Standpunkt
Ehegattensplitting: Wann ist Schluss mit solchen Privilegien?
- In diesem Artikel:
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- Steuersplitting - so funktioniert es:
- Krankenkasse: Was kostet die Mitversicherung?
- Und wie sieht es mit der Rente aus?
- Eine Angestellte, die 45 Jahre lang einzahlt, kann weniger Rente bekommen als eine Witwe:
- Warum wurde das Ehegattensplitting nicht längst abgeschafft?
- Die Zuverdiener-Ehe: Auslaufmodell nur noch für Oldies?
Finanzberaterin Helma Sick
"Es geht Sie einen feuchten Kehricht an, wie meine Frau und ich unser Leben organisieren." Solche und ähnliche Zuschriften bekomme ich gelegentlich. Und zwar meistens dann, wenn ich mich wieder einmal gegen das Ehegattensplitting und andere staatliche Vergünstigungen wende, von denen Männer mit Zuverdiener-Ehefrauen profitieren. Es ist zweifellos richtig, dass in einem freien Land jeder sein Leben einrichten kann, wie er will. Dass mich das nichts angeht, gilt aber nur, solange all das nicht von der Allgemeinheit finanziert wird. Aber das ist nicht der Fall. Denn für jede Ehe, in der es einen Hauptverdiener (meistens der Mann) und eine Hausfrau gibt, werden wir als Steuer- und Rentenzahler und auch als gesetzliche Krankenversicherte ordentlich zur Kasse gebeten.
Ich zeige einmal am Beispiel eines typischen Lebenslaufs auf, wie wir das Subventionsmodell Ehe finanzieren*:
Inge B. studiert, arbeitet ein paar Jahre, lernt dann ihren Mann kennen. Die beiden heiraten. Sie gibt ihren Beruf auf und arbeitet nur noch auf Minijob-Basis für 400 Euro im Monat. Ihr Mann sitzt vollzeit im Büro. Was kostet das die Allgemeinheit? Ein durchschnittliches Studium schlägt mit ca. 30 000 Euro zu Buche. Der Staat finanziert die Ausbildung an Universitäten, weil das Geld - so zumindest die Idee - in einem anschließenden Arbeitsleben durch diverse Abgaben zurückkommen soll. Das Modell klappt in diesem Fall allerdings nicht, weil bei einem Minijob ja keine nennenswerten Steuern und Sozialbeiträge anfallen.
* Zins- und Zinseszinseffekte, Inflation und individuelle Rentenwerte sind der Einfachheit halber nicht berücksichtigt. Die Relationen hätten auch bei differenzierterer Berechnung die gleichen Größenordungen.














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am um
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sparks
am 15.05.12 um 17:13
solche diskussionen gibt es nur hir in De...bin jetzt auch Hausfrau..und meinen Mann wie ich wurden nach Deutschland berufliech versetz,..immer privat versichert.,..und zahlen durchnietlich 15 %mehr fürdie rentnerkasse aller arp..priewa,gesezlich..die kindern sind auch prievat versichert..unddank splitting..haben wir mindestens die 30 %versicherungskosten(die wir selbst zahlen) von der Stadt geschänkt..weswegen Beschwerden verstee ich nichts...wenn neue Steuermodel kommen würde..niemand wird sich beschweweren.Besonders Kinderlosen die später auch mehr zu lasten liegen als Hausfrauen Heutztugage.
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Wolfgang
am 02.01.12 um 17:45
Liebe Anna, Das Ehegattensplitting heisst Ehegattensplitting und nicht Kindergeld! Sehr häufig wird in unserer Gesellschaft ein vermeintlicher Vorteil geneidet, Nachteile werden jedoch als normal hingenommen. (auch tytisch deutsch: "Der Raucher soll mehr Krankenkasse bezahlen". Aber niemand sagt: "Der Raucher soll weniger Rentenversicherung zahlen".) Der Alleinverdienende Ehepartner soll also den "Nichtverdiener" ohne kleinste Steuererleichterung versorgen. Bei arbeitslosen Singles aber zahlt der Staat. Dafür darf der "Alleinverdiener" in der Ehe auch nach einer evtl. Scheidung Unterhalt zahlen, der Staat ist fein raus. Wenn jetzt nur für Ehepaare mit Kindern das Splitting greifen soll, was ist wenn die Kinder später nicht arbeiten sondern auf Sozialhilfe angewiesen sind? Wird dann der Splittingvorteil zurückgezahlt? Auch wenn die Zahlen immer wieder "schöngelogen" werden, wir haben immer noch über 4 Mio. Arbeitslose, also nicht genug Jobs. L.G.
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Anna
am 02.01.12 um 16:38
Ich finde, das Ehegattensplitting sollte daran gekoppelt werden, ob das verheiratete Paar Kinder hat oder nicht und wie alt die Kinder sind. Als Mutter von drei kleinen Kindern (5 Jahre + Zwillinge 1 Jahr) schaffe ich es momentan einfach nicht mehr als für 200 Euro im Monat zu arbeiten. Mein Mann arbeitet Vollzeit. Das Splittingverfahren verschafft uns finanziell wenigstens etwas mehr Luft. Es muss einfach honoriert werden, wenn man Kinder groß zieht, die später die Rente (auch von) Kinderlosen bezahlen. Dass Ehepaare ohne Kinder genauso stark bevorteilt werden, finde ich auch nicht in Ordnung.
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Wolfgang
am 01.01.12 um 19:14
Es liegt im Trend das Ehegattensplitting abzuschaffen, bzw. zu kürzen. Die Propagandamaschine von Rot-Grün läuft auf Hochtouren und die Gehirnwäsche trägt Früchte, da wahrscheinlich mehr als 50% gegen das Splitting sind. Allerdings ohne dies zu hinterfragen! Warum sind Menschen dagegen, dass ein Ehepartner mit evtl. 200 - 400 € "Steuerersparnis" den anderen unuterhält? Besonders im Hinblick auf gegenseitige Fürsorge und Unterhaltspflicht ist es für den Staat preiswerter als Sozialhilfe. Man möge mir folgendes erklären: Ein Hartz IV-Empfänger erhält für die Wohnung 330 € + Heizkosten + 364 € / Monat. Ein Hartz IV-Ehepaar erhält mehr Geld für die Wohnung und Heizkosten, sowie 2 x 90 % von 364 €! Weshalb eigentlich, wenn man bei "Einverdienerpaaren" davon ausgeht, dass das Paar mit demselben Geld auskommen soll wie der Alleinverdiener als Single? Wenn mir das jemand schlüssig erklären kann, könnte ich evtl. auch Argumente gegen das Splitting nachvollziehen.
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bianca
am 28.11.11 um 08:00
Diese frauenfeindlichen Artikel von Frau Sick sind einfach immer wieder unerträglich. Es gibt halt unterschiedliche Lebensmodelle. DieRedaktion sollte sich endlich mal eine neue Finanzexpertin suchen, denn es standen in den Artikeln von Frau Sick durchaus auch schon falsche Informationen. Wird das denn nicht überprüft?
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Chiara
am 08.08.11 um 10:17
Ich musste am eigenen Leib erfahren, wie es ist, nach 45 Jahren Vollzeitarbeit, Familie und Kinder in Rente zu gehen. Leider war ich erst 60 Jahre alt und mir wurden 18% gekürzt. Als ehemalige Anhängerin des Solidarprinzips, sehe ich das inzwischen ganz anders. Wer sich leistet, seine Ehefrau zu Hause zu „halten“, der soll RV und GKV extra zahlen. Mir ist klar, dass mein Beitrag provokativ ist. Das ist auch meine Absicht. Und hier lese ich auch noch die Aufzählung der Tätigkeiten einiger Hausfrauen, die auch noch die Unentgeltlichkeit beklagen. Auch berufstätigen Mütter haben diese Tätigkeiten noch zusätzlich ausgeführt. Ebenfalls unentgeltlich! Ein Beispiel ist exemplarisch, wenn man diese Unverhältnismäßigkeit aufzeigen will: Als ich vor einigen Jahren einmal in einer Mutter-Kind-Kur war, musste ich feststellen, dass hauptsächlich Mamas mit einem Kind dort „unterwegs“ waren. Die berufstätigen Mütter waren eher spärlich vertreten.
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Hella
am 20.07.11 um 14:09
Oder noch ein anderes Beispiel: SIE verdient die 60.000 und ER die 10.000. In Zeiten hochqualifizierter Akademikerinnen, die dank 2-Jahres-Jobperspektiven keine Kinder kriegen wollen samt arbeitslosem Ehemann gar nicht so unüblich.
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Mike
am 29.06.11 um 12:47
Mal ein anderes Beispiel: ER verdiente als Single 60.000 und SIE 10.000. Steuerlast rund 15.000 €/Jahr. Nun haben sie geheiratet und zahlen mit Ehegattensplitting 16.000 Steuern im Jahr. Wo ist da die Gerechtigkeit?
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gast
am 19.06.11 um 16:42
Liebe Frau Sick,
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Doc Holgi
am 21.05.11 um 10:24
Subventionen - also mittels Geld politische Absichten zu steuern - sind in Deutschland ein allgemeines und großes Problem. Vielleicht ist eine umfassendere Änderung notwendig, als allein die klassische Familie (60%...) in Frage zu stellen. Geht es eher in die Richtung "jeder sorgt für sich selbst"? Jeder versichert sich selbst, zahlt das Studium selbst (ist übrigens heute häufig so), legt sich Geld für die eigene Rente bei Seite? Bitte mal durchrechnen, welche Rente sich für den Durchschnittsverdiener ergibt, wenn er/sie die Beiträge privat anlegen dürfte und später mit Zins nach eigenem Ermessen verwenden oder gar der Ehefrau VERERBEN dürfte! Wir leben aber in einem Sozialstaat, in dem Gruppen wie sozial schwächere unterstützt und Familien gefördert werden. Der Artikel greift daher zu kurz und polarisiert anstatt Wege aufzuzeigen.
mehr (51)P.S
entschuldiegung fürs Feller..bin nicht wirklich gut in Deutsche Sprache...
Ich werde mir die Zeitschrift jedenfalls nicht mehr kaufen. Für solche Meinungsmache ist mir mein Geld zu schade.
Was spricht gegen das Bestreben, mehr Netto vom Brutto zu haben - sogar die Politiker versprechen's vor jeder Wahl... :o/
"..gilt aber nur, solange all das nicht von der Allgemeinheit finanziert wird.." Der Ehegatte, der Steuern bezahlt, gehört also nicht zur Allgemeinheit? Was passiert denn mit den üppigen Steuern, die der Ehegatte zahlt? Fließen diese nicht ggfs. in Projekte/Subventionen, die er/sie nicht unterstützen wollen oder von denen keiner der beiden etwas hat? Wie sieht es denn mit den Rentenbeiträgen aus? Meinen Sie, dass die am Ende gezahlte Rente dem Gegenwert der gezahlten Beiträge entspricht? Oder wird hier vielleicht solidarisch mitfinanziert, wer keine oder deutlich geringere Beiträge gezahlt hat? Wie sieht es denn mit den Medizinern aus, die nach ihrem Studium ins Ausland abwandern, weil sie dort weniger Steuern zahlen und/oder mehr verdienen? Erst wenn Sie beide Seiten der Gleichung betrachten und die Auswirkungen zumindest in Erwägung gezogen haben, könnte Ihr Beitrag einen Wert haben.