Familienpolitik

Ehegattensplitting - bitte abschaffen!

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Die Zuverdiener-Ehe: Auslaufmodell nur noch für Oldies?

Täuschen Sie sich nicht. Wie oft sagen mir in meinen Beratungen gerade auch jüngere Frauen: "Mein Mann will nicht, dass ich berufstätig bin, weil sich das nicht rechnet." Ja, natürlich rechnet sich das nicht, bei derart großzügiger Subventionierung!

Der haarsträubende Widerspruch: Das geltende Steuer- und Sozialrecht belohnt den Ausstieg aus dem Beruf. Dabei sind Frauen heute so gut ausgebildet wie nie zuvor. Die dringend benötigten Fachkräfte - sie sitzen vielfach zu Hause! Ich halte das für eine Vergeudung wertvoller Ressourcen und für einen volkswirtschaftlichen Unsinn ohnegleichen. Höchste Zeit also, nicht mehr zeitgemäße Subventionen zu streichen und das Geld dort zu investieren, wo es dringend benötigt wird: in Kinderbetreuungsmöglichkeiten, in Ganztagsschulen und in Bildung ganz allgemein.

In anderen Ländern sind Ehegattensplitting, beitragsfreie Mitversicherung und Witwenrente längst abgeschafft - wenn es sie überhaupt je gegeben hat. Dort gilt fast durchgängig das Prinzip der individuellen Besteuerung und der gerechten Beitragsbemessung. Solange sich in Deutschland bei diesem Thema nichts entscheidend ändert, bleiben alle Anstrengungen zur Frauenförderung und Geschlechtergleichheit nichts weiter als ärgerliche Lippenbekenntnisse.

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  • Text: Helma Sick
    in Zusammenarbeit mit
    Heide Härtel-Herrmann, Frauenfinanzdienst Köln
    Ein Artikel aus der BRIGITTE, Heft 09/2011, aktualisiert am 5.2.2013
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