Familienpolitik

Ehegattensplitting - bitte abschaffen!

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Eine Angestellte, die 45 Jahre lang einzahlt, kann weniger Rente bekommen als eine Witwe:

Besonders drastisch wird das Beispiel, wenn ich Inge B. mit einer kaufmännischen Angestellten vergleiche, die 45 Jahre lang im Beruf war. Bezieht diese Frau zum Beispiel ein monatliches Bruttogehalt von 2018 Euro und geht mit 63 in Rente, kommt sie gerade mal auf eine Rente von 839 Euro. Dafür hat sie (mit dem Arbeitgeberanteil) insgesamt 216.854 Euro in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt - ein nicht unerheblicher Beitrag zum Auffüllen jener Kasse, aus der die Hausfrauen-Ehe subventioniert wird.

Noch mal zum Mitrechnen: In unserem Beispiel werden insgesamt mehr als eine halbe Million Euro von den Sozialversicherungen und vom Staat, also von uns Beitrags- und Steuerzahlern, in das Modell Zuverdiener-Ehe investiert - selbst wenn keine Kinder zu versorgen sind. Also in rund 40 Prozent aller Fälle...

Warum wurde das Ehegattensplitting nicht längst abgeschafft?

Dazu sagt Prof. Dr. Barbara Riedmüller, Dekanin des FB Politik- und Sozialwissenschaften/FU Berlin: "Weil es in den Reihen der Politiker mehr Männer als Frauen gibt. Und weil es sich dabei überwiegend um eine Generation von Männern handelt, deren Frauen nicht oder nur geringfügig erwerbstätig sind."

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  • Text: Helma Sick
    in Zusammenarbeit mit
    Heide Härtel-Herrmann, Frauenfinanzdienst Köln
    Ein Artikel aus der BRIGITTE, Heft 09/2011, aktualisiert am 5.2.2013
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