"Geld ist mir nicht so wichtig" - wenn dieser Satz fällt, dann fast immer von einer Frau. Schade eigentlich, denn wenn Frauen sich durchringen und ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen, sind sie oft richtig erfolgreich. Gleich mehrere Studien belegen das. "Zurückhaltung aufgeben, selbst ist die Frau", rät daher Constanze Hintze von der unabhängigen Finanzberatung Svea Kuschel + Kolleginnen. "Gerade für Frauen ist das Thema private Altersvorsorge besonders wichtig", bekräftigt auch Merten Larisch, Altersvorsorgeexperte der Verbraucherzentrale Bayern.
Denn Frauen haben es gleich in mehrfacher Hinsicht schwerer als Männer fürs Alter vorzusorgen: Statistisch betrachtet leben sie länger - und brauchen daher im Alter länger Geld. Eine derzeit 35 Jahre alte Frau hat eine Lebenserwartung von mehr als 96 Jahren, ein Mann von gut 92 Jahren. Und ein heute geborenes Mädchen hat die Aussicht, sogar rund 103 Jahre alt zu werden. Angenommen, es geht mit 67 in Rente, dann muss es 36 Jahre finanziell überbrücken. Doch wovon? Die Höhe der späteren gesetzlichen Rente hängt wesentlich von der eigenen Erwerbsbiographie ab - das bedeutet, vor allem vom Gehalt und von den Beschäftigungsjahren. Frauen sind jedoch der Kinder wegen im Schnitt elf Jahre kürzer berufstätig als Männer. Viele steigen ganz oder zeitweise aus dem Job aus, wenn sie ein Kind bekommen. Und nach ihrem Wiedereinstieg arbeiten sie oft nur Teilzeit.
Hinzu kommt noch, dass Frauen auch auf gleicher Position in Deutschland noch immer etwa 20 Prozent weniger als Männer verdienen. Ihre Ansprüche an die gesetzliche Rente sind daher oft niedriger als die der Männer. "Wenn dann auch noch die Scheidung kommt, wird es für manche richtig bitter", berichtet Heide Härtel-Herrmann, unabhängige Beraterin vom Frauenfinanzdienst in Köln. Für Frauen gibt es also genug Gründe, sich selbst um ihre Rente zu kümmern - und sich nicht auf ihre Ehemänner oder Lebenspartner zu verlassen.
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Ich kann nur den Frauen raten, sich Ihres eigenen Wertes bewußt zu werden, den Gleichstellungsparagraphen in bestimmten Fällen zu bemühen und dem Geld und ihrer Leistung eine angemessene Bedeutung zu schenken.