr Leben komplett auf den Kopf stellen, aus dem Moment heraus treffen und liegen damit häufig richtig. Die Spontaneität der Widder hat etwas sehr Anziehendes. Widder sind arglos, können fast naiv sein, weil sie immer das Beste vom anderen erwarten und selbst überhaupt nicht auf Ränke oder Intrigen gepolt sind.

Zum Widder gehört als weibliches Bild die Jungfrau von Orléans, die tapfer ist, kämpft, sich ihren eigenen Weg sucht und für ihre Überzeugungen bis zum Äußersten geht. Bei den Männern ist es Siegfried, der Drachentöter. Er konnte nur zu Fall gebracht werden, weil man seine einzige verwundbare Stelle verraten hat. So ist es bei Widdern auch: Sie können nur durch Verrat scheitern.

BRIGITTE.de: Was hat es mit dem Symbol Widder auf sich?

Roswitha Broszath: Die Bezeichnung Widder ist über den Tierkreis zustande gekommen. Das Sternbild Widder gleicht einem liegenden Widder, der den Kopf nach hinten wendet. Ganz majestätisch thront er dort und guckt, ob die anderen elf Tierkreiszeichen ihm folgen. Und so sind Widder auch. Sie sind Führungspersönlichkeiten und strahlen den Führungsanspruch auch aus. Interessanterweise gleicht das astrologische Symbol des Widders ganz deutlich den Widder-Hörnern, aber auch der Augenbrauen-Form, besonders, wenn sie über der Nase zusammengewachsen sind, sehr schön zu sehen bei Frida Kahlo. Oft erkennt man Widder-betonte Menschen schon an dieser Augenbrauen-Form. Frida Kahlo etwa hatte den Aszendenten Widder.

Obwohl Widder ein junges Zeichen ist, ist es in der spirituellen Astrologie ein sehr hochentwickeltes Zeichen. Es gehört zum so genannten ersten Strahl, der für Wille und Macht steht. Widder haben den Auftrag, auf diesem Planeten Verantwortung zu übernehmen, zu leiten, zu führen, Entscheidungen zu treffen, die ihnen zum Teil auch eine starke innere Kraft abverlangen.

Sehr viele Politiker sind Widder. Joschka Fischer, Gerhard Schröder und Richard von Weizsäcker zum Beispiel. Es gibt viele prominente Widder, weil sie sich gern darstellen und nicht so scheu sind wie etwa Fische. Ein Widder prescht nach vorn. Es geht ihm in diesem Leben darum, sich zu suchen - über Experimente, Abenteuer und pionierhaftes Verhalten.

Widder haben eine sehr starke Persönlichkeit. Sie kommt zum Beispiel in den Basta-Entscheidungen von Gerhard Schröder zum Ausdruck. Bei Joschka Fischer sehen wir dann gleichzeitig auch den Schatten des Widders, die Selbstherrlichkeit.

Meist ist es so, dass in der Zeit, in der Widder führen, auch tatsächlich Dinge vorangebracht werden. Widder agieren. Sie sind immer in Aktion, ruhelos, kämpferisch, dabei allerdings auch konkurrenzorientiert, aber nicht im bösartigen Sinne.

BRIGITTE.de: Eher nach dem Motto: "Konkurrenz belebt das Geschäft"?

Roswitha Broszath: Ja, ein Widder findet es belebend, sich mit anderen zu vergleichen. Er sucht den positiven Wettbewerb, das ist typisch für ihn. Wobei man vorsichtig sein muss, denn Widder ist nicht gleich Widder. Innerhalb des Zeichens gibt es sehr unterschiedliche Ausprägungen.

Im Vorgeburtlichen finden wir bei Widdern oft besondere Lebenssituationen, die auch für eine spätere psychologische Prägung stehen. Es kann sein, dass die Mutter sehr jung schwanger wird und ihr jemand auszureden versucht, das Kind zu bekommen. Ist das Kind dann auf der Welt, kann es passieren, dass sich die Mutter mit der Situation allein gelassen fühlt und ihr alles zu viel wird. Oder Widder-Kinder wurden vorehelich gezeugt und spüren, dass sie nicht so ganz in die Situation passen. Sie müssen sich dann sehr anpassen, was bei ihrem Temperament eine schwierige Herausforderung ist.

Einige Widder haben eine sehr starke Tendenz, sich zu hinterfragen. Sie springen nicht ins Leben hinein und sagen: "Hier bin ich, alles hört auf mein Kommando". Sie haben oft Entscheidungsschwierigkeiten, weil sie sich so stark hinterfragen, dass ihre Energie verwässern kann. Dann gibt es Widder, bei denen das Vaterbild geschwächt ist und als psychologisches Muster später Versagens- und Entscheidungsängste zumindest phasenweise auftreten können. Zum Beispiel kann der Vater sich noch in der Ausbildung befinden und die Mutter für die Absicherung der Existenz zuständig sein. Das schwächt die Position des Vaters im Familienverband.

Wieder andere Widder haben in der Kindheit starke Spannungen zwischen den Eltern miterleben müssen und dadurch eine besondere Eigenschaft gewonnen: Sie können Disharmonie bei anderen Menschen ausgleichen, sind also geborene Therapeuten. Die letzten Grade des Tierkreiszeichens Widder haben oft eine unglaublich starke Durchsetzung, gleichzeitig aber die Tendenz, sich extrem zu kontrollieren, weil sie befürchten, den anderen zu viel zu werden.

BRIGITTE.de: Abgesehen von der Politik, welche weiteren Berufsfelder ziehen Widder an?

Roswitha Broszath: Der Widder hat ein starkes Unrechtsbewusstsein und setzt sich für Recht und Gesetz ein, sehr häufig bei der Polizei, gern auch bei der Umweltpolizei. Widder interessieren sich für Kriminologie, oft auch fürs Militär. Typisch Widder wäre zum Beispiel, zum Militär zu gehen und dort Jura zu studieren, auch ein beliebtes Betätigungsfeld für dieses Tierkreiszeichen.

Widder sind gut in allem, was mit Mechanik und Konstruktion zu tun hat, sind häufig Piloten oder Rennfahrer. Weil Widder das Zeichen mit der größten Faszination für Sport ist, finden wir unter den Hochleistungssportlern viele Widder, Franziska van Almsick zum Beispiel. Wenn ein Widder nicht ins Sportstudio gehen kann, bekommt er geradezu Entzugserscheinungen. Ein durchgestylter, gesunder Körper ist ihm sehr wichtig.

Unter den Widdern gibt es auch hervorragende Therapeuten, die vor allem am Körper arbeiten, etwa mit Alexandertherapie, Pilates oder Bioenergetik. Widder sind sehr gut darin, Menschen seelisch aufzurichten, indem sie den Körper aufrichten.

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  • Interview: Katharina Wantoch
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