Berufsunfähigkeit: Der Versicherungs-Check

Bevor Sie überlegen, Ihren Hausrat oder Ihre Brille zu versichern: Denken Sie zuerst an Ihre Arbeitskraft! Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt. Denn der Staat hilft nicht, wenn Sie Ihren Job nicht mehr ausüben können. Im Versicherungs-Check der Zeitschrift "Börse Online" erfahren Sie, worauf Sie bei Berufsunfähigkeitspolicen achten müssen.

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"Wer heute jünger als 44 Jahre alt ist und nach einem Unfall oder durch eine Krankheit seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, hat schlechte Karten", sagt Gerhard Schreiber, unabhängiger Versicherungsmakler aus dem bayerischen Deggendorf.

Denn seit Januar 2001 gilt das "Vorschaltgesetz zur Rentenreform". Die Neuregelung beinhaltet kurz und knapp: Betroffene bekommen aus der Rentenkasse keinen Cent, solange sie noch in einem anderen Job arbeiten können. Erwerbsminderungsrente gibt es laut Gesetz nur dann in voller Höhe, wenn man bis zu drei Stunden täglich, oder zur Hälfte, wenn man noch bis zu sechs Stunden arbeiten kann.

"Je nach beruflicher Laufbahn sind das etwa 18 Prozent des letzten Bruttoeinkommens bei halber und 36 Prozent bei voller Erwerbsminderung", erklärt der Versicherungsexperte. Wer also bisher 3.000 Euro Bruttoeinkommen hatte, bekommt nur noch 499 Euro beziehungsweise 997 Euro pro Monat. Ganz schlecht sieht es für junge Berufseinsteiger aus, die noch keine fünf Jahre versicherungspflichtig gearbeitet haben. Sie bekommen in der Regel gar nichts. Auch Selbständige haben meistens nur sehr geringe Ansprüche, da sie häug - wenn überhaupt - nur kurze Zeit abhängig beschäftigt waren.

Im Falle eines Falles ist das Geld zu wenig zum Leben. Und obwohl es statistisch gesehen jede fünfte Frau und sogar jeden dritten Mann trifft, haben laut Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein- Westfalen nur etwa 16 Millionen Arbeitnehmer und Freiberufler mit einer entsprechenden Police vorgesorgt. Zu den geeigneten Versicherungen, die ein solches Risiko absichern, gehören die Dread- Disease-, Berufsunfähigkeits-, Erwerbsunfähigkeits- oder Unfallversicherung. Je früher man sie abschließt, desto besser. Denn gerade bei der Berufsunfähigkeitsversicherung steigen die Beiträge mit dem Alter.

"Das Gesundheitsrisiko nimmt mit den Jahren zu. Wer sich erst ab 55 absichern möchte, muss darum mehr zahlen als ein 25-Jähriger", erklärt der unabhängige Versicherungsmakler Schreiber. Allerdings gibt es auch Menschen, die eine solche Versicherung nicht oder nur erschwert abschließen können, weil der Versicherungsgesellschaft das Risiko zu hoch ist, ihren Beruf abzusichern. Dazu gehören zum Beispiel Berufsmusiker, Akkordschlachter oder Sprengmeister. Wer chronisch krank ist oder unter Allergien leidet, muss gegebenenfalls einen Risikozuschlag zahlen. "Oder die Gesellschaft schlägt vor, diese Vorerkrankung für eine Leistungserbringung im Falle einer Berufsunfähigkeit auszuschließen", sagt Michael Gaedicke vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft.

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  • Text: Brigitte Wallstabe-Watermann
    Foto: Getty Images
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